YouTube startet mit Bezahl-Videoverleih

film reel 2YouTube hat letzte Woche einen Filmverleih-Service ins Leben gerufen. User können nun gegen Gebühr Online-Videos ausleihen. Der Dienst startet mit Filmen des Sundance-Filmfestivals 09/10.

Aber wie es halt in der Social Media-Welt so ist: Die Nutzer dürfen am Anfang noch nicht allzu viel erwarten. Bis Ende Januar gibt es erstmal nur fünf Sundance-Filme. Youtube verspricht jedoch, dass schon bald mehr Filme kommen. Der Service ist zur Zeit nur in den USA verfügbar.

Wer Youtube als starker Partner zur Seite steht, ist noch ein grosses Geheimnis. Insider meinen, dass Vertreter aus der Bildungs- und Gesundheitsbranche dabei sind. Der Beta-Test läuft mit ein paar kleinen Partnern aus der Independent-Filmszene.

Youtube will den Contentanbietern keine Steine in den Weg legen und räumt ihnen möglichst viele Freiheiten ein. So ist es den Anbietern überlassen, wie viel Geld sie für ihre Videos verlangen und wie lange den Nutzern der jeweilige Film zur Verfügung steht. Wer den Dienst nutzen will, muss aber über ein spezielles Google Bezahl-Konto verfügen. Bislang ist nicht geklärt, ob YouTube künftig auch andere Zahlformen wie zum Beispiel PayPal erlauben wird.

Gerüchte über einen solchen Videoverleih gab es schon im Herbst 2009. Ich bin jetzt gespannt, wie es weitergehen wird. Ist die Szene nicht einfach viel zu klein, um damit Geld zu verdienen?

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15 Kommentare

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  1. Tom | 27.01.2010 18:32

    Nicht schlecht, aber „Der Service ist zur Zeit nur in den USA verfügbar.“ geht mir bei solchen Services immer ziemlich auf die Nerven. Ich wäre bereit zu zahlen, aber ich die Rechte und Regioncode Pflanzerei bei DVDs und Internetstreams machen mich echt wütend.

  2. Marcel | 25.01.2010 10:27

    DVDs kaufe ich mir eigentlich nur von den Filmen, die ich mir mehrmals ansehen möchte. Wenn ich ‚viel‘ für einen Film bezahle, dann will ich den zuhause jederzeit verfügbar haben. Genau wie die Bücher, die ich kaufe und nach Jahren dann wieder lese.
    Ich könnte mir aber vorstellen, für wenig Geld einen Film zu schauen, der mir nicht so wichtig ist, wenn a) das Bezahlen simpel ist und b) ich das Ding auf meinem Fernseher schauen kann. Ich mag keine Filme auf dem PC schauen.

  3. Paul Shadwell | 25.01.2010 10:25

    I already pay for content via the web, using iTunes. I have rented several movies and even bought some as well.
    The best thing is that I can also download them to my iPhone/iPod Touch for viewing when I’m travelling.
    The „extras“ a lacking on iTunes but I’m sure it will improve.
    Paying for content through YouTube is inevitable, we can only hope that it’s worth the money and is is not restricted by borders or licensing issues.
    For training I subscribe to http://lynda.com which has everything I need and for one years subscription I can watch as many times as I want. I also use it for reference when I get stuck on a Final Cut or Motion problem.
    Bring on the future is what I say 🙂
    (Apologies for butting in in English by the way)

  4. Orli | 25.01.2010 10:08

    Spannende Diskussion.
    Ich würde auch für Inhalte bezahlen, aber wenn ich sie einmal bezahlt habe, würde ich sie vielleicht später auch noch einmal anschauen (vielleicht nicht gerade 10x wie @Christina 🙂 Deshalb bin ich von diesem Miet-System nicht so überzeugt. Genau aus diesem Grund konnte ich mich auch nie mit den realen Videotheken anfreunden.
    Wenn schon, dann würde ich ein Abo-System bevorzugen, wo man alle Filme anschauen kann, solange man das Abo bezahlt.

    Aber wie auch immer, das wichtigste ist der Preis, der „billig“ sein sollte, damit man nicht lange überlegen muss, ob man es kaufen soll.

  5. Christina Schmid | 25.01.2010 09:46

    @sprain
    ich schaue mir eine DVD schon etwa 10x mal an. Dann lohnt es sich auch. 😉

    Wissen sollte erst mal noch zwischen Menschen vermittelt werden. Zur Repetition dann per Video – ja warum nicht. Aber um wirklich etwas zu lernen reicht doch ein Video nicht aus?

  6. Michel | 25.01.2010 09:26

    Bezahlvideos? Kein Problem. Ich habe im letzten Jahr mehrere Hundert Franken für online Lehrvideos bezahlt und die haben sich bereits wieder ausbezahlt.

    Ich habe die Erfahrung gemacht, dass ich für ein 500 Franken Video Kurs online z.T. massiv mehr Wert erhalte, als wenn ich für ein halbtätiges Seminar denselben Betrag abdrücke.

    Das kann auch im Kleinen so sein.

  7. sprain | 25.01.2010 09:25

    @Christina
    Wie oft schaust du denn eine DVD an? Ich denke, der Durchschnittsmensch nicht so oft, dass sich der DVD-Preis im Vergleich zum Mietpreis rechnen würde.

    Dass du den gemieteten Film nur auf dem Compi anschauen kannst wird sich in den nächsten Jahren auch noch ändern (bzw. hat sich zum Teil schon, nur noch nicht durchgesetzt).

    Und was FinalCut betrifft: Es geht ja ums Prinzip, Wissen per Video gegen Bezahlung zu vermitteln, in irgendeinem Fachgebiet. Siehst du darin wirklich kein Potential?

  8. Christina Schmid | 25.01.2010 09:17

    @sprain
    Bei mir ist es halt immer noch so, dass ich Filme besitzen will. Ich bezahle für etwas Geld – kann es nur auf meinem Compi anschauen – und muss es nachher wieder hergeben? Hä-ä. Nicht mit mir.

    FinalCut-Kurs im Video-Format? Ist wohl zu kompliziert. Da brauchts noch echte Menschen dahinter.

  9. sprain | 25.01.2010 09:11

    … und: Die Hemmschwelle, dass der User Geld ausgibt kann deutlich gesenkt werden, wenn die Preise moderat und der Kauf einfach sind.
    Warum werden soviele iPhone-Apps verkauft? Weil es EINEN Klick braucht und ich im Normalfall zwischen einem und drei Franken bezahle.
    «Kochen mit Shibby» für einen Franken bei einem Klick? Vielleicht würden doch mehr zuschlagen, als wir denken!

  10. sprain | 25.01.2010 09:08

    @Christina
    Genau das ist der Punkt: Die Qualität im Web lässt sich nur steigern, wenn diese Steigerung auch finanziert werden kann. Für sprainTV oder «Kochen mit Shibby» würden wohl nicht viele das Portemonnaie öffnen. Für einen ausführlichen FinalCut-Kurs im Video-Format jedoch schon.
    Zu sagen, für hohe Qualität gehe man offline ist ein Schliessen der Augen vor den Möglichkeiten des Webs und der Zukunft. Wie wenn man vor einigen Jahren gesagt hat: «Wenn ich telefonieren will, gehe ich in eine Telefonkabine». Filme mieten über iTunes ist bereits kein Problem, die Qualität sehr gut. Was man über SwisscomTV machen kann ist im Prinzip nichts anderes. YouTube hat nun die Chance, den Publikumskreis noch zu erweitern und vor allem auch kleinen Anbietern eine Plattform zu geben.

  11. Christina Schmid | 25.01.2010 08:55

    Wenn ich etwas im Web anschaue, dann muss es gratis sein. Ich stelle meine Videos ja auch kostenlos jedem zur Verfügung. Wenn ich etwas mit mehr Qualität schauen oder hören will, gehe ich ins Kino, kaufe mir eine DVD, gehe an ein Konzert oder kaufe mir eine CD.

    Solange die Qualität im Web noch so mickrig ist, will ich dafür nicht bezahlen.

  12. Yves | 25.01.2010 08:55

    Finde ich eine gute Sache, da das Off-Kino von den Kinobetreibern und den TV-Station sowieso stiefmütterlich behandelt wird. Auch wenn mal was im Independent-Kino läuft, muss man sich auch noch die Zeit nehmen (können).

  13. Malte Polzin | 25.01.2010 08:50

    Ich bin auch der Meinung, dass es eine Möglichkeit auch für User geben muss, Filme gegen Gebühr einzustellen. iTunes hat es ja schon vorgemacht. Dort haben viele kleine Labes die Möglichkeit ihre Musik digital zu distribuieren. Länderübergreifend und an eine grosse Zielgruppe. Warum also nicht auch bei Videos. Nun könnten ja aber gleich wieder die DRM Befürworter in die Hände klatschen und sagen, da wird ja dann eh nur kopiert…

  14. Sebi | 25.01.2010 08:43

    Ich denke da gibt es ziemlich viel Geld zu holen. Youtube ermöglicht Independent Film Studios wimmelt die grösst- und bestmögliche Distribution, die ein Indie-Film kaum bekäme in der physischen Welt. Kann durchaus ne gute Sache werden.

  15. sprain | 25.01.2010 08:43

    Was ich sinnvoll finden würde wäre, wenn auch der einzelne User Videos gegen Bezahlung aufschalten könnte, nicht nur Film-Studios. Dies würde die Produktion von hochwertigem Material fördern, z.B. Video-Schulungen zu allen möglichen Themen.
    Oder eine Band könnte ein Musikvideo veröffentlichen, dieses für einen Franken zur Ansicht freigeben und die Einnahmen an Katastrophenopfer spenden.
    Ich wär auch bereit, einen gewissen Betrag zu bezahlen um z.B. eine bestimmte Episode einer Fernsehserie anzuschauen.
    Ich denke, das Vorgehen hat Potential, wenn man es richtig und benutzerfreundlich umsetzt. So sollte es auch möglich sein, ein Mietvideo auf der eigenen Website einzubetten und Zugriff darauf zu erhalten, ohne auf die Plattform des Betreibers zu wechseln, etc.

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