Trends im Online-Journalismus

Im Web brodelt es: Selten war es so einfach, Texte, Audiobeiträge oder Bilder zu verbreiten. Darauf wird auch der Online-Journalismus reagieren müssen.

Bereits im letzten Blogpost zum Thema Social Media Newsroom wurde klar: Unternehmungen müssen ihre Kommunikation an die Realität 2.0 anpassen. Denn: die neue Medienwelt ist interaktiv und kollaborativ. Die Informationen fliessen nicht mehr nur unilateral vom Journalisten zum Rezipienten. Der Journi verliert nach und nach seine Gatekeeper-Funktion. Und die User erschliessen sich Wissen über nutzergenerierte Inhalte.
Doch genauso, wie sich Firmen an diese Entwicklungen anpassen müssen, werden sich auch die Journalisten und Medienunternehmen neu erfinden müssen – als Anpassung ans Web 2.0.

Die Nachricht wird mich finden
«Wenn die Nachricht wichtig ist, dann wird sie mich finden», zitierte die New York Times im März 2008 einen Studenten zum Thema Journalismus im Web 2.0. Diese Aussage bringt die Entwicklungen, auf die es zu reagieren gilt, auf den Punkt. Doch was müssen die Medien leisten, um den neuen Erwartungen der User gerecht zu werden?

Die neue Form der Partizipationskultur im Internet verlangt von den Medienunternehmen grundlegende Änderungen des traditionellen Einbahnstrassen-Status. Sicherlich tun die Medienunternehmen grundsätzlich gut daran, „Share-Funktionen“ einzubauen – egal ob bei Videoclips oder Zeitungsartikel. Des Weiteren sollten sie sich in bestehende soziale Netzwerke einbringen oder idealerweise selber zu sozialen Netzwerken werden.
Auch sollte der Tatsache Rechnung getragen werden, dass User vor allem den Empfehlungen aus ihren persönlichen Netzwerken vertrauen und folgen. In den USA führen mittlerweile mehr Links von Facebook als von Google auf Nachrichten-Websites. Zudem weckt das Echtzeitnetz Erwartungen beim Nutzer, die dann auf klassische Medien übertragen werden.

Dementsprechend werden sich natürlich auch die journalistischen Darstellungsformen anpassen. Will heissen, die klassische Berichterstattung in Form von Artikeln wird durch Blogs, Videoplattformen, Audio-Slideshows, Augmented Reality, Datenvisualisierung oder Geotagging ergänzt. Da wird es der traditionelle Print-Journalismus über kurz oder lang schwer haben, sich gegen diese Art von News-Konkurrenz zu behaupten.

Und was glaubt ihr, wird sich der Online Journalismus den Print Journalismus irgendwann vollkommen ersetzen?

Weiterempfehlen

image description

Kommentieren

2 Kommentare

image description
  1. Marcel Bernet | 10.05.2010 08:41

    Ich glaube, dass der traditionelle Journalismus eine Zukunft hat – im Sinne von: Analyse, Herstellung von Zusammenhängen, kurzes und verdichtetes Darstellen von Fakten. Obs das in 10 Jahren noch auf Print geben wird – wir werden sehen. Und ganz klar beeinflussen Online-Möglichkeiten diesen «traditionellen» Journalismus. Wir werden immer mehr Spielformen von News, Meinung und Daten erleben. Und uns das rauspicken, was unseren Interessen entspricht. Amerikanische Studien zeigen übrigens, dass Meinung klar im Vormarsch ist: http://bernetblog.ch/2010/03/19/die-zukunft-des-journalismus-weniger-geld-mehr-meinung/

  2. Gast | 9.05.2010 21:52

    ..kann ich nur bestätigen. Siehe speepo.com
    Onliene Kommunikation der einfachsten Art, die ich je im Netz gesehen habe.

Kommentar schreiben

Please copy the string MGHtAM to the field below: