Google verstösst gegen das Urheberrecht

Google bietet mit der Bildersuche ein sehr hilfreiches Tool um Bilder zu suchen. Jedoch wird damit auch oft das Urheberrecht der Bilder verletzt. Ein deutscher Künstler hat nun gegen Google geklagt und Recht bekommen.

Ein Künstler aus Hamburg hatte gegen Google und andere Anbieter geklagt, weil in der Bildersuche eine Vorschau seiner Comicfiguren erschien. Das Hamburger Landgericht gab dem Künstler nun recht: Google verletzte das Urheberrecht und muss nun dafür sorgen, dass in der Bildersuche keine Comic-Bilder mehr vom Künstler erscheinen. Das Urteil ist noch nicht rechtskräftig und somit muss Google noch nicht handeln. Google sieht an der Bildersuche nichts Illegales und wird in Berufung gehen, notfalls bis zum Bundesgerichtshof.

Bis ein rechtskräftiges Urteil vorliegt wird es noch eine Weile dauern und so lange wird sich nichts ändern. Doch werden noch weitere Künstler und Urheber von Bildern auf den Zug aufspringen und gegen Google klagen? Schneiden sie sich nicht ins eigene Fleisch? Dank Google haben ihre Werke bestimmt eine höhere Bekanntheit erlangt.

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12 Kommentare

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  1. SEO Girl | 21.10.2008 15:29

    Ne, das ist leider eben nicht so einfach. Wer im Internet Waren und Dienstleistungen anbietet muss sich auch an die Gesetze des Landes der Kundschaft halten, die er bedient. Aus diesem Grunde sind die vielen Firmensitze aus der Nahrungsergänzungmittelbranche, die sich u.a. in Holland, England, Schweiz etc. befinden, so ziemlich sinnlos. Neben den eigenen landesspezifischen Gesetzen des Firmensitzes sind eben auch die Gesetze aus dem Land der Kundschaft einzuhalten. So macht sich beispielsweise ein Shopbetreiber, der wo auch immer außerhalb der Schweiz sitzt, strafbar, wenn er einem Schweizer ein Produkt verkauft, das in der Schweiz verboten ist.

  2. ymo | 21.10.2008 13:48

    @SEO Girl: Für einen Schweizer gilt natürlich das Urheberrecht genau gleich. Wenn er sich bei dir in Deutschland bedient, dann gilt natürlich das deutsche Recht.
    Beim anderen Teil muss ich dir widersprechen. Wenn ein deutscher Kunde ein Geschäft in der Schweiz abschliesst, dann untersteht er dem Schweizer Recht. Es kommt auf den Geschäftssitz / Serverstandort an.

  3. SEO Girl | 21.10.2008 13:08

    @ymo: Das ist nicht ganz richtig, dass Ihr nur an die Schweizer Gesetzgebung gebunden seid. In dem Moment wo ihr den deutschen Markt bedient, also z.B. ein Shop, in dem auch Deutsche einkaufen können oder Dienstleistungen, die auch Deutsche bestellen können, gilt die deutsche Gesetzgebung.
    Ich weiß das ziemlich genau, da ich mal ein dickes Problem mit einem Schweizer hatte, der sich bei meinen Shop-Seiten selbstredlich „reichlich bedient“ hat und nach einigem Hin- und Her auf den Brief von meinem Anwalt zu argumentieren versuchte, dass das Urheberrecht für Schweizer nicht gilt.

    Mit dem Rest gehe ich mit Dir natürlich konform, ist eigentlich auch das, was ich mit „dass scheinbar jeder Webseitenbetreiber ein schwarzes Schaf ist“ gemeint habe.

  4. ymo | 21.10.2008 11:33

    @SEO Girl: Dass wir in der Schweiz verschont werden, liegt an den unterschiedlichen Gesetzgebungen. Z. B. ist bei uns ein Impressum (noch) nicht zwingend vorgeschrieben.
    Ich bin mit dir einig, dass der Konsument geschützt werden muss. Allerdings geht es wohl bei den meisten Abmahnern gar nicht um das. Da sollten die Gerichte vielleicht besser differenzieren. Wie ich auf dem Web so mitbekommen habe, ist ja das Landgericht Hamburg, das diesbezüglich so ziemlich auffällt.

  5. SEO Girl | 21.10.2008 10:09

    Ich denke das liegt in erster Linie daran, dass sich viele nicht trauen länderübergreifend abzumahnen. Wahrscheinlich ist es teurer, umständlicher und langwieriger, wenn der Abgemahnte nicht klein begiebt und zahlt, an sein Geld zu kommen.

    Dieser ganze Gesetzes- und Vorschriftenkram hat sein Gutes wie auch sein Schlechtes. Einerseits schützt es die armen „dummen“ Verbraucher, die sowieso überall drauf rumklicken und sich gar nicht im Klaren darüber sind, dass sie jetzt etwas kaufen, bestellen, abonnieren oder was auch immer. Andererseits gibt es ja die Abzocker, die das Verhalten der „dummen“ Verbraucher ausnutzen und auch noch versteckte Abzocke betreiben. Dass gegen ein solches Verhalten was getan werden muss, ist ja klar.
    Aber es reicht halt anscheinend nicht sich nur die schwarzen Schafe vorzunehmen. Die Geldmaschinerie hat wohl auch dazu geführt, dass scheinbar ein jeder Webseitenbetreiber ein „schwarzes Schaf“ ist.

  6. ymo | 21.10.2008 08:40

    @SEO Girl: Zum Glück hat uns hier, in der Schweiz, die Abmahnwelle nicht so heftig erfasst, wie in Deutschland. Fehlt das in Deutschland am Know How an den Gerichten oder woran liegt das? Ich finde es ziemlich stossend, dass sich Anwälte mit Abmahnungen eine goldene Nase verdienen und dies von den Gerichten noch gestützt wird.

  7. SEO Girl | 20.10.2008 16:28

    Schon seit langem setze ich meine Bilder-Ordner in der robots.txt auf disallow. Damit können gar keine Bilder in der Google Bildersuche erscheinen 😉

    Das Internet hat sich in den letzten Jahren zur Geldquelle für Abmahner gemausert. Es gibt wohl kaum etwas was nicht abgemahnt wird (oder versucht wird abzumahnen). Sind wir nicht schon fast soweit, dass im Netz mehr Gesetze beachtet werden müssen als in real life. Macht das noch Spaß?

    Hab übrigens vorhin gerade gelesen, dass dieses Hakerl unten links auch abmahnfäig ist, wenn es kein double-opt in gibt. Versteh einer mal diese Welt…

  8. René | 15.10.2008 07:54

    Das Urteil wirft höhere Wellen als erwartet. Zahlreiche Presseseiten und Blogs haben das Thema aufgegriffen. Bleibt nur zu hoffen, dass die Richter den gesunden Menschenverstand und ein wenig technisches Verständnis einsetzten werden beim Urteil. Google wird bestimmt schwere Geschütze auffahren.

  9. Flo | 15.10.2008 07:30

    Ein absoluter Kindergarten so etwas. Es gibt genug technische Möglichkeiten den Zugriff für Google zu untersagen. Doch da wird wohl das technische Wissen der Seitenbetreiber fehlen. Schuld soll dann auch noch Google sein! #kopfschüttel#

    Wie oben schon geschrieben, der Künstler soll eigentlich Google dankbar sein. Vielleicht ist der Künstler auch cleverer als wir meinen und es ist eine neue Art virales Marketing! 😉

  10. Hugo | 14.10.2008 23:09

    Für mich ein totaler Quatsch und ein Affentheater der Künstler.
    Du siehst das genau richtig René, ohne Google würde die ev. kein Mensch kennen oder eben nur die paar aus der Nachbarschaft.
    Auf der anderen Seite ist das für Google absolut egal, denn finanziell werden die das nicht einmal merken.

  11. ymo | 14.10.2008 11:01

    Das ist wiedermal die selbe Problematik wie bei Google News. Meiner Meinung nach schneidet sich der Künstler ins eigene Fleisch, wenn seine Bilder nicht mehr bei Google in der Bildersuche erscheinen. Was nützt ihm denn seine Webseite, wenn sie niemand findet? Mann könnte Google ja auch verbieten die Links auf die eigene Website in den Suchergebnissen zu listen. Immerhin verwendet Google einen Anreisstext (Description) an dem Google keine Urheberrechte hat.
    Ich denke aber, dass dies eine etwas einfache Marketingaktion des Künstlers ist. So kann man auch ins Gespräch kommen.

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