Twitter – Man muss nicht. Aber man kann!

Gestern veröffentlichte Bloggingtom in seinem Blog einen Artikel, in dem es als Quintessenz wieder mal um den Sinn und Unsinn von Twitter geht. Etwas das wohl zum Dauerthema in den Social Networks gehört.

Nach dem Lesen des Artikels beschäftigte mich die Aussage von @Adlersan

Dies ist genau wieder mal der Punkt, wieso Twitter von vielen, die es „sich mal anschauen“ nicht verstanden wird. Was ich twittere, muss nicht unbedingt von mir für wichtig gehalten werden, sondern die Leser (Follower) entscheiden selber, was für sie wichtig ist und was nicht. Es kann nun sehr gut sein, dass die Essgewohnheiten einzelner Twitterer interessanter als die News aus der Feder von @Adlersan sind.

Dies wollte ich wissen und ich startete einen kleinen Versuch.

Das Resultat überraschte mich selber. Den ganzen Tag lang bis um 24:00 wurde zum Thema Essen gepostet, jeweils mit dem Kommentar #essenstweet versehen. Nachzulesen sind die Tweets hier.

Und die Moral von der Geschichte? Nicht immer interessiert die Leute das, was man selber denkt, dass es sie interessiert. Ich war selber überrascht, das die Aktion einen solchen Anklang gefunden hat. Aber dies ist eben Twitter. Für mich ist Twitter in erster Linie ein grossartiges Tool um den Puls der Welt, wie gross sie auch sein mag, umfassend zu fühlen. Dazu gehören halt auch Essgewohnheiten. 😉

Seht ihr das auch so? Oder liege ich da komplett falsch. Ich wills wieder mal wissen.

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14 Kommentare

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  1. Sam | 28.10.2010 16:07

    @Oliver – ja, dafür gäbe es dann zB Spalten nach Hashtag oder Suchbegriff im Twitterclient (TweetDeck etc). Oder halt dem bestimmten PHP-Guru folgen und die Klo-Tweets übersehen. Müsste man können hützutax ;-).

  2. Oliver | 28.10.2010 11:47

    @Sam ich will doch gar nicht alle Tweets lesen. Ich will aber uninteressante Tweets nicht sehen. Mich interessieren vielleich von einem PHP Guru alles rund um PHP aber desshalb muss ich noch lange nicht wissen wann er gerade auf dem Klo sitzt. Daher sollte man nicht Personen folgen sondern guten Tweets.

  3. capo | 28.10.2010 11:44

    @sam for Twitterguru!
    Trifft genau wie man Twitter nutzen muss/soll/gedacht ist.

  4. Journalistin_BS | 28.10.2010 11:41

    Wir alle müssen im Laufe unseres Lebens lernen, mit Medien umzugehen. Eines der ersten Medien, welches uns massiv beeinflusst, ist sicher immer noch das Fernsehen. Im Laufe der Zeit haben wir auch beim Fernsehen gelernt, dass nicht alles wichtig ist, was da läuft. In Anbetracht der vielen Sender wäre es auch gar nicht möglich, alles zu verfolgen.
    Auch beim Mobiltelefon haben wir (hoffentlich) gelernt, dass wir nicht jederzeit und an jedem Ort ein Gespräch annehmen müssen. Die Technik mit Mailbox und Rufnummernanzeige macht es uns sogar bequem, Anrufer auch mal ignorieren zu können.
    Nicht anders ist es bei sämtlichen Social Media. Ich bestimme, was für ich wichtig ist. Das will ich auch keinem Bewertungssystem überlassen. Vorschläge können ja noch hilfreich sein, aber entscheiden will immer noch ich!
    So mache ich es auch bei Twitter. Wenn meine Follower Bullshit schreiben, kann ich es lesen, kann ich es kommentieren, ich kann es aber auch ganz einfach übergehen.

  5. Sam | 28.10.2010 11:07

    @Oliver – „Die Lesequote von Tweets muss extrem tief sein!“.

    Ja! Und genau darum geht es ja. Essenstweets einfach nicht lesen oder zumindest nicht beachten, wenn man sich nicht dafür interessiert (was total OK ist), auch wenn sie in der Timeline auftauchen. Die interessanten Tweets werden schon zu helfen wissen und sich in den Vordergrund drängen (zB weil darauf geantwortet wird, weil sie retweeted werden, weil man nach gewissen Avatars bessere Tweets vermutet etc….).

  6. Sam | 28.10.2010 11:02

    Was Oliver anspricht ist meiner Meinung nach die Urwurzel vieler Missverständnisse rund um Twitter. Wer sich vornimmt, alles zu lesen, was in der Timeline daher kommt, hat schon verloren. Solche Diskussionen habe ich immer wieder mit Leuten, die frisch oder noch nicht bei Twitter sind.

    Da müsste ich mich bei einem Hochzeitsapéro so positionieren, dass ich allen Gesprächen gleichzeitig mithören kann – nicht allzu entspannend.

    Wer nichts verpassen will, wird in der heutigen Informationsflut zu Grunde gehen und in der Klapsmühle enden. Wir müssen lernen, herauszufiltern.

    Die Lösung ist meist nicht, nur noch 50 RSS-Feeds im Reader zu haben und nur 3 Personen zu folgen in Twitter (und sich dann zu nerven, wenn die ganze Timeline mit Tweets von einer Person voll sind), sondern Sieb-Methoden zu finden. Wenn wir das nicht schaffen, sind wir alle besser dran, wenn wir uns selbst den Internet-Hahn zudrehen 🙂 wie die schwarze Liste beim Casino.

  7. Yves Moret | 28.10.2010 10:25

    @Oliver
    Ich kann deine Meinung gut nachvollziehen und natürlich auch akzeptieren. Mir ging es auch lange so, dass ich den Anspruch hatte, alles zu lesen, was die Leute so von sich geben, denen ich folge. Diesem Druck kann man nur ausweichen, wenn man diesen Anspruch fallen lässt. Auch unter 100 Followings gibt es solche mit grossem Output. Auch von diesen muss ich wirklich nicht alles lesen. Anders ist es zum Beispiel im Feedreader. Dort habe ich noch immer den Anspruch, dass ich wenigstens die Headlines der Feeds kurz anschaue, ob was spannendes drunter ist. Aber auch hier, manchmal muss ich einfach wieder reinen Tisch machen und auf „All as read“ klicken.

  8. Oliver | 28.10.2010 10:09

    @Yves
    Ich meine nicht Tweets, welche irgendwelche andere interessant finden, sondern andere, welche einen ähnlichen Geschmack wie du haben und ähnlich bewerten.

    Im Moment geht es nur darum, möglichst viele Follower zu haben. Die Lesequote von Tweets muss extrem tief sein! Denn niemand kann ersthaft mehr als 100 Usern followen und alles lesen. Es wird nur gefollowt um selber ein following zu erhalten.

    „Startwitter“ wie @blogging Tom musste ich für mich wieder entfollowen. Da ich die Tweets wirklich lese war ich durch die Menge seiner Gedankenausstösse total überfordert.

  9. Yves Moret | 28.10.2010 09:58

    @Oliver
    Ich halte ein Bewertungssystem nicht für nötig. Man sucht sich die Followings selber aus und kann diese auch mit Listen „verwalten“. Ausserdem muss ich ja niemanden interessant finden, den andere als interessant einstufen (oder umgekehrt). Twitter gibt dazu ja auch schon Vorschläge, die ich allerdings genau aus den obengenannten Gründen kaum beachte.

  10. Oliver | 28.10.2010 09:33

    Das Twitter-Prinzip ist grundsätzlich falsch. Man sollte nicht Personen folgen sondern guten Tweets.

    Bei Personen die ich gut kenne interessiert es mich vielleicht, was er gerade kocht. Bei anderen interessieren mich nur bestimmte Tweets zu bestimmten Themen.

    Sinnvoll wäre ein ausgeklügeltes Bewertungssystem. Durch häuffiges bewerten von Tweets lernt mich Twitter kennen. Wie die Amazon Buchbewertung. Es gibt Personen-Gruppen welche in bestimmten Gebieten ähnliche Tweets gut finden und diese bekommt man dann zu sehen.

  11. Hans-Dieter Zimmermann | 28.10.2010 09:22

    Zum Post und dem von BloggingTom von gestern kommen mir drei unterschiedliche Assoziationen in den Sinn:

    Grundsätzlich: Twitter ist für mich auch vor allem ein Tool, ‚den Puls der Welt‘ zu fühlen. Nach einem ersten Blick in meine Timeline am Morgen habe ich das Gefühl, mit einigen spannenden, interessanten, langweiligen, … Menschen grad‘ in der Kaffeeküche einen Kaffee getrunken zu haben. Nicht mehr und nicht weniger. Ich erfahre spannendes, belangloses, doofes, wichtiges, witziges, informatives, privates, trauriges, erfreuliches, … – rein subjektiv natürlich. Ich habe das Gefühl zumindest zu erahnen, ja zu wissen, was läuft bei denen, die mich interessieren. Wenn man eine Zeit lang bei Twitter dabei ist läuft sehr viel Kommunikation zwischen den Zeilen ab – oder in Kombination mit FB, Blogs, persönlicher Kommunikation, etc.- , ohne Kontextwissen erscheinen einem die Tweets manchmal durchaus ‚doof‘. Ohne den entsprechenden Kontext der #essenstweets gestern kann man das wohl sehr einfach nachvollziehen …

    Zu den #essenstweets: Im Jahr 1988 (!) habe ich als Student ein Auslandspraktikum bei Siemens in Südafrika gemacht, vor dem Web, vor dem (öffentlichen) Internet. Aber Siemens hatte natürlich bereits ein eigenes globales Netz, über das es auch etwas wie Chat gab. Und was hat die Leute in Johannesburg von ihrem Kollegen in München und Erlangen interessiert? Was machen die Kinder, wie ist das Wetter – und was gibt’s bzw. gab’s heute in der Kantine zum essen! Ein Urgestein der #essenstweets?

    Und zur Nützlichkeit im allgemeinen: Ein Marketing Prof. hat mir im Studium einmal sinngemäss gesagt, dass 50% der Ausgaben für Kommunikation unnütz seien – dumm nur, dass man nicht weiss, welche 50% … Das ist heute mit Social Media nicht anders.

  12. Yves Moret | 28.10.2010 09:12

    @Thomas Hutter
    Das ist eben dies, was Twitter ausmacht. Jeder kann daraus ziehen was er sucht. Wenn mich Belanglosigkeiten stören, kann ich sie einfach überlesen. Mir ist allerdings wichtig, dass ich dort auch noch spüre, dass ich es mit Menschen zu tun habe. Das hilft mir auch, die Relevanz von Informationen der Leute zu bewerten. Dies ist für mich der wesentliche Unterschied im Vergleich zu „nackten“ RSS-Feeds.

  13. Thomas Hutter | 28.10.2010 08:58

    Danke für den Artikel. Mir geht es anders, ich nutze Twitter für die Informationsbeschaffung / Informationsübermittlung, das tägliche Gelaber vieler Leute auf Twitter interessiert mich nicht, weder über Essen, noch wo Einkaufen, welche Bar, wie viele Kaffees etc., möglich das ich in diesen Dingen asozial bin, aber irgendwie geht es mir ganz gut so asozial. Meine Timeline ist alleine mit den für mich interessanten Themen voll genug, so dass Tools in der Regel das „Wichtige“ heraussortieren. Twitterer mit zuvielen „Bullshit-Tweets“ werden von mir in der Regel „entfollowt“.

  14. capo | 28.10.2010 08:18

    Twitter ist ein Universum das ich nicht mehr missen will. Ich kann für mehrere stunden teilhaben oder auch für tage weg bleiben (was zugegebener massen selten passiert). Ich bin an Menschen, und nicht an deren Funktionen interessiert.
    Werde immer mal wieder gefragt: „Du kennst du einen bei Namics, INM, Stadt St. Gallen oder so auf Twitter“ Darauf antworte ich meistens „Ist mir egal wo die leute arbeiten, ich followe den leuten nicht weil sie CEO/CFO/CIO oder was auch immer sind, Ich followe leuten die ich gerne lese“

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