Anwälte statt Community Management

Wie schnell Hypes im Web entstehen verfolgen die meisten von uns täglich. Greenpeace erzeugte gerade einen Hype für Nestle – allerdings einen extrem negativen, mit grosser (web)öffentlicher Beteiligung. Doch statt web 2.0 und social media konform zu reagieren, schickte Nestle lieber Anwälte los.

Das ganze begann mit einem Videoclip der als eine Parodie auf die „Have a break, have a Kitkat“ Werbung inszeniert wurde. Auftraggeber Greenpeace wollte damit anprangern, dass in den Schokoriegeln immer noch Palmöl verwendet wird. Was dazu führt, dass zur Gewinnung der natürliche Lebensraum der Orang Utans zerstört wird. Der Clip wurde zunächst in England lanciert und hat mittlerweile mindestens über eine halbe Millionen Views erreicht (soweit ich es nachvollziehen konnte) – ein Mann im Büro isst einen Orang-Utan Finger statt eines Schokoriegels.

Die öffentliche Empörung, bei der Greenpeace geschickt social networks wie facebook, youtube und vimeo nutzt, hat enorme Wellen geschlagen. Doch anstatt auf gutes Community Management zu setzen und den offenen Dialog zu suchen, schickte Nestle erstmal die Anwälte los und zwang Greenpeace das Video vom Netz zu nehmen – zu spät. Denn bis dahin war es längst auf hunderten anderer Profile und Seiten online und die negative PR mit dem Rechtsstreit hat das Feuer nur noch angefacht.

Wer am heutigen Tag den Suchbegriff Nestle eingibt, der erhält den Clip gleich als erstes Suchergebnis:


Was in der Online Welt passiert ist, zeigt auch sehr schön diese Heatmap der cleveren Jungs von Sysomos. Gefunden und bewertet haben sie insgesamt 887 blog posts, 261 news Artikel und 7,468 tweets. Der Buzzgraph zeigt schön in welchem Zusammenhang Nestle momentan am meisten erwähnt wird: Regenwald, Kitkat und Orang Utan.

Denkt ihr gezieltes Community Management hätte den gröbsten Schaden verhindern können? Oder sind solche Unternehmen sowieso unter dem Dauerfeuer der Öffentlichkeit und Anwälte die bessere Lösung?

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7 Kommentare

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  1. Andreas | 26.12.2010 15:22

    Nur weil Grenpeace recht hatt, müssen die anderen gleich mit anwälte auftauchen ???
    Nimmt mich wunder ob sie ihre anwälte auch im himmel auf sich beziehen können ???

    Lasst die doch mal erdöl kosten, Nuclearer abfall schmecken und sie im dreck stehen lassen ! DANN KéNNEN SIE SAGEN : ach ich armes schwein …lol

    Kein erbarmen den reichen , kein erbarmen den kapitalisten, erbarme die erde !

  2. Browsersim | 5.07.2010 00:46

    Anwälte sind immer eine tolle Option. Die machen das Unternehmen gleich noch viel beliebter. Interessant auch, wofür sich „Rechts“anwälte so hergeben… Ich boykottiere solche Firmen übrigens mit einiger Konsequenz seit Jahren. Schade dass das nicht mehr Leute machen.

  3. Thomas Hutter | 26.03.2010 08:20

    Nestlé hätte so oder so reagieren können, gegen die PR-Maschinerie von Greenpeace wäre Nestlé in jedem Fall machtlos gewesen. Sicherlich wäre mit einer Tab-Umleitung auf eine entsprechende Tab mit zu den Greenpeaceanschuldigung bezugnehmenden Inhalten innerhalb der Fanpage eine gewisse Schadensbegrenzung möglich gewesen, aber von Greenpeace angestachelte Benutzer sind grundsätzlich nicht mehr objektiv und sicherlich nicht auf Dialog aus. Die ganze Geschichte wärmt Erinnerungen an Brent Spar / Shell.

    Die Sysomos Analyse detaillierter:
    http://www.thomashutter.com/index.php/2010/03/onlinepr-der-nestle-supergau-in-zahlen-und-grafiken/

    Der gesamte Fall chronologisch:
    http://www.thomashutter.com/index.php/2010/03/facebook-wenn-fanpages-kriegsschauplatz-werden/

  4. hagbardceline | 24.03.2010 23:09

    @ Tom. Wäre imo die schlechteste Lösung. Fördert keinen Dialog sondern ist eine plumpe Retourkutsche und wäre der Sache bestimmt nicht förderlich. Überleg Dir mal wie die Medien über ein solches Verhalten von Nestlé berichten würden..

  5. Tom | 24.03.2010 11:27

    Nachdem die Behauptungen von Greenpeace nicht wiederlegbar sind hätte nestle selbst eine Kampagne starten können welche die Schandflecken von Greenpeace aufdeckt, denn auch die haben genug Dreck am Stecken. Plamöl ist ja nicht nur bei Nestle drin sondern ein integraler Bestandteil der Schokoladenproduktion.

  6. Ischkur | 24.03.2010 10:36

    Das problem wird sein, dass die Behauptungen von Greenpeace stimmen. Wie soll sich Nestlé in der Community wehren bzw. erklähren, wenn sie keine Argumente haben. Die beste Lösung wäre wohl gewesen, das Palmöl ab sofort wegzulassen und das der ganzen Welt mitzuteilen. Offensichtlich können oder wollen sie das aber nicht. Schade eiegentlich.

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