Menschen bewerten

Es kommt, wie es kommen muss. Buch- und Restaurantkritiken gibt es seit langem online. Nun soll es so ein Bewertungsportal auch bald schon für Menschen geben. Unvarnished (zu deutsch: ungeschminkt) will aufrichtiges Online-Feedback über Personen ermöglichen.

Das Prinzip ist einfach: Ein Mitglied des Klubs der ungeschminkten Besprecher legt ein Profil über eine Person an, so wie man Wikipedia Seiten über Themen anlegen kann. Dann werden andere eingeladen, zu dieser Person und ihrem Profil ihren Senf abzugeben – quasi ein Marktplatz des Reputationsmanagements. Hinter dem Startup stehen eine Reihe von Silicon-Valley-Veteranen, die von eBay, dem Netzwerk LinkedIn und dem Softwarehersteller VMware kommen.

Wieder mal etwas, das zum Scheitern verurteilt ist. Denn wen immer eine schlechte Bewertung trifft, der hat keine Wahl. Weder Profil noch Kommentare können von der „ungeschminkt besprochenen“ Person geändert oder gar gelöscht werden. Dies wäre, sagt einer der Betreiber von Unvarnished, gegen das Prinzip des ehrlichen Feedbacks: Auch ein Restaurant könne sich nicht aussuchen, wie die Kritik darüber ausfällt.

Der Autor des Profils sowie der Kommentare geben sich nicht mit ihrer wahren Identität zu erkennen, sondern sie signiren unter Bildschirm-Pseudonymen. Die Anmeldung zu Getunvarnished.com, sobald die Seite öffentlich zugänglich sein wird, erfordert eine Facebook-ID. Allerdings kennen nur die Betreiber den Zusammenhang zwischen Pseudonym und wirklicher Identität. Die Anmeldung mit realer Kennung soll die Benutzer zu Fairness anhalten, sagt der Gründer des neuen Portals, auch wenn sie in der Folge anonym bleiben.

Wollen wir mal schauen, wie lange dieses Netzwerk überlebt. Gerade in den USA, wo sowieso jeder wegen allem verklagt werden kann – wird es räbeln! 🙂 Oder sähest du es gerne, wenn über dich im Web stehen würde, dass du inkompetent bist usw.?

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7 Kommentare

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  1. Mateo Freudenthal | 8.02.2011 05:14

    Ein interessanter Ansatz Menschen zu bewerten bieten Rating Networks. Im Grunde handelt es sich dabei um Verschmelzungen sozialer Netzwerke mit Bewertungsportalen. Du kannst dir ja mal http://www.reeple.net anschauen, ein Versuch der vor kurzer Zeit online gegangen ist!

  2. Matthias | 22.04.2010 12:36

    Ich brauche es nicht und viele andere Leute auch nicht. Wenn man Hotels und Restaurant bewertet oder andere Produkte ist es ok, da nachvollziehbar. Ich sehe diese Sache eher als Möglichkeit für Online-Mobbing und daher auch angreifbar und zukünftig nur so mit Verleumndungsklagen überhäuft zum Scheitern verurteilt.

  3. Robert | 18.04.2010 17:38

    Welche Probleme aus solchen Portalen entstehen können, kann sich hier jeder selber ausrechnen.

  4. ORM | 14.04.2010 11:48

    Das ruft ja nur so nach neuen Kunden fürs Online Reputation Management 🙂 Gut für Dienstleister wie uns!

  5. Chris W. | 13.04.2010 09:03

    Wer weiss? Brauchts den gefällt mir Button in Facebook?

  6. Christina Schmid | 13.04.2010 08:57

    Ich bin sehr gespannt was die Seite in Zukunft bringen wird. Brauchts die überhaupt?

  7. Chris | 13.04.2010 08:48

    Es wird aber sicher auch die andere Seite geben. Die, die schauen, dass darin gute Kommentare stehen…

    Also ein zweischneidiges Schwert. Aber wer hätte schon gedacht, dass Facebook mal Erfolg haben wird. Wer weiss also was hier passiert…

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