Social Media-Kultur schaffen? Nichts ist einfacher!

Wie viele Newsletter, Vorträge und Internet-Beiträge mit Titeln wie „10 goldene Regeln zu Social Media“ u.ä. haben wir in den letzten Jahren erhalten und gelesen? Dabei geht es wiederholt darum WAS man tun sollte, aber betreffend dem Wie halten sich die meisten eher vornehm zurück. Versuchen wir mal einige der Standard-Phrasen aufzugreifen, gleich als erstes die oft gehörte Vorgabe: „Schaffen Sie eine Social Media-Kultur“!

Jeder Unternehmer oder Führungsverantwortliche kennt das Problem: Bestehende Mechanismen, speziell bei der Kommunikation, sind nur sehr schwer zu verändern, bisweilen auch unmöglich. Change Management ist ein Prozess der sich meist über eine längere Zeit hinweg zieht. Wie gelingt es mir also eine Unternehmenskultur zu schaffen in welcher Facebook, Twitter und Youtube ebenso in der Strategie Platz finden wie CI/CD, Webdesign und Wordingvorgaben. Primär ist dabei folgende Grundvoraussetzung zwingend: Das Unternehmen muss bereits die Philosophie verinnerlicht haben dass man soweit möglich und sinnvoll den Austausch und den Dialog mit den Kunden pflegt, diesen auswertet und in konkrete Massnahmen umsetzt. Der Switch von Absenderorientierung zum Dialog muss zum grossen Teil, speziell auch in der Firmenleitung, stattgefunden haben. In der Folge haben drei Punkte unter anderem grosse Bedeutung:
1. Aufklärung: Information ohne Druck und Zwang sicherstellen, um Vor- und Nachteile von Social Networks aufzuzeigen. Speziell Praxis-Beispiele renommierter Firmen wirken hier sehr gut, da man sich gerne an solchen Unternehmen orientiert. Wichtig: Die Unternehmensleitung miteinbeziehen, aber immer so dass diese ihr Gesicht wahren kann und nicht als unwissend dargestellt wird.
2. Anwendungsängste beseitigen: Zumindest ein Minimum an Kenntnissen bezüglich Anwendung und Funktionen müssen vermittelt werden. Erst wer den Mechanismus versteht kann die Wirkung und Möglichkeiten von Social Media – Plattformen wenigstens ansatzweise interpretieren. Kommunikation ist bekanntlich Chefsache, also muss sich hier auch die Führungsetage mal damit auseinandersetzen. Meiner Erfahrung nach werden einige davon dann plötzlich engagierte Twitterer und Facebook-User und lernen XING mal richtig anzuwenden.
3. Interne Kommunikation = externe Kommunikation: Intranet oder Internet, eigene Belegschaft/Mitarbeitende oder Kunden/User. Wir sollten den Dialog auch intern vorleben (z.B. mit Intranet-Kommentarfunktionen oder Rückmelde-Optionen bei Mitteilungen der Geschäftsleitung etc.)

Der Prozess in der Praxis ist natürlich einiges vielschichtiger, schwieriger und mit vielen Rückschlägen und Wiederständen verbunden. Aber man muss irgendwann aufhören die immergleichen Meldungen zu lesen und einfach versuchen, im Unternehmen etwas zu bewegen.

Kennt Ihr die Situation: man zwar wüsste wie man im Internet oder in Social Networks seine Firma noch stärker in Szene setzen könnte, nein müsste, aber man wird von der Führung abgeblockt? Wie seid ihr vorgegangen? Hattet ihr Erfolg oder nicht? Und warum?

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2 Kommentare

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  1. Stefan Rupp | 18.02.2011 07:50

    Es ging mir darum wenigstens einige Punkte, und dabei auch Barrieren, der effektiven Umsetzung aufzuführen. In der Praxis scheitern viele gutgemeinte Ideen dann ja genau an solchen. Mir haben vor allem diese drei Punkte bei den letzten Projekten geholfen, aber mich würden natürlich auch deine Inputs interessieren.

  2. Herbert Peck aka @MwieM | 17.02.2011 06:32

    Dieser Beitrag reiht sich doch nahtlos ein in die „10 goldene Regeln zu Social Media“. Der hilft nun wirklich nicht weiter.

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