Der soziale Klebstoff

Ein Experiment zeigt, dass Interaktionen im Web für das Hirn den gleichen Effekt haben wie ganz persönliche Beziehungen. Es spielt keine Rolle, wie weit weg von seinen Freunden man sitzt.

Der Neuroökonom Paul Zak hat entdeckt, dass die Nutzung von Social Media die Ausschüttung von Oxytocin begünstigt. Das Hormon Oxytocin wird unter anderem bei der Geburt freigesetzt und beeinflusst unsere sozialen Interaktionen.

In einem nicht repräsentativen Experiment wurde festgestellt, dass die Oxytocin-Konzentration im Blut einer Testperson um 13.2 Prozent stieg, während sie twitterte. Gleichzeitig wurden Stresshormone abgebaut. Doch diese Ergebnisse sind vorest noch mit Vorsicht zu geniessen.

Ein australisches Experiment zeigt zudem auf, dass Leute mit einem grossen Freundeskreis länger leben als solche mit einem sehr kleinen. Noch eine andere Studie wiederum kam zum Schluss, dass Menschen, die viele Freunde haben, weniger oft krank sind. Auch hier spielt die Entfernung gar keine Rolle. Wissenschafter Zak weiss, dass das Hirn keinen Unterschied macht, ob die Interaktion persönlich oder elektronisch abläuft. Die Wirkung ist dieselbe.

Sollte sich das Experiment von Zak in einer repräsentativen Studie bestätigen, könnte das eine wichtige Erklärung dafür sein, warum Menschen so rasch in Facebook reinfallen und sogar süchtig danach werden. Verlieren sie den Zugang zum Internet, kommt das für sie dem Verlust von Freunden und Familien gleich.

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1 Kommentar

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  1. Daytrader | 5.07.2010 12:53

    Ich würde gerne mal die Version Mensch anno 3500 sehen.. kleine, zerbrechliche Körper, riesige Finger zum tippen und im Kopf einen implantierten Facebook-Chip.

    So kann dann Google während wir schlafen unsere Träume mit AdSense plakatieren 🙂

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