Overnight-Sensations auf Youtube- Trashy or Flashy?

Seit 2005 fragen sich die Millionen von Youtube-Usern, wie man es am besten zu Millionen von Views bringt. Auf der Plattform tummeln sich Tausende von mehr oder weniger talentierten Künstlern und kreativen Köpfen. Doch nicht selten sind es nicht die besten Werke, welche die meiste Aufmerksamkeit erhalten. Ein aktuelles Beispiel: Das Phänomen Rebecca Black.

Es scheint der Traum jedes Youtubers zu sein: über 45 Millionen Mal wurde das Video zum Song „Friday“ auf Youtube bereits angeklickt, die 13-jährige Rebecca Black zieht von Talkshow zu Talkshow und der Song kletterte diese Woche die iTunes-Charts hoch. Eine Erfolgsstory wie im Bilderbuch. Doch der Schein trügt.

Den Erfolg erzielt das Video aufgrund der Tatsache, dass die Mehrheit den Song als „besten schlechtesten Song aller Zeiten“ betitelt. 90% der Zuschauer klickten „mag ich nicht“ an und sogar von Teenie-Schwarm Justin Bieber hagelte es Kritik. Nichts desto trotz vertrieb Rebecca Charlie Sheen von seinem Top-Platz in den Twitter Trending Topics und scheint an ihrem „Meisterwerk“ nicht schlecht zu verdienen.

Ausgelöst wurde der Hype durch einen Post auf Tosh.0, einem Satire-Blog von Comedy Central unter dem Titel „Songwriting isn’t for everyone“ und entwickelte sich darauf über Facebook und co. zur „Overnight-Sensation“.  Auch wenn der Song kritisiert wird, muss ihn doch jeder mal gehört haben. Trotz schlechtem Feedback versteckt sich in diesem Lied also, wenn auch in diesem Fall rein zufällig, eine gewisse Marketing-Genialität.

Mut zur Blamage wird im Internet belohnt und Erfolg muss nicht zwingend Talent bedeuten. Provokation, egal ob positiv oder negativ, generiert noch die meiste Aufmerksamkeit. Rebecca Black scheint durch Glück und schlechte Qualität an die Spitze gekommen zu sein. Doch kann sich ein Unternehmen einen solch hohen Grad an Negativität im Trade-Off für Publicity leisten?

Nur auf „Trash“ zu setzten ist für einen Brand nicht zu empfehlen. Eine saubere Planung  eines Youtube-Channels ist im professionellen Umfeld wichtig, denn die Chancen auf einen „zufälligen“ viralen Youtube-Hit sind heute verschwindend gering. Wenn man jedoch einige Tipps und Tricks beachtet, kann man dennoch grosse und kleine Erfolge erzielen und Youtube als effizientes Marketing Instrument nutzen.

Hast du auch Erfahrungen als Youtuber gemacht? Welche Massnahmen haben bei deinem Channel am besten funktioniert? Was hältst du von „trashy“ Youtube-Erfolgen? Welche Channels kommen dir in den Sinn wenn du an „eigenartige“ Youtuber denkst? Welches ist dein Lieblings-Youtuber? Was gefällt diesen Videos besonders?

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2 Kommentare

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  1. Jenny Peier | 25.03.2011 15:04

    Danke für den Link, spannender Artikel! Michelle Phan ist da genau auf den richtigen Zug aufgesprungen, denn nach Lady Gaga und co. wird gesucht.

    Zudem haben Youtuber aus 2006 noch den Vorteil, dass es damals schlichtweg noch nicht so viele gab. Wie auch Charlie McDonnell haben sich damals viele Youtuber mit wenig Aufwand gut etabliert (http://www.youtube.com/user/charlieissocoollike).

    Trotzdem finde ich es immer wieder spannend, wer der nächste Youtube-Star wird. Und Michelle Phan werde ich bestimmt abonnieren! 🙂

  2. Robi | 25.03.2011 14:57

    Man kann nicht im Voraus sagen ob ein Video viral wird oder nicht. Dazu gehören verschiedene Faktoren wie beispielsweise Inhaltliche Relevanz, Qualität und auch das Glück im Social Web schön „durchgereicht“ zu werden. Hilft da noch ein bekannter Fernsehsender, Radiosender, Blogger usw., dann ist die Chance durchaus vorhanden. Man kann aber auch schon mit kleinen Brötchen zufrieden sein, kommt halt drauf an, was z.B. das Video bezwecken soll.

    So eine Videoserie wie eure „how to“-Serie hat ihren Zweck sicher auch erfüllt. Hat es doch Videos mit mehreren tausend Aufrufen.

    Der grosse „Wurf“ gelingt nur äusserst selten. Hat es aber einmal bei einem Kanal angehängt, dann wird es ein leichtes sein weitere Kanäle aufzubauen. Siehe Beispiel Michelle Phan. Nachdem ihr YouTube Kanal explodierte hat sie auch noch eine Facebook Seite eröffnet und hat inzwischen über eine halbe Mio. Fans.

    Auf meinem Blog habe ich auch einen Beitrag dazu geschrieben. http://bit.ly/93DQaF

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