Google Me: Erneuter Anlauf zum Sprung in die Social Networks

Seit geraumer Zeit versucht Google mit eigenen Diensten in den Social Networks Fuss zu fassen. Bisher leider eher vergeblich. Orkut war, ausser in Brasilien nie der Renner, Google Wave scheiterte am Konzept, das wohl nur die wenigsten wirklich zu nutzen wussten und Google Buzz ist mittlerweile zu einem Mashup von Google-Reader Empfehlungen und Twitter verkommen. Der richtige Reisser fehlt noch immer. Nun verdichten sich die Zeichen, dass unter Hochdruck an „Google Me“ gearbeitet wird.

Am letzten Wochenende veröffentlichte Kevin Rose (Gründer von Digg) folgenden Tweet, der aber inzwischen wieder gelöscht wurde:

Mehr zu sagen hatte dann am Montag darauf Adam D’Angelo über sein von ihm selbst gegründeten Frage-Antwort Portal. D‘ Angelo war vorher im Technikvorstand von Facebook vertreten. Er äusserte sich dahingehend, dass Google Me tatsächlich ein Projekt bei Google ist, an dem viele Leute mit oberster Priorität arbeiten. Google habe verstanden, dass sie ein vollständiges und erstklassiges soziales Netzwerk, nach dem Vorbild von Facebook benötigen. Google hatte das Wachstum von Facebook schwer unterschätzt und bekommt nun langsam kalte Füsse.

Warum Google einen Facebook Klon braucht

Google leidet zunehmend daran, dass sich immer mehr des Lebens im Web in geschlossenen Communities à la Facebook abspielt. Dort verpassen die Google Spider sämtliche Informationen, die nur den Nutzern der ensprechenden Communities vorbehalten bleibt. Die führt zu einer immer grösseren Lücke im Google Index. Dieser Umstand sorgt dafür, dass Google immer weniger das Ziel erreicht, das ganze Web in ihrem Index abzubilden.

Wie müsste Google Me aussehen, um Facebook die User streitig zu machen?

Google könnte Facebook komplett klonen. Viele Dienste die Facebook bietet, hat Google ja bereits ähnlich im Portefeuille. Was meiner Meinung nach aber auf keinem Fall kopiert werden darf, ist die ganze Geschichte mit der Datenhoheit. Gerade jetzt mit den vielen Datenschutzdiskussionen rund um Facebook, gieren ein guter Teil der Facebook User nach einer Alternative, mit der die Daten wirklich beim User bleiben. Wenn Google es jetzt noch hinkriegen würde, dass man seinen Account mit allen seinen eigenen Inhalten mit ein paar Klicks exportieren könnte und woanders wieder importieren könnte, dann wäre wohl der Traum einiger Facebookuser erfüllt.

Google wird es sehr schwer haben, Facebook die User abspenstig zu machen. Das grösste Problem wird der Umstand sein, dass die User Facebook die ganzen Inhalte überlassen, wenn sie das Netzwerk verlassen. Dies beinhaltet natürlich auch das ganze „Freundenetzwerk“. An diesem Punkt braucht Google gute Argumente, um die Facebook User abzuwerben. Wer will den seine Community in mehreren gleichen Netzwerken parallel pflegen?

Was meint ihr, was muss Google bringen, damit ihr Facebook untreu werdet?

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