nofollow, warum bloss? Angst vor’m Gegner?

Das nofollow Tag wird vor allem von Bloggern eingesetzt. Es wird im Zusammenhang mit ausgehenden Links verwendet und heisst für Google, dass diesem Link nicht nachgegangen werden muss und der Link hinsichtlich SEO somit nichts bringt.
Weshalb vorallem in der Blogszene dieses Tag verwendet wird ist mir ein Rätsel. Fürchten sich die Blogger vor ihren Mit-Bloggern? Den mehr Backlinks heisst oftmals besser Platziert, nicht nur bei Google. In einer doch sehr anarchisch aufgezogenen Szene sollte doch sowas keine Rolle spielen, oder?

Was bringt ein „richtiger“ Link (also ohne nofollow) suchmaschinentechnisch? Google hat über 100 Kriterien die in den Algorythmus zur Berechnung der Position im organic Listing einfliessen. Ein wichtiger, wenn nicht der wichtigste sind die eingehenden Links. Diese Links definieren auch den PageRank. Sind diese Links mit „nofollow“ gekennzeichnet, werde sie von Google nicht beachtet und bringen deshalb, was die Position bei Google betrifft auch nichts.

Wenn man bei einem Blog einen Kommentar schreibt, kann man seinen Namen und URL angeben und kriegt somit einen Link auf seinen Blog. Und genau diese nofollow-Links werden z.B. bei medienlese.com oder netzwertig.com den beiden blogwerk-Blogs gesetzt oder auch bei unserem Bundesratblogger moritzleuenberger.blueblog.ch oder bei einem der bekanntesten Blogs aus den USA techcrunch.com.

Schlägt da also doch etwas Konkurrenzkampf durch? Gönnt man dem andern den Link nicht, weil beim Bloggen doch der Kommerz im Vordergrund steht?
Ich denke schon. Was meint Ihr?

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24 Kommentare

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  1. leonard | 16.09.2010 17:38

    So ist es, man gönnt dem andern den Link nicht, weil beim Bloggen doch auch der Kommerz im Vordergrund steht, aber den Content / Kommentar nimmt man natürlich gerne mit. (wenn er zu Thema passt) ..

  2. Trier | 18.07.2010 23:02

    Ich verstehe es ehrlich gesagt auch nicht, natürlich steht wahrscheinlich die Angst vor Spam im Vordergrund – der Witz daran ist allerdings, daß die richtigen Spammer und so manche russischen Bots nicht erst kontrollieren, ob ein Blog follow ist oder nicht – da wird so oder so gespammt. Ich glaube auch nicht daß der ursprüngliche Sinn von nofollow in der heutigen Verwendung lag… Aber da müsste man wohl Matt Cutts mal fragen 🙂

  3. mcguillan | 1.12.2008 17:14

    @John ich glaube, dass er nicht unrecht hat und eine große Mehrheit es gar nicht besser weiß. Hinzu kommen die Blogportale, die nofollow auch standartmäßig anhaben.
    Ich halte auch die Angst oder die Wut auf die Spamflut für ausschlaggebend für die meisten nofollow Blogs. Trotzdem zähle auch ich zu den verfechtern der follow Seite 😉

  4. ymo | 18.09.2008 07:42

    @Patrick
    Wie erlebst du das Filtern von Hand? Werden viele „Kontextlose“ Kommentare gemacht um einen Link zu gewinnen?

  5. Patrick | 18.09.2008 01:04

    interessante diskussion. bei mir auf dem blog gibt es auch follow-links. ich schaue mir alle kommentare an und entscheide dann selber, was auf die site kommt und was gelöscht wird.

  6. Philipp Sauber | 9.09.2008 12:30

    @all, danke für die Diskussion, scheint ein brisantes Thema zu sein. Und weil ich nach wie vor der Meinung bin, Blogs sollten auch bei den Kommentaren nicht mit nofollow arbeiten, hier eine kurze Liste von Blogs die diese Philosophie verfolgen, alles follow-links natürlich:

    http://bloggingtom.ch, http://eigent.li/ch, http://mitra.ch, http://steinis.ch, http://www.oberlehrer.de, http://bernetblog.ch, http://www.ricdes.com, http://www.wissenswerkstatt.net, http://blogs-optimieren.de, http://www.blog4.ymonet.ch.

    Klar dass ich noch ein paar vergessen habe aber fühlt euch bitte frei und ergänzt diese in einem weiteren Kommentar.

  7. ymo | 9.09.2008 09:30

    @Roman
    Da gebe ich dir zum Teil Recht. Der Kontext zum eigenen Blog/Website ist nicht immer gegeben. Dennoch drückt ein Kommentar den ich hinterlasse immer meine Meinung zum Thema aus und steht somit auch im Kontext zu mir. Wieviel mal habe ich schon einen interessanten Kommentar gelesen und wollte dann wissen, wer ihn geschrieben hat? Dann klickt man halt auf den Link. Wieso sollte man diesen Mechanismus Google verwehren? Zumal sich durch verwenden des nofollows nicht viel Spam verhindern lässt.

  8. Roman | 9.09.2008 08:29

    @ymo: Einverstanden, bis auf die Kommentare. Das nofollow-Tag wird ja meist bloss in den Kommentaren verwendet. Die sind zwar meist recht wichtig und tragen oft substanziell Etliches zum eigentlichen Beitrag bei. Das sehe ich genau so. Der Link zum Verfasser des Kommentars ist jedoch aus meiner Sicht eine Fussnote, eine Referenz, die meist nicht im „kausalen Zusammenhang“ zum Beitrag steht. Der Inhalt des Kommentars werte ich als wichtig, relativ zum eigentlichen Beitrag. Weshalb sollte dann Google den Link zur eigenen Seite der Kommentierenden werten? Da sehe ich den Sinn nicht, ist doch bloss eine Ausnutzung des PR-Mechanismus, finde ich.

    Dass Google und Konsorten wichtig sind, um Informationen zu finden, sollte mittlerweile selbstsprechend klar sein 😉

  9. ymo | 9.09.2008 08:16

    @Roman
    Klar dreht sich die Diskussion um Google. Was wäre das Internet wert ohne Suchmaschinen? Wieso sollte ich ein Blog führen, das sich im Internet versteckt und nur von ein paar Insidern gelesen wird, die die Adresse von mir persönlich in einem verschlüsselten Mail erhalten haben? Grundsätzlich geht es um den Informationsfluss. Wenn ich in einem Blog Kommentare hinterlasse, dann mache ich auch auf meine Person und deren Meinung in meinem Blog aufmerksam. Google leitet daraus eine Relevanz zu diesem Thema ab. Ich bin nach wie vor der Meinung, dass dieser Mechanismus auf Gegenseitigkeit beruhen sollte und man diesen Informationsfluss nicht vorsätzlich unterbrechen sollte. Das heisst natürlich nicht, dass ich ein Befürworter von Linkspamming bin oder dass ich ein Fan von Google bin. Linkspamming kann genauso schaden und Google ist ein gutes Mittel zum Zweck, nicht mehr.

  10. Roman | 8.09.2008 21:47

    Hier geht es offenbar bloss um Google und um den PR. Das ist für mich eine derartige Nebensache, dass ich meine, es wäre es gar nicht wert, darüber zu debattieren. Im Übrigen wollen doch einige von uns dem Google den Garaus machen, oder? Aber alle tragen Wasser auf seine Mühlen und – axgüsi – kriechen Google in den A****, halten sich wohlbedächtig an seine Regeln, als dass sich das eigene Blog dereinst glänzend im Morgenrot des Suchgiganten erheben wird und triumphierend verkünden mag: Ich bin der Beste!

    Irgendwie kann ich die Diskussion nicht ganz ersten nehmen.

  11. ymo | 8.09.2008 20:43

    @BloggingTom
    Das ist mir schon klar. Auf was ich hinaus will, ist der Fact, dass die Spammerei von Hand den Aufwand nie rechtfertigen kann. Erst recht nicht, wenn die Blogkommentare erst noch auf NoFollow geprüft werden müssen. (Wenn das überhaupt gemacht wird). Ansonsten bringt es eh nichts. So wird die Sache nie ausarten, das man dem nicht manuell Herr werden könnte.

  12. KP | 8.09.2008 17:39

    In der Tat wird in der Blogger-Szene gerade darüber diskutiert. Es gibt das WordPress-Plugin „Keyword Luv“ welches Kommentatoren SEO-mässig belohnt („User Appreciation“) und so gute Kommentare und Community anziehen soll.

  13. Daniela Rebecca Fraederich | 8.09.2008 16:57

    was sagt eigentlich google zu nofollow? (matt cutts-zitat/ http://www.seomoz.org/blog/questions-answers-with-googles-spam-guru) : There’s no stigma to using nofollow, even on your own internal links; for Google, nofollow’ed links are dropped out of our link graph; we don’t even use such links for discovery.

    nofollow links sind dann für mich sinnvoll, wenn ich eine verlinkung auf eine seite aufbaue (aufbauen muss) deren inhalt ich nicht uneingeschränkt vertraue (bspw. auf http://www.bild.de). wenn ich kommentare zulasse bin ich an der meinung anderer interessiert und gehe davon aus, dass deren links eine unterstützung dieser meinung darstellt. daher lasse ich follow links selbstverständlich zu…

    diese vielleicht naive annahme möchte ich gern beibehalten. für mich ist ein blog schließlich ein kommunikationstool für den austausch mit anderen und keine zensureinheit.

  14. Ugugu | 8.09.2008 16:45

    Bei WordPress-Standard-Themes ist dieses ‚Nofollow‘-Plugin für die Kommentare ebenfalls automatisch aktiviert, allerdings sehe ich keine Möglichkeit dieses zu deaktivieren. Jemand ein Tipp?

  15. rouge | 8.09.2008 16:36

    Mist, ich wusste doch das ich seit dem Relaunch noch ein Plugin vergessen hatte. Muss ich gleich heute Abend wieder installieren. Danke!

  16. BloggingTom | 8.09.2008 15:51

    @ymo: Dass sich Spammer nicht die Mühe machen, manuell ihren Müll zu hinterlassen, stimmt zwar in Bezug auf den Massenspam für Potenzmittel und Co. Allerdings gibt es genug Leute, die offenbar Blogs abgrasen und meist relativ sinnfreie Kommentare wie „so geil“ oder „das ist aber klasse“ hinterlassen. Meist heissen sie dann auch noch „Gardine“ oder „Gartenteich“, was zusammen mit der URL dann sehr rasch als manueller Spam erkannt werden kann. Nimmt man sich noch etwas mehr Zeit und sieht nach, woher die Spammer kamen (Referrer), dann sind es meist Backlinkcheckertools.

    Insofern gibt es also solche „nicht-automatisierten“ Spammer durchaus, da muss ich Blogwerk schon recht geben. Das kommt bei mir aber vielleicht bei 2 oder 3 Kommentaren pro Woche vor. Und dafür finde ich dann schon noch Zeit, um auf den „Delete-Button“ zu drücken. Dafür brauchts kein nofollow…

  17. ymo | 8.09.2008 15:45

    Das Argument mit dem SEO-Spam finde ich aber ganz schwach. Die Kommentar-Spam-Roboter lassen sich hiervon nicht aufhalten und den Spam jeweils von Hand eintragen, nur damit er vielleicht wieder gelöscht wird, soviel Mühe machen sich die Spammer nicht. Wieso die nofollow-Funktion nicht mal abhängen und schauen was passiert? Ich würde wetten, es würden nicht mehr Spameinträge gemacht werden. Auch Blogwerk verliert nur, wenn alle die nofollow-Funktion aktivieren.

  18. Philipp Sauber | 8.09.2008 15:39

    @Florian, wie Tom sagt, anschauen kann man die Kommentare immer noch und Spam löschen. So viele Kommentare habt ihr nun auch nicht.
    Mich würde eher interessieren ob die Kommentare im Verhältnis zu den Visits abgenommen hat. Den viele Kommentierer legen Wert auf einen richtigen Link, mehr aus Idealismus als aus kommerziellen Überlegungen.

    @Paddy, saubere Sache, ich hoffe es ziehen noch ein paar nach.

  19. BloggingTom | 8.09.2008 14:59

    @Florian: Die Kommentare schaut ihr euch aber trotzdem an, und etwas gesunder Menschenverstand genügt doch um festzustellen, ob es nun reiner SEO-Spam ist oder nicht. Ich halte es aber, wie schon einmal erwähnt, für äusserst „community-feindlich“, das „nofollow“-Attribut einzusetzen. Schliesslich leben doch auch die Blogwerk-Blogs von „follow“-Links anderer Blogs und Webseiten. Also doch eher nehmen statt geben?

  20. Florian Steglich | 8.09.2008 14:53

    „Schlägt da also doch etwas Konkurrenzkampf durch? Gönnt man dem andern den Link nicht, weil beim Bloggen doch der Kommerz im Vordergrund steht?“

    Kann ich für die Blogwerk-Blogs verneinen. Das gerade für medienlese.com und netzwertig.com anzunehmen, die beide an jedem Werktag eine Rubrik haben, die nur dafür da ist, Links auf andere Websites zu verteilen (die man in einem weiten Sinn fast immer zur „Konkurrenz“ zählen kann), finde ich auch etwas abwegig. Wir haben die WP-Standardeinstellung, nofollow in den Kommentaren. Der Sinn dahinter ist tatsächlich, SEO-Spam zu entwerten.

  21. Paddy | 8.09.2008 13:39

    Hm, ich hab‘ das Plugin gerade wieder auf AKTIV gesetzt. Weiss nicht mehr, warum ich das mal deaktiviert habe. Vermutlich weil trigami das verlangt und mir’s zu doof war, immer dran zu denken und manuell auf nofollow zu setzen.

    Aber die Gefahr, von BloggingTom keine Follow-Links zu bekommen, war mir doch zu gross. LOL

  22. BloggingTom | 8.09.2008 10:46

    Einige der „nofollow-Jünger“ erhoffen sich davon eine Verminderung von Kommentaren, die nur zu Linkbuild-Zwecken gemacht werden (und oftmals gehaltlos sind). Ich halte das allerdings nicht gerade für ein taugliches Mittel, denn die wenigsten „Spam-Kommentierer“ werden sich in der Eile die Mühe machen noch gross zu prüfen, ob nun „nofollow“ eingesetzt wird oder nicht.

    Allerdings gibt es auch Situationen, wo ich nofollow einsetze. Setze ich einen Link auf eine Webseite, die nofollow einsetzt, setze ich das Attribut ebenfalls im Link…

  23. John | 8.09.2008 09:49

    Viele Blogger wissen wohl auch nicht, das WordPress standardmässig auf nofollow gesetzt ist und die Links nur mit einem Plugin auf follow gesetzt werden.

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