Social Networks in der Vergangenheit – Usenet (Teil 2)

Yves Moret, 26.11.2009 5 Kommentare

Schon lange bevor das World Wide Web stand und populär wurde, begannen sich die Internetuser untereinander auch sozial zu vernetzen. Die Bulletin Board Systems wurden auf das Internet übertragen und hiessen nun Usenet.

usenet2Das Usenet wurde eigentlich schon 1979 aus der Taufe gehoben.  Ab Mitte 80er Jahre konnte dieses System auch über TCP/IP und somit über das Internet genutzt werden. Der grosse Unterschied zu den BBS bestand darin, dass die Rechner des Usenet von mehreren Benutzern zur gleichen Zeit genutzt werden konnte.

Das Prinzip bestand darin, dass verschiedene Newsserver auf dem Internet untereinander vernetzt waren und sich ständig gegenseitig spiegelten. Auf diesen Newsservern konnten, in vordefinierten, themenspezifischen Gruppen, Nachrichten deponiert werden.  Diese Nachrichten konnten wiederum von jedem Internetuser gelesen werden. Da die einzelnen News eigentlich nicht viel anderes als Emails waren, können sie auch heute noch mit fast jedem Mailclient abgerufen werden. Die einzelnen Groups lassen sich abonnieren.

Usenet1

Ein anderer Weg, über diese News noch zu lesen ist der Weg über Google. Unter der Rubrik Google Groups werden alle Newsgroups von Google indexiert und lassen sich so auch durchsuchen.

Für mich selber war das Usenet die erste „Social Media“ Erfahrung. Es konnten Meinungen, Dateien etc. in der Gruppe ausgetauscht werden. Eigentlich nichts anderes als heute in den Social Media gemacht wird.
Hattet ihr auch Erfahrungen mit Newsgroups gemacht? Gibt’s Twitterer die dieses System schon nutzten, als Twitter noch nicht zu Verfügung stand? Bin gespannt auf eure Erfahrungen.

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5 Kommentare

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  1. Yves Moret | 27.11.2009 07:29

    Vielen Dank für die Kommentare. Ich sehe, an der Thematik hängt bei einigen eine Mischung aus Wehmut und Nostalgie. @Arto: Genialer Link, vielen Dank

  2. Arto | 26.11.2009 16:55

    Begann ca. im Jahr 1999 täglich viele Stunden im Usenet zu verbringen. Meine Ausbildung war sehr geprägt von Newsgroups, vieles wäre für mich ohne dies undenkbar gewesen. Bin heute noch sehr aktiv drin.

    Aber das Usenet ist riesig. Gut oder schlecht? Je nachdem wie man’s benutzt. Dort ist sowohl viel schmutziges drin, wie auch wertvolle Diskussionen und Informationen in höchster Qualität. Manchmal lernt man mehr, wenn man eine Diskussion unter kompetenten, perfektionistischen Gurus mitverfolgt als wenn man einfach ein Buch über etwas liest und dann an die Prüfung geht.

    Auch Unterhaltendes findet man heute noch, zum Beispiel das erste Erwähnen von Microsoft, Michael Jordan, dem Faxgerät, Madonna und das berühmte „Me too!!!!1“ …
    Siehe: http://www.google.com/googlegroups/archive_announce_20.html

  3. Paddy | 26.11.2009 09:18

    Ich habe damals in einer Video-Newsgroup alles Nötige gelernt, um meine Kamera besser zu bedienen. Also an eine Video-Group kann ich mich erinnern. Ich weiss, dass ich noch in anderen Gruppen gute Diskussionen hatte, kann mich aber nicht mehr an deren Namen oder Fachrichtung erinnern.

    Auf jeden Fall: Ja, ich kenn‘ das Usenet. Und es war wohl meine erste Berührung mit dem Internet.

  4. Patrick | 26.11.2009 09:08

    Natürlich kenne ich Usenet. Ohne Usenet wäre mein Leben wohl ganz anders verlaufen, denn in einer Newsgroup bin ich meiner Frau zum ersten Mal begegnet. Es war in der Newsgroup soc.culture.puerto-rico

  5. Matthias | 26.11.2009 08:49

    Die Newsgroups halte ich auch heute noch für ein nützliches Recherche-Instrument. Als Betreuer der Tagi-Kummerbox benutze ich die oft. Der Vorteil liegt in der Kategorisierung. In einer Gruppe wie «microsoft.public.windows.vista.networking_sharing» ist die Wahrscheinlichkeit, das zu finden, was man sucht, viel grösser als beim Drauflosgoogeln.
    Entsprechend finde ich es schade, dass die Newsgroups ihren Zenit überschritten haben.
    Immerhin speist Google in die Groups inzwischen auch Forumsbeiträge ein. Das ist nicht mehr ganz so ordentlich, aber besser als nichts.
    Zugegebenermassen bin ich im Usenet vor allem Nutzniesser gewesen. Zum letzten Mal etwas beigesteuert habe ich am 24. Juni 1996, wie mir Google eben verraten hat.

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