Google Wave – Wird die Welle noch zum Tsunami?

Letztes Jahr im Mai wurde auf der I/O Konferenz mit grossem Brimborium Google Wave vorgestellt. Der Dienst sollte E-Mail, Chat, Foren und die Zusammenarbeit über das Web revolutionieren. Zeit für eine erste Bilanz.

Wir berichteten in diesem Blog letzen August von unseren ersten Eindrücken von Google Wave, als wir eine Demo bei Namics besuchen durften. Wir trafen auf eine Welle, die zwar interessante Ansätze zeigte, viel mehr aber nicht. Zu fest hinkte das von Google Versprochene hinten nach, um sich dafür gross zu begeistern.

Im November war es dann soweit. Google blies zum Beta Test und verschickte 100’000 Einladungen, um die man sich bewerben konnte. User die eingeladen waren, hatten ziemlich schnell auch wieder die Möglichkeiten Einladungen zu vergeben.

Wie so viele habe ich mir auch einen Account besorgt und Google Wave mal getestet. Im damaligen Hype hatte man auch schnell mal ein paar User gefunden, mit denen man eine Welle schlagen konnte.
Der Dienst lief so stabil, dass man wenigstens mal was anfangen konnte und es gab schon einzelne Erweiterungen die sogar schon einsetzbar waren. Man konnte prächtig ein Thema in der Gruppe diskutieren und abgesehen davon, dass es ein wenig zäh lief, war das System absolut brauchbar.

Nach ca. 2 bis 3 Wochen spielen machte sich aber eine generelle Unlust unter den Usern breit und mir ging es ähnlich. Es war nicht mal so, dass über Wave gelästert wurde, sondern die User brauchten es einfach nicht mehr. Selber nutzte ich lieber wieder die „alten“ Kommunikationskanäle wie Twitter, Skype, Yammer etc. und schaute nur noch sporadisch in Wave, um mich zu überzeugen, dass dort wirklich nichts ging.

Wie habt ihr Wave erlebt? Setzt ihr es noch ein? Vielleicht sogar im beruflichen Umfeld? Habt ihr euch auch schon wieder von Google Wave verabschiedet? Wo seht ihr die Gründe, dass aus dieser Welle kein Tsunami wurde? Oder wird es immer eine kleine Welle bleiben?

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11 Kommentare

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  1. Michael | 29.01.2010 11:08

    Interessanter Bericht. Wave war mir bis dato unbekannt, aber dank deinem Tweet bin ich hier gelandet 😉 Hört sich aber nach einem Produkt an, welches ich (noch) nicht brauche.

  2. Chris W. | 14.01.2010 13:43

    Das Hauptproblem ist einfach, dass man keine E-Mail von Extern empfangen kann. Wäre das kein Problem würde ich mein Gmail nicht mehr nutzen.

  3. Yves | 14.01.2010 12:34

    Interessant das es fast allen gleich geht. Das Tool scheint wirklich noch Zeit für den grossen Durchbruch zu brauchen.

    @gustavo salami

    Hat sich Wave bei euch bewährt? Läuft es so, wie ihr euch das vorgestellt habt?

  4. Tom | 14.01.2010 11:11

    Ich denk früher od. später wird google den wave client gegen den gmail client austauschen. Eine parallele existenz kann ich mir auf lange Sicht nicht vorstellen. Wave kann nur funktionieren wenn man es als normalen E-Mail client benutzen kann und wenn Bedarf besteht die instant Funktionen zusätzlich.

  5. Tom | 14.01.2010 11:07

    @Michael: Man muss nicht jeden Tag reinschauen, Es gubt ein Firefox Plugin das einem sagt ob was neues da ist.

    Google Wave Addon für Firefox

    http://thatsmith.com/google-wave-addon-0.0.3.xpi

  6. Michael Schmid | 14.01.2010 11:02

    Mir/Uns geht es auch gleich, zu Beginn der Hype, jeden Tag reingesehen und als perfekt empfunden.

    Aber wie bei vielen Diensten ist das ganze eine Hohl-Schuld, heisst du musst dich jeden Tag einloggen und schauen was passiert ist. Und da man das bei Xing, Flickr, Facebook, Twitter, LinkedIn, und und und machen musst, fällt Wave einfach raus.

    Darum denke ich schon lange es sollte eine Wave-to-Mail Notification geben, aber da sie ja das neue Mail werden wollen, wird das natürlich nichts.

    Es fehlt ein Client der wirklich gut läuft und die User penetriert, wenn es was neues gibt.

    Doch ich hatte schon mal das Glück mit den Wave Entwicklern zu diskutieren und grundsätzlich wissen sie von den Problemen, es braucht halt Zeit bis sie alles umsetzten könnten. Können wir nur hoffen, dass bis dahin der Name nicht schon zu fest kaputt ist und niemand mehr etwas davon hören will.

  7. Tom | 14.01.2010 10:27

    Mir erging es auch gleich, wobei das hauptsächlich daran liegt das alle meine wave Testkontakte quasi das kommunizieren über wave eingestellt haben. Und alleine bringt es recht wenig. Wave wird erst richtig durchstarten wenn man daraus normale emails senden und empfangen kann, denn dann kann man es als email client verwenden der zusatzfunktionen anbietet. Kein Mensch will auf die Dauer mehrere clients für die hauptsächliche Kommunikation und das ist nunmal E-Mail verwenden.

  8. mleibundgut74 | 14.01.2010 09:30

    @Gustavo Salami und ?? Läuft gut ? Applikations-Konflike?

  9. Roland Studer | 14.01.2010 09:30

    Nach anfänglicher Begeisterung über das Potential bin ich skeptisch aus ob aus Google Wave noch was wird.
    Ich glaube Wave will zu viel verändern will, das Konzept der Waves ist zu unscharf, beständige Inhalte und Kommunikation werden durcheinandergemischt, die Übersicht zu behalten ist sehr aufwändig, die Strukturlosigkeit ist die Schwäche dieses Konzepts (beschrieben habe ich das hier: http://blog.rstuder.ch/google-wave-hat-noch-einen-weiten-weg-vor-sic . Wobei das Integrationspotential gross ist, aber davon habe ich in den vergangenen Monaten wenig gehört, ich habe anfangs viel von Wave gelesen und jetzt sehe ich keine spannenden Tools die auftauchen.

    Anil Dash hat einen exzellenten Beitrag geschrieben wieso er glaubt, dass sich Google Wave nicht durchsetzen wird, empfehle ich sehr:
    http://dashes.com/anil/2009/08/what-works-the-web-way-vs-the-wave-way.html

  10. Gustavo Salami | 14.01.2010 08:57

    Wir habe mit Wave unser Intranet aufgebaut und Yammer ersetzt.

  11. mleibundgut74 | 14.01.2010 08:38

    Mir erging es gleich!
    Nach anfänglicher Hysterie bleib nur eine kleine Rauchwolke über der Welle.
    Das Potenzial ist enorm! Der Grundgedanke sensationell und die Ausführung Googlemässig.
    Ich denke wir sind noch nicht so weit diese Art von Kommunikation zu begreifen und zu nützen.
    Es ist mir auch klar, diese Generation Kommunikation wird die Zukunft sein.

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