Social Media auf dem Teller

Letzten Sonntag war ich mit ein paar Freunden aus. Genauer gesagt haben wir uns für ein Nachtessen im Hiltl in Zürich verabredet. Das Hiltl ist DAS vegetarische Restaurant in Zürich und ich war bis anhin immer sehr zufrieden.

Das Hiltl ist in Sachen Social Media schon sehr gut unterwegs. Dies ist unter anderem daran zu sehen, dass auf ihrer Webseite aktiv mit Facebook & Twitter geworben wird. Der zweite grosse Posten ist die unübersehbare Twitterwall beim Eingang ins Restaurant. Wer das Hiltl betritt, wirft zuallererst ein Auge auf diese Wall – und genau um die geht es nun hier.

An diesem besagten Sonntag war ziemlich viel los im Hiltl. Der reservierte Tisch war noch gar nicht gedeckt. Als wir uns dann setzten, wurden wir sofort bedient. Die Getränke kamen innert Minuten. Doch auf das Essen mussten wir geschlagene 50 Minuten warten, und dann waren erst noch drei von vier Mahlzeiten kalt: Ein Schnitzer, der sich das Hiltl nicht erlauben darf. Da ich sowas noch nie im Hiltl erlebt habe, nahm mich schon Wunder, was denn los war.

So platzierte ich am Tag darauf frech folgenden Tweet auf der unübersehbaren Twitterwall:

Nur drei Stunden später bekam ich eine Gegenfrage auf meinen Tweet:

Ich antwortete natürlich auch wieder sofort, dass es im Restaurant um 19 Uhr rum war. Darauf kam postwendend die Antwort, dass es abgeklärt wird.

Am Tag drauf fragte ich nochmals via Twitter den aktuellen Status nach. Wieder musste ich mich einige Stunden gedulden. Doch dann rang folgender überraschender Tweet durch das Web:

Meinen Augen glänzten und ich war natürlich sofort begeistert. Nicht wegen dem Gutschein, sondern weil sie es sich wirklich zu Herzen genommen haben, dass da Gäste sind, die eigentlich gerne kommen, aber nicht ganz zufrieden waren.

Also liebes Hiltl – von mir bekommt ihr die Bestnote für das, was ihr mit Social Media anstellt.

Habt ihr auch schon Ähnliches erlebt?

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3 Kommentare

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  1. Tom | 6.04.2010 10:05

    Hut ab! Ich denke nicht das das ausgenutzt wird die Mehrheit der Leute will nicht destruktiv sein sonst würde z.B Wikipedia nie funktionieren.

  2. Chris | 6.04.2010 09:08

    Ich befürchte einfach, dass dies ausgenutzt wird. Über Twitter beschwert man sich mal schneller als über den Kellner. Und der grosse Vorteil dabei ist noch, dass derjenige, der die Twitterwall liest auch noch jemand ist der was sagen kann.

    War letztens in einem Zürcher Cafe/Bistro in der nähe vom Bahnhof und der Poulet-Fitnessteller war ungeniessbar. Der Kellner entschuldigte sich nur und meinte, dass sei nicht besser zu bewerkstelligen in der kleinen Küche…

  3. anneo77 | 6.04.2010 08:51

    Sowas ist – meiner Meinung nach – eine Rarität in der Restaurantlandschaft. Hut ab, da gehen die wirklich mit gutem Beispiel voran.

    Ich für meinen Teil kenne das aus Deutschland eigentlich kaum. Im Gegenteil – man fühlt sich schon fast schuldig, wenn man (zu Recht) etwas reklamiert. Nicht selten bekommt man dann einen Satz zu hören, wie wir ihn vor nicht allzu langer Zeit zu hören bekamen: „Nein, also DAS kann gar nicht sein!“ – So ziemlich den Schlimmsten Satz, den man bei einer Reklamation von Gästen loslassen kann.
    Sicher gibt es auch bei uns in D positive Beispiele. Nur leider fällt mir persönlich grade keines ein.

    Ich empfinde es ehr – wie schon öfter mal als „1:0 für die Schweiz“ 😉

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