Umweltschutz im Zeichen der Möhre

Yves Moret, 26.03.2010 1 Kommentare

Die Macht der Konsumenten ist gross. So gross, dass mit ihr gar die Welt verändert werden kann – oder zumindest die Umwelt geschützt. Darauf bauen auch die Macher der noch jungen Aktion Carrotmob. Wichtige Kommunikationsinstrumente hierbei: Twitter und Facebook.

12 Uhr. Es geht los. Vor dem kleinen Lebensmittelladen mitten in Zürich hat sich bereits eine beachtliche Schlange mit willigen Einkäufern gebildet. Sie alle werden heute diejenigen Lebensmittel einkaufen, die sie sonst auch immer kaufen. Nichts Aussergewöhnliches also. Sollte man meinen. Doch: Sie alle sind Teil des ersten Carrotmobs der Schweiz.

Masseneinkäufe fördern Umweltfreundlichkeit
Beim Carrotmob sollen Unternehmer durch Masseneinkäufe zu ökologischem und nachhaltigem Verhalten bewegt werden. Doch welche Idee steckt genau hinter dieser Aktionsform? Über soziale Netzwerke wie Twitter und Facebook vereinbaren Carrotmobber an einem bestimmten Tag zu einer bestimmten Uhrzeit in einem bestimmten Laden einzukaufen.
Im Vorfeld laden die Carrotmob-Organisatoren Lebensmittelgeschäfte, Bars oder auch Kaffees dazu ein, an besagtem Carrotmob teilzunehmen. Sind die Ladenbesitzer willens, zu partizipieren, müssen diese ein Gebot abgeben. Und zwar, zu welchem Prozentsatz ihrer Einnahmen an diesem Tag sie bereit wären, diesen im Anschluss in ökologische Massnahmen zu investieren. Der Laden, der am meisten bietet, darf den Carrotmob hosten. Danach setzen die Organisatoren alles daran, potentielle Kunden für den Gewinner zusammen zu trommeln. Und zwar eben in erster Linie über soziale Netzwerke.

Die Karotte vor der Nase
Die Macher des Carrotmobs versuchen, die Unternehmer durch online organisiertes Einkaufen zu verantwortungsvollem, ökologischem Verhalten zu motivieren. Im übertragenen Sinne wird hier den Unternehmen die «Karotte vor die Nase gehalten», um sie in die richtige Richtung zu locken.

Aus den USA importiert, halten die Carrotmobs in Europa erst langsam Einzug – und dies noch in bescheidenem Rahmen. Die Vision der Initianten ist aber klar: Sie wollen online eine Community aufbauen, die eine Tages eine beachtliche Kaufkraft haben wird. Und zwar eine solch grosse Kauftkraft, dass die Carrotmobber zu grossen Unternehmen gehen und sagen können: «Alle unsere Mitglieder kaufen ihre Schuhe bei Euch». Aber eben nur, wenn dasjenige Unternehmen unter bestimmten Bedingungen produziert: Ökologisch. Nachhaltig. Fair.

Und was denkt Ihr, welche Macht haben Verbraucher, wenn sie sich in sozialen Netzwerken zusammen schliessen, um ihre Anliegen gemeinsam durchzubringen?

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1 Kommentar

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  1. Yves | 26.03.2010 12:06

    Das finde ich jetzt wirklich mal ein interessantes Konzept, unabhängig davon, dass es ein Webprojekt ist. Dennoch glaube ich nicht daran, dass es in dem Masse funktionieren wird, dass sich die Unternehmen dadurch nachhaltig beeinflussen lassen. Die Masse der potentiellen Carrotmobber ist viel zu klein, in der Schweiz sowieso.

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