Mein Hab und Gut sei dein!

Dieb1Wer unterwegs ist und seinen aktuellen Aufenthaltsort via Web bekannt gibt, verrät damit gleichzeitig, dass er gerade nicht zu Hause ist. PleaseRobMe auf ungewöhnliche Art und Weise davor, das zu tun. Twitter findet das aber gar nicht lustig – und sperrt kurzerhand den Twitter-Account von PleaseRobMe.

PleaseRobMe zeigt einfach an, wer momentan nicht zu Hause ist. Standortmitteilungen werden so zu Einladungen für Einbrecher, die nach verwaisten Bleiben suchen.

Natürlich steckt dahinter auch eine pädagogische Absicht: Zeigen, wie gefährlich es sein kann, zu viele Informationen in die Social Networks zu stellen.

Natürlich würde niemand seinen PleaseRobMe direkt seinen Standort verraten, aber das ist auch gar nicht nötig: Die Information wird über einen Feed vom Geo-Social-Network Foursquare abgezogen. Pleaserobme sendet automatisch via Twitter eine Warnmeldung an den betroffenen Nutzer zurück. Die Warnung ist als kleiner Denkanstoss für den Sender gedacht, damit dieser über seine Informationsfreigabe nachdenkt.

Twitter selbst hat den Feed mittlerweile gesperrt. Foursquare reagiert in einem Blogposting ebenfalls ein bisschen gekränkt, da man den Datenschutz ja sehr ernst nehme.

PleaseRobMe basiert in erster Linie auf Twitter. Dort werden die Mitteilungen der Nutzer ausgelesen und mit einem neuen Wortinhalt versehen, der besagt, dass der Nutzer nicht daheim sei. Steigt nun wegen Foursquare die Zahl der Einbrüche? Wohl kaum. Dasselbe würde prinzipiell auch funktionieren, wenn Foursquare dabei gar nicht genutzt würde. Es genügt, bei Twitter nach „Unterwegs nach“ zu suchen.

Wie wahr, wie wahr. Wenn jemand bei Facebook eingibt, dass er jetzt für zwei Wochen im Urlaub sei, dann ist das schliesslich auch ein Freipass für Diebe. Darum sollte man das jetzt nicht gleich auf diese beiden Dienste reduzieren. Ob es einfacher ist jemanden auszurauben, wenn er seinen Aufenthaltsort online kommuniziert, sei mal dahingestellt. Den Tätern kommt man auf die Schliche. So oder so.

Was denkt ihr darüber? Sollte man bei Gowalla oder Foursquare aufpassen?

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6 Kommentare

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  1. Chris W. | 23.02.2010 11:53

    Ich würde es befürworten, wenn man in den Medien mehr darüber berichte würde. Dann wissen auch die ganz normalen User bescheid.
    Genaue Zeitangaben würde ich jetzt auch nicht machen. Und bei facebook habe ich etwas mehr vertrauen, weil nur „Kollegen“ etwas sehen. Habe meine Privacy Einstellungen darauf angepasst.

  2. Christina Schmid | 22.02.2010 14:41

    Es wurden schon vor Social Networks Häuser ausgeraubt. Foursquare hin oder her.

  3. Thomas Hutter | 22.02.2010 09:08

    Ich schliesse mich Ralph in der Meinung an,m Privacy-Aufklärung ist im Zusammenhang mit Social Networks sehr wichtig.

    Interessant ist beispielsweise auch ein anderes Update-Verhalten in Kolumbien. In Kolumbien sind Entführungen nach wie vor eine grosse Bedrohung – viele Kolumbianer nutzen zwar beispielsweise Facebook, geben aber in Statusmeldungen selten Aufenthaltsorte oder Reiseabsichten bekannt. Auch sind Profilinformationen in der Regel weniger aussagekräftig, so dass keine Rückschlüsse auf persönliche Gewohnheiten gemacht werden können.

  4. Ralph | 22.02.2010 08:58

    Es ist ein Indiz, ob jemand zu Hause ist. Allerdings sagt es nicht, ob nicht die rabiate Schwiegermutter, der bissige Schäfer zu Hause sind. Daher finde ich die ganze Diskussion etwas gesucht und in den Medien aufgebauscht.

    Aber die Idee des Dienstes finde ich trotzdem gut. Es sensibilisiert auf Privacy Angelegenheiten.

  5. Andreas Aerni | 22.02.2010 08:30

    Versetze dich mal in die Lage eines Räubers/Einbrechers. Die sind oft recht intelligent, handwerklich geschickt und innovativ, wenn es darum geht, das Leben zu erleichtern.
    Ich kann doch meinen Job wesentlich ruhiger und gelassener durchführen, wenn ich in etwa weiss, wie lange der Hausherr weg ist.
    Ganz davon abgesehen langweilen IMHO sowohl Latitude, Gowalla und Foursquare nach wenigen Wochen.

  6. Feuerschlucker | 22.02.2010 08:20

    Würde nie meine komplett richtigen Daten, dazu gehört auch meine richtige Adresse bei „Social Dienste“ angeben. Wer sowas macht kann ja auch eine Anzeige in der „Bild“ aufgeben. Mittlerweile müsste es wohl jeder wissen, dass sowas nicht geht.

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