In der Kürze liegt der Link

LinealInternetadressen sind zwar eine Art Eigenwerbung der dazugehörigen Website. Dennoch können sie für bestimmte Zwecke zu lang und zu sperrig sein. URL-Shortener, die Links handlich machen, boomen.

In der Kürze liegt bekanntlich die Würze. Für Adressen von Websites, auch URLs (von Uniform Resource Locator) genannt, gilt das selten. Viel häufiger sind sie lang und unleserlich. Das kann zu Fehlern führen, wenn man sie weitergeben oder veröffentlichen möchte. Und vor allem: Sie lassen sich in dieser Form wegen ihrer schieren Länge nicht in Kurzmitteilungen auf Twitter oder Facebook verpacken.

Die unsichtbare Hand, die das Internet steuert, hat auch für dieses Problem eine Lösung geschaffen. URL Shortener schrumpfen Internetadressen auf gerade noch knapp über 20 Zeichen zusammen. Auch wenn die ursprüngliche Adresse ein kryptischer Rattenschwanz war, bleibt nur etwas übrig wie http://tinyurl.com/5atrga. Dafür ist in jedem Tweet von maximal 140 Zeichen Platz. Wenn jeder Buchstabe zählt, eignet sich j.pm – kürzere URLs sind gar nicht möglich.

URL Shortener, etwa das seit 2002 bestehende TinyURL.com, waren anfangs häufig Hobbys ihrer Betreiber und ein Liebesdienst für andere User. In den letzten Monaten ist aber ein regelrechter Wettkampf um diese Dienste ausgebrochen. Seit kurzem versucht sich auch Google mit einem hauseigenen Verkürzungsservice. goo.gl ist aber derzeit noch nicht öffentlich verfügbar, sondern verkürzt erst URLs innerhalb von Google-eigenen Diensten wie zum Beispiel FeedBurner.

Warum diese Verkürzerdienste auch die Elefanten im Onlineuniversum aufwecken, hat vor allem mit einer Eigenschaft zu tun: Jeder Klick auf eine Kurz-URL wird registriert und kann statistisch ausgewertet werden. So ist leicht festzustellen, welche empfohlenen Links auch tatsächlich angeklickt werden. Der Weg einer Geschichte im Internet lässt sich nachzeichnen. Ein schönes Experiment ist seit einer Woche bei bit.ly online. Auf bitly.tv werden die Videoclips angezeigt, deren bit.ly-Kurzadressen gerade am häufigsten angeklickt werden.

Bit.ly hat sich – von seiner Popularität in der Twitter-Gemeinschaft nach oben getragen – unter den arrivierteren Diensten auch sonst als innovativer Marktführer hervorgetan. So bietet Bit.ly Verlagen seit zwei Wochen die Möglichkeit, eigene Kurz-Adressen zu verwenden. Artikel, die von der Website der New York Times auf Twitter gepostet werden, erhalten etwa eine Adresse, die mit nyti.ms beginnt. Über 1000 Verlage sollen sich schon für diesen Dienst entschieden haben.

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4 Kommentare

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  1. bluenote84149 | 29.12.2009 15:02

    Kurze URLs sind ein Tribut an die Suche in Echtzeit und können durchaus sinnvoll sein: http://bit.ly/4UnAEL

  2. Arto | 29.12.2009 04:32

    Seit tinyurl auch mit ‚custom alias‘ arbeitet finde ich es etwas handlicher, klicke aber nicht mal als Linux-User gerne auf solche gekürzten Links. Ich (als Benutzer) mag aussagekräftige URLs.

    Leider hat es aber http://hugeurl.com nie ganz nach oben geschafft… 🙂

  3. Tom | 28.12.2009 16:06

    Ich bin auch kein Fan von shortUrls da sie immer mehr für Spam und Malware misbraucht werden da man nicht sagen kann welche Seite hinter dem Short Url ist.

  4. Chris | 28.12.2009 09:55

    Naja Facebook ist die länge egal und in Sachen SEO sind die URL-Shortener unnütz. Wir könnten unsere URLs auch so kurz halten, aber sie sollen ja gut indexiert werden 😉

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