Und wo treibst du dich so rum?

gowalla2008 war es Facebook. 2009 war es es Twitter. Und was kommt 2010? Dienste wie Gowalla sollen der Trend von morgen sein. Gowalla was?

Gowalla kombiniert ein soziales Netzwerk mit einem virtuellen Stadtführer. Beantworten wir beim Microblogging-Dienst Twitter in 140 Zeichen die Frage „Was passiert gerade?“, geht es bei Gowalla um „Wo bist du gerade?“. Es braucht lediglich einen Klick und schon ist der eigene Standort auf Gowalla – und auf Wunsch gleichzeitig auch automatisch auf Twitter und Facebook – bekanntgegeben.

Das funktioniert so: Ich bin in der Stadt unterwegs und suche nach Inspiration. Wo gehe ich heute Abend Essen? Wo gibt es guten Kaffee? Oder wo ist etwas grad Aktion? Plattformen wie Qype sind da schön und gut – aber dort weiss ich nicht, was meine Freunde gerade machen, wo sie hingehen! Was also tun, um an diese Infos zu kommen? Gowalla auf dem Smartphone installieren, registrieren und los geht’s.

Mein Handy zeigt mir fortan an, wo meine Freunde derzeit sind und welche Orte – auch Spots genannt – sich in meiner Umgebung befinden. Komme ich in ein Cafe oder Restaurant, “checke ich ein”, um meine Freunde zu benachrichtigen, dass ich gerade dort bin. So sind meine Freunde über meine Lieblingslocations informiert – und ich kann neue Leute kennenlernen.

Ein spielerisches Element kommt noch dazu: Gowalla-Mitglieder tragen virtuelle Gegenstände mit sich herum. Die Palette reicht vom Becher Kaffee über Küchengeräte bis zur Maske. Diese „Items“ können am aktuellen Standort eingetauscht werden gegen solche, die jemand vorher dort deponiert hat. Interessant ist das besonders dann, wenn sich besonders wertvolle Gegenstände gelegentlich in reale Dinge umtauschen lassen – ein weit offenes Feld für virale Aktionen.

Aber: Erstmal ist Gowalla einfach wieder ein Dienst mehr. Und Geotagging hatten wir doch schon mal – erinnern wir uns an Plazes. Mitteilen, wo ich grad bin, kann ich mit der neuen Geo-Tagging-Funktion von Twitter auch, wenn mein Client diese Funktion unterstützt. Ob die gute Umsetzung von Gowalla und die Spielchen mit den Items für den ganz grossen Durchbruch reichen werden, muss sich wohl erst noch weisen.

Zur Zeit pusht Gowalla alle paar Minuten eine Standortmeldung auf mein iPhone. Ob es in ein paar Wochen immer noch so sein wird? Was haltet ihr von der Idee? Und wie lange seid ihr schon dabei?

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12 Kommentare

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  1. Christina Schmid | 13.01.2010 09:08

    @joker3347 da hast du völlig recht. vor ein paar wochen war dies aber noch nicht möglich.

  2. Joker3347 | 13.01.2010 08:55

    @Christina über die Website von Gowalla war ich in der Lage die Spots genauer zu platzieren die Bezeichnung zu ändern und auch zu löschen.

  3. Christina Schmid | 13.01.2010 08:41

    Die aber nur funktioniert, wenn das GPS auch richtig funktioniert. 🙂

    Ich war mal einen ganzen Tag lang mit Gowalla auf dem iPhone unterwegs. Das GPS saugt sooooo viel Akku, dass ich alle zwei Stunden das iPhone wieder nachladen musste.

    Solange das so ist, kann Gowalla auch nicht für grössere Geschichten eingesetzt werden.

  4. Chris W. | 13.01.2010 08:33

    Kurz gesagt: „Eine Art moderne Schnitzeljagd“

  5. Christina Schmid | 13.01.2010 08:27

    Ich finde Gowalla halt ein lustiges Spiel. Man kann damit Tage verbringen und überall neue Spots erstellen. Vielleicht bringt Gowalla all die User, die immer vor dem Rechner sitzen, mal nach draussen? 😉

    Was mich zur Zeit noch stört, ist das GPS. Die Spots werden sehr ungenau platziert und vor allem kann man die Spots nachher auch nicht mehr versetzten. Ein weiterer Punkt der sehr schwach ist, die Spots lassen sich zur Zeit auch noch nicht löschen. Ich bin gespannt wies weiter geht.

  6. Ralph | 12.01.2010 19:22

    Gowalla würde ich eher als Spiel einordnen, das tatsächlich irgendwann einmal an Faszination verliert. Die Mitteilung der Geolocation empfinde ich als nebensächlich im Konzept. Es ist mehr ein digitales Geocaching, das spielerisch mit Suchen und Tauschen umgeht. Unterhaltung mit Social Media Integration für unterwegs.

  7. marc bürgin | 12.01.2010 16:33

    ich bin gespannt wie sich die nächsten 4-5 jahre entwickeln und wer in der schweiz mit facebook mithalten oder verdrängen kann. bei den jüngeren ist ja netlog auch sehr beliebt. aber für mich bleibt 2010 facebook an der spitze, weil mit dem fb app für handys ja der standort oft mit einem text gepostet wird oder gleich fotos hochgeladen werden.

  8. mcschindler | 12.01.2010 13:41

    Ich nutze Gowalla nicht. Es reizt mich auch nicht. Ich würde es zu wenig nutzen, denn ich will nicht jeden meiner Standorte verraten. Mag sein, dass Gowalla unter den Usern Spass macht, dies insbesondere wegen dem spielerischen Element. Die Publikation der Standorte in Twitter empfinde ich aber meist als bemühend, weil der Informationswert nahe bei null ist.

  9. Chris W. | 12.01.2010 10:00

    @Joker3347

    Ich sage mir auch, dass ich lieber etwas mit meinen engsten Freunden (die kein iPhone haben oder solche Sachen nicht nutzen) oder der Freundin etwas mache. Deswegen streube ich mich anfangs immer gegen alles. Aber irgendwann muss ich dann mal reinschen – wenn es sich durchgesetzt hat.

  10. Joker3347 | 12.01.2010 09:13

    Dann lass mich mal einen Gegenpunkt setzen, Chris 😉
    Meinereiner ist da eher der hoffnungslose Fall der viele dieser neuen Möglichkeiten einfach mal ausprobiert. Der „homo ludens“ in mir übernimmt dann die Kontrolle.

    Wie lange ich GoWalla auf meinem iPhone nutzen werde? Keine Ahnung! Ist aktuell aber auch noch nicht wirklich wichtig. Spielerisch damit umgehen und über die Zeit den Nutzen erkennen oder die App löschen. So einfach sehe ich das.

    Erste Erkenntnisse: regelmässig die Spots auf dem Arbeitsweg zu wählen macht nur bedingt Spass, neue Spots hinzuzufügen schon eher. Selektives Bekanntgeben von Standorten erscheint mir auch sinnvoll. Wie Christina schreibt, wenn ich meinen Freunden mitteilen will in welchem Lokal ich mich aktuell aufhalte.

    Die Lebensdauer vieler Apps ist ja bekanntlich recht kurz und nur wenige schaffen den Sprung. Welche das sind wissen wir dann in 2-3 Jahren. Nicht immer erschliesst sich uns das ganze Potential solcher Apps von Beginn weg. Bis dahin, habt Spass und spielt mit den neuen Möglichkeiten!

  11. Tinu | 12.01.2010 09:10

    wenn ich den Ansatz von Chris betrachte, bin ich richtig froh, dass ich kein iPhone habe und somit Gowalla nicht nutzen kann. Obwohl es mich eigentlich wirklich reizen würde. Nur nützt es mir nicht unbedingt viel, wenn die meisten meiner Kollegen ebenfalls kein iPhone besitzen. Und bis ne Mobile-Windoof-App rauskommt wird es wohl noch ein bisschen dauern. Da werd ich mich wohl nochmals mit Google Latitude auseinandersetzen… angemeldet hab ich mich ja schon irgendwann mal 😉

    @shibby: wieder mal ein genialer Artikel deinerseits

  12. Chris W. | 12.01.2010 08:40

    Sorry, aber das finde ich jetzt etwas doof. Es gibt Google Latitude und was weiss ich alles… In der Schweiz wird der Trend wohl nur in Grossstädten wie Zürich und Bern etwas anklang finden.

    Also ich werd mich, wie immer, zuerst einmal dagegen streuben 🙂
    Vor allem, weil ich nicht will, dass jemand weiss wo ich bin.

    Ist eigentlich schon mal jemanden aufgefallen, was Social Networks für die Kriminalität bedeuten? Man weiss jetzt, was jemand macht, wo er das macht, mit wem er das macht und ob noch jemand daheim ist. Goldgrube für Einbrecher, oder?

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