Web 2.0 Expo Berlin, Ziel verfehlt?

Ich sitze mitten im Saal mit rund 200 anderen Besuchern der Web 2.0 Expo und folge mit einem Auge dem Vortrag. Das andere beschäftigt sich mit dem Notebook das ich auf meinen Knien habe. Und wenn ich mich in der Halle umschaue, geht das fast jedem so. Twittern, mailen, bloggen, Facebook, Xing oder sonst wo im Web surfen.

Ist das das Zielpublikum dieser Messe? Und warum zahlt einer über EUR 1’000 für die 3 Tage, wenn er auch im Büro arbeiten könnte?

Die Web 2.0 Expo bietet eine Serie von Vorträgen und Keynotes rund um’s neue Internet mit Social Media, Communities, Mobile Marketing, SEO und den dazugehörigen Techniken.
Normalerweise werden solche Kongresse von Marketing- und Kommunikations-Leitern besucht, würde man denken.

Aber hier sitzen ein Haufen Social Media Freaks, die nicht dafür sorgen, dass die Web 2.0 Geschichten in ihren Unternehmen zum Einsatz kommen. Eigentlich müsste doch genau das das Ziel sein, Die Umsetzung und Anwendung von Social Media Instrumenten aufgrund der Learning der Web 2.0 Expo., wie das z.B. beim ODMF geschieht.

Dazu kommt, dass die 3 Tage, mit zum teil dürftigen Vorträgen (ich kann mich an einen richtig guten erinnern) über EUR 1’000 kosteen (ausser man kommt wie ich Dank Bloggingtom pressemässig da hin), was sicherlich nicht als Schnäppchen bezeichnet werden kann. Zuzüglich Anreise mit Hotel etc. Aber offenbar ist das den Besuchern das Geld wert, denn die Hörsäle waren meist voll, was zeigt, dass das Interesse gross ist und genug Leute kommen.

Haben also die Veranstalter ihr Ziel punkto Besucherzahlen, Umsatz und Zielpublikum erreicht? Gehören an solche Web 2.0 Events die Freaks (natürlich nicht ausschliesslich) und reicht Zuhören mit einem Ohr?

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11 Kommentare

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  1. Philipp Sauber | 26.10.2008 21:11

    @Werner harte Worte aber hat sicherlich was.
    Habe mir gerade das Programm von SOMESSO angeschaut und kann mir auch nicht vorstellen weshalb man dafür so viel Geld bezahlen soll. Überlege mir trotzdem hinzufahren (keine Spesen und nur ein Tag).
    Da ist ein ODMF günstiger (glaube um die CHF 400) und bietet einiges an Interessantem. Habe dort selber 3 Mal vorgetragen und war beim letzten Mal als Zuschauer dabei.
    Auf der anderen Seite sind Veranstaltungen wie das Barcamp/ Blogcamp dann schon eher nur für Freaks und eher als Networking-Veranstaltung zu sehen (Twitterer und Blogger treffen seinesgleichen).

  2. Werner | 26.10.2008 15:29

    Man sollte nur noch günstige oder kostenlose Konferenzen im Barcamp-Stil abhalten. Die anderen enthalten sowieso zuviel Marketing-Blabla und wenig Substanz. Wer an die Somesso geht und für so ein schlechtes Programm sogar noch etwas bezahlt, ist schlicht dumm und selbst schuld.

  3. Philipp Sauber | 26.10.2008 11:40

    @Martin Link ist gesetzt, habe ich vergessen. Den Post musste ich über meine UMTS Karte vom Flughafen Berlin aus schreiben und da ist man schon happy, wenn’s beim Speichern überhaupt klappt.

    @Leu das mit dem Folgen kenne ich, gebe lieber selber Vorträge als jemanden zuzuhören und vor allem mit dem Notebook auf den Kien bin ich super schnell abgelenkt.

    In dem Punkt muss ich dir recht geben @Gian-Franco, Ablenkung war auch bei mir ein Punkt. Das mit der Somesso kann ich auch nicht verstehen, über CHF 1’000 für einen Tag ist unverschämt.
    Dass nur Freaks da waren habe ich nicht behauptet aber sie haben sicherlich das Gros ausgemacht (und ob die alle voll bezahlt haben stelle ich zudem in Frage (Presse etc)).

  4. Gian-Franco Salvato | 25.10.2008 22:44

    Wenn ich sehe dass die „SOMESSO ZURICH ’08 – The Corporate Social Media Conference“ für einen Tag schlappe € 720.00 verlangt, dann empfinde ich die € 1’100.00 für die dreitägige Web 2.0 Expo in Berlin als ganz ok. Ausserdem widerspricht der eher hohe Preis der Veranstaltung (plus Reise und Hotel) Deiner Aussage dass nur Freaks teilnehmen, denn genau die können (oder wollen) sich solche Preise oft nicht leisten.

    Ich teile Deine Meinung betreffend der Vorträge, das Niveau und die Referenten waren teilweise mittelmässig. Bei 4 parallelen Tracks lies sich jedoch fast immer ein guter Vortrag finden. Aber vielleicht hab ich auch einfach mehr von den Vorträgen mitbekommen, da ich im Gegensatz zu vielen anderen kein Notebook zum rumspielen an die Konferenz genommen habe 😉

  5. Webstandard-Team | 24.10.2008 10:27

    Marketing- und Kommunikations-Leiter wissen ja oftmals noch nicht mal das es solche Veranstaltungen gibt. Manche sind einfach zu weit weg von dem was eigentlich wichtig wäre. Sry, aber um bei einem solchen Event zu surfen oder „twittern“, zahle ich keine 1000€.

    Ich habe meinen Notizblock mit , da wird ab und zu was notiert, der Rest wird im Bereich oberhalb meines Halses abgespeichert! ;o)

  6. leu | 24.10.2008 08:34

    Ich bin ja eh nicht so der Konferenz Tipp da ich Dinge zumeist selber erlernen muss und nur mit Anstrengung einem Vortrag folgen kann und zumeist 5 Minuten später eh alles vergessen habe. Danke für die Zusammenfassung. Nimmt mich wunder was die anderen dazu meinen.

  7. Martin Hunkeler | 24.10.2008 08:19

    Als „Nichtbeteiligter“ an der Messe musste ich beim Lesen deines Berichtes schmunzeln. Genauso stelle ich mir eine solche Messe vor. Ich schätze mal, das Zielpublikum wären Marketingleute und Risk-Kapital geber und Investoren. Stattdessen besuchen den Kongress vor allem diejenigen, die sich den ganzen Tag mit Socialmedia und Internet beschäftigen und in der Regel auch schon auf einem hohen Informationsstand sind, was Web 2.0 betrifft. Diese Freaks sind dann die, die das Know-How den Marketingleuten verkaufen. Wünschenswert wäre, wenn die Marketingleute sich direkt an der Messe informieren. Ich vermute aber, dass genau die Wunschzielgruppe nicht mal etwas von der Messe weiss.
    Notiz am Rande, wäre noch schon, wenn ich hier einen Link zur Web 2.0 Expo gefunden hätte. Dann hätte ich mir das Googlen erspart. 😉

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