Social Media-Soldaten?



Die U.S. Army hat Anfang dieses Jahres ihr offizielles Handbuch modernisiert und das generelle Verbot des Gebrauchs von Twitter und Co. durch neue Guidelines ersetzt. Dies, nachdem erst kürzlich der Internetzugang gänzlich eingeschränkt wurde, um Besuche der Website „Wikileaks“ zu verhindern. Ein Schritt in die richtige Richtung?

Die U.S. Army hat das neue „Social Media Handbook“ für das Jahr 2011 publiziert und damit in der Online-Welt hohe Wellen geschlagen. Nachdem die Armeeleitung erst Ende letzten Jahres den Internetzugang für Soldaten der U.S. Army einschränkte, wurden die Bestimmungen für den Umgang mit Social Media 2011 nun überraschend gelockert. Wenn die folgenden Guidelines beachtet werden, steht der Nutzung nichts mehr im Weg:

  • Die Privatsphäre-Einstellungen müssen auf „nur Freunde“ eingestellt sein
  • Es dürfen keine Informationen über den operationalen Ablauf oder Ortsangaben verraten werden
  • Es wird empfohlen, die GPS-Funktion von Smartphones zu deaktivieren, um „geotagging“ zu verhindern
  • Bei Fotos soll vor Veröffentlichung sichergestellt werden, dass sie keine „heiklen“ Informationen enthalten
  • Es soll gewährleistet werden, dass Familienmitglieder wissen, welche Informationen auf sozialen Netzwerken veröffentlich werden dürfen

Im Gegensatz zur U.S. Army hat sich die Schweizer Armee entschieden, die Regelungen von einer anderen Perspektive her zu gestalten. Seit 2007 ist Filmen und Fotografieren im Militärdienst generell verboten, so dass dadurch entstandenes Material auch nicht auf Youtube oder anderen Plattformen veröffentlicht werden kann.

In der Schweiz werden somit nicht die Plattformen an sich gesperrt, sondern es wird sichergestellt, dass erst gar kein gefährliches Material entsteht. Doch ist eine solche Regulierung noch zeitgemäss? Zum Beispiel könnten durch neue Funktionen, welche teilweise automatisch Feeds von GPS-Systemen in Mobilgeräten beziehen, wie die Facebook-Funktion „Orte, die du besuchst“,  militärische Standorte preisgegeben werden.

Die U.S. Army versucht mit den Guidelines, ihren Mitgliedern den verantwortungsvollen Umgang mit Social Networks beizubringen, anstatt sie davon fernzuhalten, was bisher zu einem positiven Ergebnis geführt hat. Ob die Regelungen langfristig brauchbar sind, steht noch offen. Es zählt hier jedoch der Versuch, mit dem Social Media-Zeitalter schrittzuhalten.

Ist für dich Social Media im Militär ein Muss oder komplett unakzeptabel? Kannst du dir eine Situation vorstellen, wo Social Media entweder sehr nützlich oder höchst gefährlich sein könnte? Brauchst du während dem Militärdienst Facebook und Co.? Hattest du deswegen schon Schwierigkeiten?

Quellen:

http://mashable.com/2011/01/20/us-army-social-media-handbook/,  http://www.20min.ch/digital/webpage/story/10724194, http://www.slideshare.net/USArmySocialMedia/army-social-media-handbook-2011

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