Werbebanner – Wie werden sie in Newsportalen gehandhabt?

Der vorherige Blogeintrag hat mich animiert, einmal die Banner der grossen Newsportale anzuschauen und zu vergleichen.

Der Klassiker unter den Zeitungsportalen ist zweifellos die NZZ. Dementsprechend klassisch kommt auch der Einsatz der Werbung und der damit verbundenen Bannern daher. Die Hauptseite kommt mit einem Banner auf der gewohnten rechten Seite aus. Ansonsten wird der redaktionelle Teil nirgends durch Werbung unterbrochen. Anders auf den Unterseiten. Rechts auch wieder ein Banner. Im redaktionellen Teil ist jeweils ein grosses Fenster, meist mit einem Video-Ad belegt und in der mittleren Spalte mehrere kleinere Fenster mit Text/Bild Anzeigen.  Die Anzeigen fügen sich in den redaktionellen Teil so ein, dass sie nicht gleich als Werbung erkannt werden.  Es kann auch sein, dass nur wenig bis gar keine Anzeigen eingeblendet werden. Obwohl ich mit einer gewissen Banner-Blindness geschlagen bin, nehme ich praktisch alle Anzeigen wahr und bemerke erst beim näheren Ansehen, dass es sich um eine Anzeige handelt.

Der Tamedia Verlag hat vor einigen Wochen die Auftritte von Tagesanzeiger, Berner Zeitung und BAZ neu einheitlich gestaltet. Hier wird man auf der Hauptseite schon mehr mit Werbung empfangen. Grosses Banner über dem Header und rechts eine Spalte für die Werbung. Auch hier kommt die Hauptseite ohne Anzeigen im Content aus. Auf den Unterseiten erscheint im redaktionellen Teil einzig eine Anzeige (auch meist eine Videoanzeige). In der rechten Werbespalte fällt auf, dass vermehrt auf Links zu Publireportagen gesetzt wird. Ich könnte mir vorstellen, dass dies das geeignete Rezept gegen Banner-Blindness ist. Ich finde es als User angenehm, wenn ich auf eine Anzeige klicke und gleich die Informationen erhalte, die ich auch suche. Ausserdem verlasse ich die Site der Zeitung mit diesem Klick noch nicht und es wird mir auch kein neues Fenster geöffnet.

Der Blick hat auf seiner Frontseite erstaunlich wenig Anzeigen. Der ganze rechte Teil bleibt frei. Allerdings nimmt im Content, direkt unter den Schlagzeilen, eine riesige Anzeige ziemlich Platz weg. Sie fällt auch klar als Werbung auf und ich denke, da werden die wenigsten draufklicken. Auf den Unterseiten bleibt es im grossen Ganzen auch bei einer Anzeige direkt unter dem Titel und der Einführung. Wenn man den Artikel lesen will, kommt man an dieser Anzeige nicht vorbei. Da sie aber selten zum Content passen, wird die Klickrate vermutlich ziemlich tief sein.

Das Gratisblatt 20minuten präsentiert sich auf seiner Frontseite ziemlich Werbeüberladen. Rechts wird man von einem floatendem Banner verfolgt, links stapeln sich Text/Bild anzeigen. Im Content hat es dafür nur eine animierte Anzeige. Scrollt man die Seite runter, nimmt auf der linken Seite noch ein AdWords Balken die Verfolgung auf. Auf den Unterseiten fällt das Banner in der rechten Spalte weg, dafür ist ein Banner im Content platziert.

Fazit

Die klassischen Tageszeitungen geben sich wirklich Mühe den User nicht mit Werbung zu bombardieren und dennoch Werbeeinnahmen zu generieren. Die diversen Banner werden meist wahrgenommen und sind auch eher ansprechend. Erstaunlich für mich ist, dass Blick am wenigsten Anzeigen hat, obwohl der Auftritt zu den Sites mit der höchsten Klickrate in der Schweiz gehört. Da finde ich die Banner  und Anzeigen in 20 Minuten schon viel aufdringlicher.
Was denkt ihr? Welches Blatt fährt die bessere Strategie? Wie aufdringlich sollte sich Werbung auf Newsseiten präsentieren, damit sie nicht zum Ärgernis wird? Wie sehen „Userverträgliche“ Banner aus?

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3 Kommentare

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  1. Yves Moret | 7.10.2008 17:54

    @BloggingTom
    Klar ist das auch Werbung. Als Banner oder Inserat würde ich es aber nicht bezeichnen. Immerhin bleibt man dort noch immer auf der Blick-Seite (Mash-up). Ersetzt wohl den Inserateteil von Zeitungen (Wohnungen, Partner etc.)

  2. BloggingTom | 7.10.2008 15:30

    Was die Werbebanner selbst angeht, mag das beim Blick ja zutreffen. Dafür aber sind auf der Startseite einige PR-Geschichten versteckt, die wie ein „normaler“ Artikel angerissen werden. Diese nur knapp deklarierten „Headlines“ (z.B. >>PR >> Scout24 oder >> PR >> EasyForex) würde ich so gesehen aber auch als Werbung bezeichnen.

  3. John | 7.10.2008 14:32

    Die Werbung bei den Tageszeitungen kommt daher wie das Image der jeweiligen Zeitungen. Blick und 20min eher frech, Tagi und NZZ dagegen seriös und nicht sehr aufdringlich. Ich beziehe das auf die Startseite.

    Interessant wären noch die Klickraten der jeweiligen Seiten.

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