Twitter Annotations – Zukunft zum greifen nah

Die Nachricht über die neue Funktion Twitter Annotations ist endlich mal wieder ein update, dass einen wirklich grossen Schritt nach vorne verspricht. Hier kurz ein paar Anmerkungen was wir erwarten dürfen: Die Hochzeit von Real Time Meldungen und Sematic Web.

Twitter Annotations

Was es erst einmal bedeutet ist, dass in Zukunft Tweets mit Metadaten versehen werden können, um so die Zuordnung und Auswertung der Inhalte enorm zu verbessern. Diese Metadaten werden aber nicht innerhalb der 140 Zeichen vergeben wie die Hashtags bisher, sondern in separaten Feldern.

Twitter hat angekündigt den Ausbau des Systems völlig offen zu lassen und nur die Basis zu bilden. Was die Entwicklergemeinde daraus macht, überlässt man ihnen. Erste Ideen wurden aber schon präsentiert. In Verbindung mit dem RDF Modell (Resorce Description Framework) aus der Entwicklung des Semantischen Web könnte man in Zukunft erstaunliche Informationen aus dem endlosen Datenstream ziehen.

Definiert man zum Beispiel Felder wie: Ort / Location / Musik / Bewertung, so kann ich mir Beispielsweise anzeigen lassen, wer gestern in Zürich in der Maaghalle ein Rock Konzert gesehen hat und es toll oder miserabel fand.
Wertet man dazu noch aus, wo die Twitterer leben, wie alt sie sind und welchen Geschlechts, dann kann man gezielte Aussagen darüber machen, dass die männlichen Landeier zwischen 40 und 50  das Konzert toll fanden, die 20 jährigen Mädels aus der Stadt es furchtbar fanden.

Ausserdem können über die Annotations auch externe Quellen verlinkt werden. Zeige mir alle Freunde die gerne ins Kino gehen, die Top 10 Lieblingsfilme und zeige mir gleich die Trailer dazu.

Schon bei kurzem Nachdenken (oder Rumspinnen) merkt man, welche gigantischen Möglichkeiten sich dort auftun können.

Ich bin extrem gespannt, was die Entwickler Community daraus macht. Allerdings hat die völlig offene Haltung von Twitter auch einen Haken: Wenn alle sich anhängen können und daraus machen was immer sie wollen, gibt es auch keinerlei Standardisierung. Was schnell bedeuten kann, dass wissenschaftliche Anwendungen und Auswertungen schwierig werden, weenn es kein übergreifendes, gültiges System gibt.

Was denkt ihr könnte man alles mit diesem neuen Feature von Twitter erreichen?

Weiterempfehlen

image description

Kommentieren

4 Kommentare

image description
  1. Dirk Worring-Ramstoeck | 30.06.2010 16:42

    Sam Du triffst mal wieder den Nagel auf den Kopf. Hätte die Angst gesiegt, gäbe es z.B. es jetzt bestimmt keine 100 Millionen Twitter Nutzer und ich würde hier gar nichts über Annotations schreiben müssen. 🙂

  2. Sam | 30.06.2010 14:43

    Man kann jetzt schon schreien „Überfluss, Spam, Chaos“ oder mal die Kinderkrankheiten durchleben und nach der anfänglich hektischen Zeit sehen, was sich etabliert hat, was Mehrwert geschaffen hat, und eben was nicht. Das war vor 2010 schon immer so – wenn man Angst vor der negativen Auswirkungen hat, wird man keinen Schritt tun. Ich bin deshalb auch gespannt, wie diese neuen Änderungen die Twittersphäre verändern werden. Spannend!

  3. Dirk Worring-Ramstoeck | 30.06.2010 11:27

    @Patrick: Du hast natürlich recht, man kann alles so oder so benutzen. Und es wird spannend sein wie Twitter nach den ersten Erfahrungen damit umgeht (oder überhaupt reagiert). Technisch eine Wunderwaffe, wie die Waffe dann genutzt wird auf Anwenderseite wird man abwarten müssen.

  4. Patrick Matsumura | 30.06.2010 09:01

    Jede glänzende Münze hat zwei Seiten. Natürlich ist es schön, dass Entwickler sich „austoben“ können. Es wird auch für viele ein echter Mehrwert generiert.

    Allerdings gibt es auch solche, die das einfach missbrauchen (Spam). Das geht dann in die Richtung SEOO (Search Engine Over Optimization). Jeder wird versuchen mit „seinen“ Metadaten irgendeinen Platz 1 zu ergattern. Die Leidtragenden werden die Twitteruser sein, die dann nicht mehr wissen, was „relevant“ ist und was nicht.

    Auch finde ich, dass es den eigentlichen Grundgedanken, Informationen mit max. 140 Zeichen zu teilen, zerstört.

    Bin gespannt, wo es hingeht…

Kommentar schreiben

Please copy the string SKU8BS to the field below: