digg – das Urgestein am Ende?

digg – der Inbegriff des Social Bookmarking könnte schon bald Geschichte sein. Die Seite, die statt eines glamourösen Neustartes mit neuem Look & Feel und zusätzlichen Features eher eine Bruchlandung hinlegte, hat sich bei den Usern immer unbeliebter gemacht. Nachdem der CEO Stuhl mehrmals neu besetzt wurde, könnte es sein, dass der Gründer Kevon Rose das Projekt komplett abschreibt.

Ein Urgestein ist digg.com sicherlich, denn der Service wurde im Dezember 2004 gestartet, ein wahrhaft biblisches Alter im Web 2.0. Promoted hatte Rose es auch über seine WebTV Show digg Nation, in der die Hypes der Internetwoche zusammen mit seinem Co Host Alex Albrecht vorgestellt wurden. Auf der Höhe des Traffics und Popularität gab es ein Angebot von 80 Millionen Dollar, das vom Aufsichtsrat abgelehnt wurde. Die Gründe wurden nie offiziell kommentiert, man munkelt aber zur selben Zeit in 2008 hätte es einen „beinahe Deal“ mit Google gegeben.

Seither ging es stetig bergab und mit dem Release 4 kam nicht die grosse Rettung sondern grosser Unmut. Das Wegfallen von beliebten Features und die Einführung von anderen populären brachte so manchen User auf die Palme. Denn alles hatte den Anschein, dass man sich mehr nach den Wünschen von Venture Capital Gebern richtet, statt sich selbst treu zu bleiben: Die Macht der Masse zu überlassen, was Top und was Flop ist im Web.

Auf der Techcrunch Disrupt Konferenz Ende September erklärte Rose dann öffentlich, er sei ausgebrannt und sehe sich nicht mehr als Teil von DIGG zum Ende des Jahres. Was DIGG bei all den vorhandenen Problemen noch sein wird ohne den Gründer ist schwer vorstellbar.

Damit wäre der Kevin Rose der nächste grosse Kopf der dieses Jahr die Sachen hinschmeisst. Im Sommer sorgte Alex Bogusky für einen riesen Wirbel, mit der Nachricht, er werde sich nicht nur von CP+B Group trennen, sondern sich ganz aus der Werbung zurückziehen – der Mann, der von der ganzen Fachpresse als der Elvis der Werbung gefeiert wurde, als das grosse Talent und die grosse Hoffnung im Marketing 2.0.

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2 Kommentare

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  1. Markus Pfeisinger | 6.10.2010 16:58

    Nie werde ich die Podcasts von diggnation http://revision3.com/diggnation/ vergessen. Kevin Rose und Alex Albrecht erinnerten mich immer wieder etwas an Grissemann&Stermann, nur dass sie nur dass sie statt Wein ununterbrochen Bier tranken.

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