Blick in Google Analytics ist immer für Überraschungen gut

Yves Moret, 27.01.2011 6 Kommentare

In den letzten Tagen haben wir mit unserem Blog ein schönes Beispiel erlebt, wie erhellend ein Blick in die Statistiken von Google Analytics sein kann. Heute will ich an diesem Beispiel erklären, wie die Mechanismen im Web spielen können.

Wir stellten fest, dass wir am Montag fast 45% mehr Besucher auf unserem Blog hatten, als eine Woche zuvor. Da der Montag zuvor im oberen Durschnitt lag, wollten wir natürlich wissen, woher dieser Besucheransturm kam. Als erstes prüften wir mal, welcher Content den so begehrt war. Dabei ergab sich folgendes Bild.

Auf einmal war also ein Artikel sehr gefragt, den wir ziemlich genau vor einem Jahr mal geschrieben haben. Dieser Beitrag war seit der Veröffentlichung alles andere als ein Besuchermagnet. Nun galt es herauszufinden, wie den die Besucher auf diesen Artikel aufmerksam wurden. Dazu konsultierten wir die Zugriffsquellen. Hier ist schon mal ersichtlich, dass wir rund 38% mehr Besucher aus den Google Resultaten und die Anzahl der Besuche aus Facebook von 4 Besuchern auf 267 gestiegen ist. Die Besucher von Facebook lassen sich durch das Thema erklären.

Als nächstes gingen wir der Frage nach, was denn die User bei Google suchten, dass sie dann auf unserem Blog landeten. Dies ist in den Zugriffsquellen unter der Rubrik Keywords ersichtlich.

Auf einmal waren also Begriffe gefragt wie „facebook 4,99“ und „facebook bezahlen“. Auf den Begriff „facebook“ hatten wir schon immer konstant gute Zugriffszahlen, die durch einen anderen Artikel zu Facebook und Datenschutz zustande kamen.

Jetzt wurde schon einiges klarer. Ein Check bei Google.ch und Google.de zeigte, dass der Artikel mit diesen neuen „Renner-Keywords“ durchwegs auf dem ersten Platz in den natürlichen Suchergebnissen von Google erschien. Da bei solchen Keywords keine oder fast keine Adwords erscheinen, haben wir hier viele Google User auf unsere Site gelockt.

Wieso aber suchen die Google User auf einmal nach „Facebook bezahlen“? Hier muss für einmal ein wenig spekuliert werden. Meiner Ansicht nach wurde vermehrt nach solchen Begriffen gesucht, da Anfang Woche das neue Facebook-Credits vorgestellt wurde. Die Leute schnappten den Begriff in den Medien auf und fingen an, bei Google zu recherchieren.

Dieses Beispiel zeigt für mich deutlich, dass es sich lohnt, seine Site nach SEO-Technischen Gesichtspunkten aufzubauen. Es können auf einmal Relevanzen im Inhalt entstehen, die nicht voraussehbar sind. Solche können mit einem SEO-Freundlichem Aufbau der Site ohne zusätzlichem Aufwand aus dem Nichts heraus zu einem wahren Besucheransturm führen. Übrigens, die Besucher, die sich eigentlich für ein anderes Thema interessierten, fanden offenbar dennoch Gefallen daran. Anders lässt sich die durchschnittliche Besuchszeit auf der Seite von fast 5 Min. nicht erklären. Der Artikel wurde also sicherlich gelesen.

Wie benutzt ihr Google Analytics? Habt ihr auch schon solche Effekte festgestellt? Wie immer bin ich gespannt auf euer Feedback in den Kommentaren.

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6 Kommentare

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  1. Christian Leu | 30.01.2011 10:06

    Ich verwende zusätzlich zu Google Analytics immer noch Mint als Statistiktool. Dort schau ich gelegentlich mal im mobilen Webinterface vom iPhone rein. Der Vorteil ist hier, dass man solche Trends sofort erkennt und nicht erst Ende der Woche sieht. Da ich gewisse Artikel mit Amazon Affiliate Links versehen habe kann ich dann auch sehr schnell reagieren.

  2. Yves Moret | 28.01.2011 09:14

    @Sam
    Ich denke mal, dass die Suche von den Besuchern an diesem Tag gar nicht so irelevant zu unserem Artikel war. Immerhin kamen viele Besucher mit „Facebook 4.99“ und ähnlich. Was der Grund war, kann ich nicht genau sagen, könnte aber mit Google Suggest zusammenhängen.

    Dein Artikel zum Datenschutz ist noch immer der tägliche Renner. Mit ausnahme diesen Montag und Dienstag. 😉

    Ich finde die Artikel sollten wir im täglichen Turnus komplett umschreiben. Das Suchverhalten ändert ja schliesslich stündlich. 😉

  3. Sam | 28.01.2011 00:03

    Gut, dass du die Besuchszeit von 5 Minuten noch erwähnst. Sonst hätte ich hier gefragt, was es denn bringt, wenn plötzlich viele Leute, die etwas völlig anderes suchen auftauchen. Gerade bei einem einjährigen Artikel zum Thema Facebook (wie läuft meiner zu Datenschutz eigentlich noch?) ist die Relevanz meist weg, weil sich das System in der Zwischenzeit geändert hat.

    Frage: sollte man alte Artikel vielleicht völlig umschreiben, um sie thematisch den Suchern anzupassen? 🙂

  4. Yves Moret | 27.01.2011 09:47

    Man baut die Site so auf, dass Google diese vollständig und gut indexieren kann. Wenn man gewisse Punkte beachtet und guten Content liefert, sind so Platzierungen in den vorderen Rängen bei den natürlichen Suchergebnissen möglich.

  5. Olivia | 27.01.2011 09:31

    SEO-technischer Aufbau? Was ist das, wie geht das?

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