Social Media auf dem Laufsteg

hugobossDas Modelabel Boss hat einen Modelwettbewerb auf Facebook veranstaltet. Ein schönes Beispiel, wie Luxusmarken versuchen, auf den Social Media Zug aufzuspringen.

Das Mode-Unternehmen Boss hat kürzlich einen Modelwettbewerb auf Facebook lanciert. Dabei wurden zwei nichtprofessionelle Models gesucht, die auf der Boss-Schau während der Berlin Fashion Week laufen sollen. Zehn Bewerberinnnen und Bewerber von 1700 kamen in die engere Auswahl. Wer das Rennen macht, durfte anschliessend die Facebook-User entscheiden.

In erster Linie ist die Boss-Aktion ein weiterer Versuch einer Luxusmarke, in der Welt der sozialen Netzwerke Fuss zu fassen. Seit ein paar Monaten kann man nämlich beobachten, wie die Modebranche versucht, das nachzuholen, was sie in den vergangenen zehn Jahren verpasst habt.

Das britische Traditionslabel Burberry forderte junge Menschen auf, Bilder von sich im Trenchcoat auf der Firmenseite zu veröffentlichen. Innerhalb einer Woche sollen an die 200’000 Bilder eingegangen sein. Burberry wollte dadurch mit folgender Botschaft an die Kunden gelangen: Die Marke Burberry ist weltweit zu finden. Burberry macht Mode zum Mitgestalten, ob sie jetzt die junge schwedische Studentin trägt oder der Banker in Hongkong.

Modekonzerne haben also verstanden, worum es geht. Das Internet ist momentan die Werbeplattform Nummer 1. Werbung in Zeitungen oder Beilagekataloge kommt beim jungen Zielpublikum nicht mehr an.

Der Mensch und sein Umfeld sind immer noch der beste Werbeträger, um an die Kunden zu gelangen. Den wem vertraut man mehr als seinen Freunden? Daher liegt es nahe, auf einem Portal wie Facebook präsent zu sein. Etwa 8 Millionen User werden täglich „Fan“ von einer Marke. Hugo Boss hat derzeit rund 200’000 Fans auf Facebook, Spitzenreiter ist Louis Vuitton mit über 780’000 Fans.

Social Media-Dienste wie Facebook oder Twitter ist kostensparend Marktforschung nur einen Klick entfernt: Die Kommentare der Fans zeigen ganz direkt die Reaktion auf ein Produkt. Was gefällt? Was wird vermisst? Welche Anzeigen kommen an? Wenn etwas gefällt, wird es weiterempfohlen. Ganz ohne Druck und Gelder.

Social Media Marketing funktioniert nur dann, wenn etwas rauskommt, das den User fordert und zugleich überrascht. So hat der User auch das Verlangen, diese Kampagne viral unter seine Freunde und Bekannten zu bringen.

Verlässt Du Dich auch auf den Rat von Facebook-Freunden, um Kaufentscheidungen zu treffen?

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5 Kommentare

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  1. Cookie | 20.01.2010 13:34

    In dem man sich auf facebook als Fan von einer Marke darstellen kann, zeigt lediglich, dass sich diese Leute mit der Marke / dem Produkt identifizieren können. Aber bei konkreten Kaufentscheidungen bringt mich persönlich das nicht weiter.

    Ich gehe da eher proaktiv vor! Das Beispiel von Thomas mit dem Smartphone passt da am besten: Ich würde direkt eine Statusmeldung veröffentlichen, einen Link zum Produkt anhängen und um persönliche Meinungen oder Erfahrungen bitten. Dann bekommt man oft ehrliche und hilfreiche Tipps. Diese wiederum helfen mir bei der Qual der Wahl eher weiter!

  2. WuH | 18.01.2010 10:16

    Nette Aktion. Gab es dafür ein Incentive, das zum Teilnehmen und Fotos einschicken animiert hat? Ansonsten stimme ich Thomas zu: Einen langfristigen Nutzen zieht Burberry aus der Aktion nur dann, wenn dahinter ein gutes Konzept und eine längerfristige Strategie steckt.
    Denn selbst wenn ich ein Foto dort einschicke und mir später die vielen schönen Fotos auf der Landingpage anschaue – kaufe ich dann eher ein Produkt von Burberry? Deshalb alleine wahrscheinlich nicht.

  3. marc bürgin | 15.01.2010 12:07

    haha frauen kaufen auch lieber ein als männer!;-)

  4. Christina Schmid | 15.01.2010 11:04

    Ich habe schon oft Dinge gekauft, die mir Freunde auf Facebook empfohlen haben. Und wenn sie davon dann noch ein Video machen, dann bin eh Feuer und Flamme.

    Also – wenn ihr mir etwas andrehen wollt, stellt es auf Facebook und ich kaufe es. 🙂

  5. Thomas | 15.01.2010 11:01

    Kaufentscheidungen aufgrund von Mitteilungen meiner Freunde sind eher selten. Jedoch habe ich bereits Erfahrungen damit gemacht. So wollte ich mir im September 09 ein neue Smartphone anschaffen. Dabei war meine Entscheidung zwischen dem IPhone und dem Nokia N97. Als Fan von Nokia war dies mein Favorit. Jedoch vermisste ich einige Möglichkeiten, welche das IPhone bieten würde. Nachdem ich jedoch in zwei Statusmeldungen von Kollegen lesen durfte, dass das N97 „spitzenklasse“ ist, fragte ich nach der persönlichen Beurteilung des Freundes. Nachdem dieser mir einige Argumente aufzeigte, machte ich mich auf den Weg in den nächsten Swisscom-Shop.

    Ansonsten habe ich keine weiteren Erfahrungen mit Kaufentscheidungen aus Facebook. Auch sehe ich relativ wenig Einträge meiner Freunde, bei denen es um Produkte oder Dienstleistungen geht. Ich selbst bin aber Überzeugt, dass sich dies in nächster Zeit ändern wird. Es wird wohl ein umdenken stattfinden, welches die unnützen Statusmeldungen wie beispielsweise: „Ich geh jetzt schlafen!“ verschwinden lässt und die „Freunde“ mehrheitlich nur noch qualitative Meldungen verbreiten.
    Momentan sehe ich den Trend, dass jedes Unternehmen, ob jetzt Maler, Bäckerei, Luxusmarke oder was auch immer in Facebook eine Fan-Seite eröffnen. Wird diese Profilseite jedoch nicht regelmässig gepflegt und hat der „Fan“ keinen Nutzen, so werden die Statusmeldungen der einzelnen Unternehmen auf der Startseite eines jeden ignoriert, wenn nicht sogar ausgeblendet. Es ist einfach, eine solche Profilseite zu erstellen, jedoch das Konzept dahinter und die Strategie geraten meist in Vergessenheit. Und ohne Konzept und Strategie kann man nun mal keinen Erfolg, bzw. Mehrwert erreichen.

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