Google setzt den neuen Algorithmus nun weltweit ein

Yves Moret, 14.04.2011 9 Kommentare

Google OptimierungNachdem Google Ende Februar den Farmer / Panda Update ausgerollt hatte, wurde dieser, leicht erweitert, nun auch weltweit für die englische Sprache online geschaltet. Zeit also, sich mal ein paar Gedanken darüber zu machen.

Der ursprüngliche Wechsel auf den neuen Algorithmus in den USA sorgte vor allem für Furore, weil er Inhalte von sogenannte Contentfarmen, wie zum Beispiel mahalo.com, deutlich schwächer oder gar nicht mehr bewertete. Betroffen waren vor allem Websites, die usergenerierten Content auf ihrer Site horten und diesen mit Werbung anreichern. Google hatte durch diese Contentfarmen das Problem, dass sich die Qualität der  Suchergebnisse für den User konstant verschlechterte.

Beim Update in den USA wurde für den User auch die Möglichkeit geschaffen, dass der angemeldete Google User in den Suchergebnissen Sites, die er als schlecht bewertet, für sich selber blocken kann. In den Suchergebnissen hatte dieses Blocken zwar noch keine unmittelbaren Auswirkungen, wobei Google dies im Hintergrund auswertete.
Der Panda Update in den USA beeinflusste, gemäss Google, rund 12% der Suchergebnisse. Die Suchqualität konnte damit deutlich gesteigert werden und Google zeigt sich aufgrund des Userfeedbacks sehr zufrieden damit.

Beim jetzigen Update auf den englischsprachigen Suchergebnissen werden zusätzlich die User Feedbacks aus den Blockings in den Algorithmus einfliessen. Google schätzt, dass zusätzlich ca. 2% der amerikanischen Suchanfragen davon betroffen sein werden. Eine erste Analyse stellt Searchmetrics in ihrem Blog bereit.

Diese Updates zeigen deutlich in welche Richtung sich die Optimierung von Sites für Google entwickeln sollte. Während Google früher noch auf die Backlinks angewiesen war, um die Qualität einer Site zu beurteilen, sind sie, und werden sie in Zukunft, immer weniger darauf angewiesen sein. Der Spruch „Content is king“ war schon immer wichtig und wird immer wichtiger. Während bisher eine Site mit schwachem Content durch genug PageRankstarke Links doch noch den Weg zu Top Rankings finden konnten, wird dies in Zukunft immer schwieriger werden, da Google die Qualität von Content mitlerweile sehr gut selber beurteilen kann und dies auch immer besser können wird.

Je länger, je mehr sollte also bei der Site bewusster auf den Content geachtet werden. Offpage Massnahmen werden nichts mehr bringen, wenn die Site nicht über relevanten Content verfügt und dieser auch „suchmaschinenfreundlich“ daher kommt. Dies meine Meinung. Was meint ihr dazu?

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9 Kommentare

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  1. Yves Moret | 18.04.2011 11:34

    @Lucilla

    Sicher weiss dies nur Google. Meiner Meinung nach bleiben Links für die Popularität wichtig (geht ja nicht anders), aber um die Qualität einer Site zu beurteilen, werden die Backlinks immer unwichtiger.

  2. Lucilla | 15.04.2011 17:07

    @Yves
    Was jetzt? Bleiben die Links wichtig, oder nicht?

  3. Yves Moret | 15.04.2011 13:43

    @Lucilla
    Das sehe ich nicht ganz so. Klar ist Content manipulierbar. Wenn man was erreichen will, muss man ihn so manipulieren, dass es qualitativ guter Content ist. Das heisst, dies ist ganz im Sinne von Google, was somit auch keine Manipulation ist.
    Klar werden Links immer wichtig bleiben. Für Google werden sie aber nur noch dazu dienen, die Popularität einer Site zu beurteilen. Für die Qualität brauchen sie die nicht mehr. Dazu werden sie eher Trusted Sites (z.B. DMOZ) als Faktor beiziehen. Dies zu mindest meine Meinung.
    Klar kannst du mit Fake-Accounts Links von überallher erzeugen. Damit du aber Google eine hohe Popularität vorgaukeln kannst, musst du da aber tüchtig Gas geben.

  4. Lucilla | 15.04.2011 11:23

    @ Yves

    Text kann man en mass schreiben lassen. Content ist King stimmt nicht, da Content sehr einfach manipulierbar ist. Fake Accounts bei Facebook, Twitter etc. einrichten geht auch und da hat Google zu wenig Möglichkeiten zu prüfen was ist Fake und was ist Real. Social Media Faktoren sind auch manipulierbar. Logisch sind auch Links manipulierbar, dass hattet Ihr bei der INM vor einigen Jahren vermutlich im Griff. Aber da hat Google auch die grösste Erfahrung von guten und bösen Links zu unterscheiden.

    Larry ist dank seinem Baby, dem PageRank, heute CEO eines der bestbewerteten Firmen überhaupt.

    Links zu manipulieren, die dann bei Google auch zählen ist heute das schwierigste überhaupt. Reale Links zählen aber nach wie vor ungemein für das Organic Listing und werden sie auch in Zukunft. Schlicht darum, weil alles andere viel zu einfach zu manipulieren ist.

  5. Yves Moret | 15.04.2011 10:36

    @Lucilla:

    Ich denke nicht, dass Larry Page was durchziehen will, nur weil es sein eigenes Baby ist. Das Problem mit dem PageRank ist, dass er manipulierbar ist. Das weiss Google schon lange. Da Google, wie Stefan oben geschrieben hat, den Usern das relevanteste Ergebnis liefern will, sind die beeinflussbaren Faktoren ein Dorn im Auge von Google. Mittlerweile werden in der Google Toolbar ja die PageRank angaben von teilweise Sites unterdrückt.

  6. Stefan Rupp | 15.04.2011 01:18

    @Rosmarie: Google will die Ergebnisse ja gar nicht verfälschen oder steuern, sondern dem User (Sucher) den best möglichen Inhalt resp. das bestmögliche Suchergebnis liefern, zumindest bezogen auf die organische Suche. Abwandern werden immer nur jene, welche auf Ihre Anfrage ein unbefriedigendes Ergebnis bekommen.

  7. Lucilla | 14.04.2011 18:30

    Lieber Yves. Vielen Dank für Deinen hervorragend recherchierten Bericht. Das Backlinks nicht mehr (oder zumindest weniger) gewichtet werden sollen, darüber wird schon seit Jahren spekuliert. Fakt ist, der Google Algorithmus basierte bei seiner Einführung 1998 zu einem schönen Teil auf Larry Page’s PageRank. Wie Du weisst, werden beim PageRank ausschliesslich den Wert der Backlinks ermittelt. Bis zum heutigen Tag, so meine Erfahrung, also nun knapp 13 Jahre, vertraut Google auf das System der Bewertung der Backlinks. Nun kommt Larry Page wieder an die Macht von Google. Meinst Du wirklich, dass er als frischgebackener CEO sein eigenes Kind als erstes zu Grabe trägt?

  8. Rosmarie | 14.04.2011 14:55

    Interessanter Artikel. Hat bestimmt auch Vorteile…aber wer wird die Seiten dann bewerten? Google selbst? Das kommt der Korruption gleich. Wenn die Öffentlichkeit das erfährt, werden wahrscheinlich einige fleissige Googler abwandern zu anderen Suchmaschinen.

  9. Karl Kratz | 14.04.2011 10:10

    Meine Meinung zum Thema „Panda-/ Farmer-/ Bambus-Update“: Man muss auch loslassen können 😉

    Wer billig zusammengeschusterten Content einsetzt, und diesen nicht wenigstens durch geeignete Maßnahmen (z.B. botgetriggertes Content- oder Element-Spinning) vor dem Google-Frühjahrsputz schützt, ist selbst schuld.

    „Content ist King“ gilt mittlerweile auch nur noch bedingt: Content ist dann King, wenn dieser

    – relevant + signifikant + sharebar
    – strukturiert + technisch verwertbar + sematisch identifizierbar
    – verständlich + lesbar + scanbar

    ist. Einfach mal diese 9 Anforderungen auf Inhalte anwenden. Dann zeigt sich relativ schnell, ob man sich Gedanken über den dicken, freundlichen Bär machen muss.

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