Sherlock Holmes 2.0 – Social Media Spionage oder Web-Zensur?

Das weltweite Monitoring des Internets im Überblick Nach den Ereignissen von letzter Woche werden Social Media und nicht zuletzt das Internet in zahlreichen Ländern gross gefeiert. Jedoch hat dies auch zu Reaktionen auf Seiten von Regierungen geführt.

Wenige Tage nach den Aufständen in der arabischen Welt sind sich alle einig, dass Social Media viel zur Selbstbefreiung der Bürger beigetragen hat, da die Netzwerke kaum zu kontrollieren waren. Doch wie bei allem heisst es auch im Internet „andere Länder, andere Sitten“: Während China zensiert, Amerika die totale Überwachung anstrebt, lässt Afrika dem Internet freien Lauf. Dies zeigte sich in den Ergebnissen einer Studie der  OpenNet Initiative, welche letzte Woche eine „Weltkarte der Webzensur“ veröffentlichte.

Als Extrembeispiel der Internetüberwachung gilt China. Im Jahr 2003 wurde dort die Web-Zensur in Form des „Great Firewall“ eingeführt. Kontrolliert wird dieser durch Dr. Fang Binxing, dem 50-jährigen Präsidenten der „Peking University of Posts and Telecommunications“. Binxings Zensur-Apparat filtert das Internet nach Schlüsselwörtern. Wird ein Wort erkannt, wird die Website dahinter blockiert. Letztes Jahr hat sich aus diesem Grund Google aus China zurückgezogen.

Die USA gehen hier weniger restriktiv vor, doch bewegte sich auch dort in den letzten Tagen etwas: Das FBI hat eine Änderung des CALEA, dem Communications Assistance for Law Enforcement Act angefordert. Seit 1994 verpflichtet das CALEA Telekommunikations- und Internet-Infrastrukturunternehmen, Überwachungsschnittstellen für Behörden zur Verfügung zu stellen. Nun will das FBI diese Regelung auf Chatdienste, Mikroblogs und Social Networks ausweiten.

Was ist jedoch das erstrebenswerte Ziel bezüglich der Internetregulierung? In der Studie der OpenNet Initiative fielen unter den Begriff  „Zensur“ zum Beispiel auch das Verbieten von illegalen Filesharing-Diensten und das Blockieren von Kinderpornographie.

Über ein allgemeines Rezept für die ideale Überwachung oder Regelung des Internets ist sich die Welt bisher noch nicht einig. Wir beobachten jedoch gespannt, wie die einzelnen Länder in nächster Zeit auf die aktuellen Ereignisse reagieren und welche Neuerungen auf uns zukommen werden.

Was hältst du von den unterschiedlichen Kontrollansätzen? Welche Regelung würdest du einführen? Was denkst du, in welche Richtung wird die Regulierung in Zukunft laufen? Volle Redefreiheit oder Sicherheitsgewährleistung?

Quellen:

20min.ch – Chinas Chef-Zensor rechtfertigt sich

20min.ch – Weltkarte der Web-Zensur

Spiegel.de – FBI will Abhör-Zugriff auf Social Networks

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3 Kommentare

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  1. Jenny Peier | 1.03.2011 09:03

    @Deindeal: Die Zensur abschaffen scheint mir wirklich nicht die Lösung zu sein. Wie stellst du dir die Entwicklung vor?

    @Linda: eine utopische Idee, aber ich kann mir vorstellen, dass die Regulierungen in Zukunft in diese Richtung gehen werden.

  2. Linda | 28.02.2011 11:15

    Ich denke es hägt stark von den Gesetzen ab und hier muss international noch vielles besser geregelt werden. Mit dem Internet muss man globaler denken. Und wenn sowas mal steht, wäre eine Internetpolizei wie im Offline-Leben wahrscheinlich keine schlechte Idee. Aber da werden vielle Länder wahrscheinlich nicht mitspielen.

  3. Deindeal | 26.02.2011 03:44

    Sehr interessant, aber kann man wirklich etwas gegen die Zensur machen? ich finde es unrealistisch ehrlich gesagt

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