Der Digg-Relaunch

Damals – als Social Media noch keinen Namen hatte und alle rumrätselten, was Web 2.0 denn so alles beinhalten könnte – wurde Digg geboren. Damals war vor fünf Jahren. Und damals hatte Digg Grosses vor.

Das Prinzip von Digg war einfach: User schlagen Blogposts oder News vor, und je mehr User diese gut finden, desto höher landen die Artikel im Ranking. Die User fanden diesen Service nie besonders spannend und pushten ihre Links lieber über Twitter und Facebook, weil sie dort Feedback aus ihrem persönlichen Netzwerk bekommen. Bei Digg geht es viel unpersönlicher zu und her. Und wer ist heutzutage schon gerne anonym?

Das Umdenken der User hat auch den Gründer von Digg, Kevin Rose, inspiriert. So hat er seinen Dienst kurzerhand relaunched. In Zukunft kann man Artikel auf der Ebene von Freundesnetzwerken empfehlen. Doch wird das reichen?

Matthias Schwenk vermutet in seinem Blogpost:

Die Zukunft gehört vermutlich Clients, die wissen, wo ihre Besitzer gerade sind und was diese tun, so dass sie ihen in Abhängigkeit von solchen Rahmendaten Nachrichten teils direkt aus bestimmten Medien zuführen können, teils gefiltert aus den Empfehlungen in Social Networks.

Solche Dienste setzten aber nicht nur die Verbindung zu Social Networks und einem breiten Set an Inhalteanbietern voraus, sondern auch das Wissen um sehr persönliche Daten, so dass darauf bezogen dannn auch wirklich relevante Nachrichten bzw. Medieninhalte empfohlen werden können.

Was für mich fehlt, ist einfach die Dynamik. Was bringen 1000 Diggs, wenn man auch ehrliches Feedback von 3 Personen aus dem eigenen Netzwerk bekommen kann?

Was denkst du? Wird Digg nochmals aufleben oder irgendwann im Nirvana versinken, so wie es MySpace bald tun wird?

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2 Kommentare

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  1. Yves Moret | 28.07.2010 15:13

    Ich denke auch, dass Digg nicht genug Mehrwert bietet. Twitter und Facebook haben sich in diesem Bereich schon zu fest etabliert.
    Z. B. der Google Reader bietet ja schon länger die Funktion, seine Artikel den Freunden zu empfehlen. Erst durch Google Buzz ist hier ein wenig Schwung rein gekommen. Aber dennoch lebt das Ding nicht richtig. Zu gross ist der Druck von Facebook und Twitter. Macht ja auch kein Sinn, seine Empfehlungen durch x Freundesnetzwerke zu schleusen, zumal sich die Freundeskreise meist überschneiden.

  2. Dorothea Heymann-Reder | 28.07.2010 14:43

    Ich glaube nicht, dass das reichen wird, um Digg wieder aufleben zu lassen, denn es ist ja nichts fundamental Neues, Artikel auf der Ebene von Freundesnetzwerken empfehlen zu können. Da steckt für die User nicht genug Mehrwert drin. Es wird schwierig sein, Twitter und Facebook auf dieser Ebene den Rang abzulaufen.

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