Der Krieg geht weiter!

Facebook und ein ungeschickt agierender Konzern führen den ersten Krieg, der in die Geschichte des Web 2.0 eingehen wird. Alles begann mit diesem Video von Greenpeace – Dirk hat hier schon darüber geschrieben. Doch was lief genau ab?

Innerhalb weniger Tage verbreitete sich das Greenpeace-Video tausendfach. Greenpeace hat die Botschaft, dass Nestlé nicht ganz tierfreundliches Palmöl für KitKat verwendet wird, auf dem Youtube-Kanal und den eigenen Seiten verbreitet. Auf Facebook wurde es frech auf der offiziellen Fanseite von KitKat gepostet. Nach dem Nestlé reklamiert hatte, nahm YouTube den Spot vom Web. Der Konzern monierte „Urheberrechtsverletzungen“, setzte damit aber einen Sturm der Entrüstung in Gang. Aus KitKat wurde „Killer“. Auch die KitKat-Fanseite auf Facebook war vorübergehend nicht mehr erreichbar, damit all die bösen Kommentare der User gelöscht werden konnten. Das war wohl genau der Auslöser, der für die noch raschere Verbreitung des Spots gesorgt hat.

Ohoh. Das sind ein paar der grössten Fehler, die man im Social Media-Bereich machen kann. Ein Video auf YouTube sollte man nicht löschen lassen. Damit springt man schon ein erstes mal von der Brücke. Der zweite Sprung folgte dann mit der Zensur auf Facebook. Nestlé selber hat dann noch auf ihrer eigenen Facebook-Page folgenden Satz gepostet: „Thanks for the lesson in manners. Consider yourself embraced. But it’s OUR page, we set the rules, it was ever thus.“ Und der dritte Sprung: Nestle hat die Diskussion auf ihre Corporate Webseite umgeleitet – anstatt sie dort zu führen, wo sie stattfindet.

Dass nach dem ersten Krieg ein zweiter folgen wird, wissen wir alle ganz genau. Dass dabei auch wieder die sozialen Plattformen eine tragende Rolle spielen werden, ist auch klar. Letzte Woche haben sich Greenpeace-Aktivisten vor der deutschen Nestlé-Zentrale in Frankfurt positioniert. Auf einer Leinwand sind alle Tweets, die über den Greenpeace-Kanal eingehen, zu sehen.

Der Clou: Mittlerweile werden auch Stimmen laut, die sagen, Greenpeace missbrauche das Web 2.0, indem die Organisation Propaganda ohne Rücksicht auf Verluste mache. Greenpeace nimmt diese Kritik ernst. Schliesslich wollen sie nicht vom Jäger zum Gejagten werden.

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4 Kommentare

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  1. Patrick Matsumura | 26.04.2010 09:08

    Greenpeace ist bekannt für „Werbe“-Skandale. Sie versuchen immer auf sehr plastische Weise ihre Ansicht zu vermitteln. Es hat auch bisher immer geklappt. Das einzige, das sich ändert, ist das Medium. Man wählt heute das Internet, weil es zum einen „kostenlos“ ist und zum anderen muss man niemanden (Fernsehsender) davon überzeugen, die Botschaft auszustrahlen. Ausserdem „trifft“ man seinen „Feind“ sehr schnell und direkt – und zwar genau wo man es möchte.

  2. Adrian | 26.04.2010 08:49

    Und trotzdem wird Nestlé wohl auch bei der nächsten BMK wieder ausgezeichnete Zahlen präsentieren zu können. Denn der Solidarisierungs-Klick ist schnell gemacht, der Verzicht auf’s geliebte Produkt im Regal wohl eben nicht …

  3. Thomas Hutter | 26.04.2010 08:47

    Das Greenpeace/Nestlé Thema ist mittlerweile bereits ziemlich abgelutscht, Nestlé hätte auch ohne initiierende Löschung des Youtube Videos schlicht und einfach den Kürzeren gezogen.

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