Microkredite über Kiva.org – Social Web mal anders

Yves Moret, 18.11.2010 4 Kommentare

Mal ehrlich, meist steht in den Social Communities ja das eigene Ich ziemlich hoch im Kurs. Man kann den Begriff „Social“ aber durchaus einmal von der anderen Seite ansehen. Kiva ist eine schöne Plattform, die die Power des Social Web mal ein wenig in eine andere Richtung lenkt.

Kiva hat sich zum Ziel gesetzt, Kleinunternehmer in der 3. Welt und in Schwellenländern den Zugang zu zinslosen Kleinkrediten zu ermöglichen. Dies wird mit Hilfe der Internetuser weltweit umgesetzt. Einmal bei Kiva angemeldet, kann jedermann zum Kreditgeber werden und so die Kleinunternehmer mit Beträgen zwischen 25 und 225 Dollar unterstützen. Die potentiellen Kreditnehmer werden auf der Site ausführlich vorgestellt und man kann seinen Kredit somit selektiv einem bestimmten Unternehmer geben.

Wie es sich für einen zinslosen Kredit gehört, werden sie natürlich nach Erreichung der Kreditsumme über die nächsten Monate wieder zurückbezahlt. Als Kreditgeber erhält man das Geld wieder bei Kiva gutgeschrieben und es steht wieder für neue Kreditvergaben durch den User zu Verfügung.

Kiva selber erlaubt sich für die Administration einen kleinen Prozentsatz für die Administration auf jede Kreditvergabe draufzuschlagen. Wobei dieser Zuschlag auch auf 0 gesetzt werden kann.

Die verschiedenen Kreditgeber können sich auch in Gruppen zusammenschliessen und sich so gemeinsam engagieren und sich gegenseitig zu neuen Kreditvergaben motiveren. So zum Beispiel die Gruppe „Swisstweets„. Sie wurde von ein paar Schweizer Twitterern im Juni 2009 gegründet. Gerade gestern hat sie ihr gestecktes Ziel für dieses Jahr von 40’000 Dollar Kreditvergaben erreicht. Gleichzeitig konnte das hundertste Mitglied begrüsst werden. Natürlich dürfen sich auch gerne „Nicht-Twitterer“ dieser Gruppe anschliessen.

Ich finde Kiva eine gute Sache. Die Plattform gibt mir die Möglichkeit selber zu entscheiden, was mit meinem eingesetzen Geld geschieht. Dazu kommt die Transparenz, die mir gut aufzeigt, wieviel von meinem Geld wirklich dort landet, wo ich es sehen will. Ein Punkt den ich bei vielen wohltätigen Organisationen schmerzlich vermisse.

Was haltet ihr von der Sache? Wäre das nicht einmal ein Versuch wert? Mal einen 25$ Kredit vergeben, statt sich eine iPhone App zu kaufen? Ich würde es toll finden.

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4 Kommentare

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  1. Kai | 21.11.2010 00:04

    Wow, das nenne ich mal sinnvoll! Kann diese Projekt nur empfehlen. Habe mir die Website genauer angeschaut und bin total überzeugt. Endlich mal was sinnvolles :)!

  2. adrian | 19.11.2010 11:36

    Ich bin schon seit längerem dabei! coole sache …
    http://www.kiva.org/lender/amikaro

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