Das Web und seine Kinderkrankheiten

Das „soziale Web“ ist grad mal knapp 10 Jahre alt. Klar, dass es noch ein paar Kinderkrankheiten hat. Aber diesen drei Problemen sollte sich schleunigst mal jemand annehmen – Heilmittel sind nämlich noch nicht in Sicht.

Datensicherheit und Privatsphäre

Da wären zuerst mal die privaten Daten. Wie geht das Social Web mit diesen um? Das Internet ist global, ohne nationale Grenzen. Und es gibt keine internationale Regelung zu Datensicherheit und Privatsphäre. Viele Nutzer wissen zudem nicht, wie man wie die neuen Freiheiten und Versuchungen im Internet auf kontrollierte Weise nutzt. Facebook ist dafür ein prima Beispiel. Da gibt es Dutzende Einstellungen für die Privatsphäre. Doch wenn man sich nicht ein bisschen Zeit nimmt, um sich damit auseinanderzusetzen, versteht sie kein Mensch. So kann es dann rasch passieren, dass unerwünschte Fotos veröffentlicht werden bzw. für alle zugänglich sind. Der Facebook-Chef selber ist da ein gutes Beispiel.

Urheberrecht

Auch die Unterhaltungsindustrie denkt nicht für fünf Rappen mit. So ist es beinahe unmöglich, TV-Sendungen auf Hulu anzuschauen, da alles nur über einen amerikanischen Proxy läuft. Das Gleiche gilt für TV-Serien und Filme bei iTunes und ein paar Musikdienste wie z.B. Pandora.

Die Anbieter stossen in diesem Bereich immer wieder mit Verwertungsgesellschaften zusammen und landen regelmässig vor dem Richter.

Widerrechtliche Inhalte und Zensur

Heute kann jeder alles publizieren. Wie damit umzugehen ist, wird grad heftig diskutiert. Die EU liebäugelt mit Sperren für bestimmte Sites, die von Providern umgesetzt werden sollen. Dazu zählen Webseiten mit kinderpornografischen Inhalten oder rechtsextreme Seiten. Kritiker fürchten eine weitreichende Zensur, da auf dieser Blacklist auch harmlose Inhalte landen könnten. Was das für Auswirkungen haben kann, sehen wir in China.

Was sind Eure Lösungsvorschläge? Wo muss sonst noch nachgeholfen werden?

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1 Kommentar

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  1. Toni S | 19.10.2010 16:51

    Internetfunktionen und -portale, die missbraucht werden können, werden auch missbraucht, wie nun fast schon jede Woche durch neue Skandale bekannt wird. Aber während Google und Facebook und StudiVZ schon länger durch Missbrauch von Daten und Cybermobbing auffallen, schaut bisher niemand auf Amazon. Auf dieser verkaufsträchtigen Webfläche tummeln sich so genannte „Toprezensenten“, die durch ihre fleißige Mitarbeit auffallen. Da setzt ein Toprezensent bis zu drei Rezensionen täglich ein, lauter neue DVDs und CDs und Bücher und so…. natürlich alles „ganz toll“ und mit fünf Sternen versehen. Eine Top-500-Rezensentin lobt dazwischen bei Amazon auch mal einen Lockenstab über den Klee (natürlich 5 Sterne, weil das so verkaufsfördernd ist). Der Verdacht, dass es sich um gekaufte „Rezensenten“, auch gerne unter ihrem „real name“, weil ihnen ja niemand unbilliges nachweisen kann, handelt, liegt ziemlich nahe. Andere „Rezensenten“ rezensieren-loben-lupfen nur für bestimmte Verlage und machen dafür Konkurrenzbücher und -produkte schlecht (1-2 Sterne, was dann das Ranking der Konkurrenz sofort verschlechtert). Autoren, Verlage und Übersetzer werden hier systematisch von bestimmten „Rezensenten“ schlechtgeredet. Und Bücher über besonders kritische Themen, wie die von Herta Müller über den rumänischen Geheimdienst, oder Petra Reski über die Mafia in Deutschland, werden ebenso schlechtgemault. Wer dies in einer Rezension bemängelt, wird von Amazon nicht freigeschaltet. Früher nannte man das Rufmord, heute heißt es eben „Meinungsfreiheit“ im Internet. Wie viele Karrieren und Verlage und Betriebe sind dadurch schon zerstört worden, bis endlich mal bekannt wird, was da seit Jahren passiert?!

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