The Web goes Babylon

Verteilung der Schriftsysteme

Die Internet Corporation for Assigned Names and Numbers (ICANN), welche sich verantwortlich zeichnet für die Standarts von Top Level Domains hat ihren Sitz in den USA. Ein Land, das einem nicht als erstes in den Sinn kommt, wenn es um das „über den Tellerrand schauen“ geht. Nun beweisen sie mal wieder, dass sie es doch tun hin und wieder. Das Web wird endlich und wirklich international.

Wenn man sich mal die grosse Version dieser Weltkarte anschaut, sieht man, wie viele Menschen dieses Planeten eine Sprache sprechen und schreiben, welche nicht das Lateinische Schriftsystem benutzen. Flächenmässig fifty fifty vielleicht, einwohnerbezogen sind es wohl weit über zwei Drittel der Weltbevölkerung die nichts mit Latein am Hut haben. Aktuell sind es ca. 50% aller Internetnutzer die andere Schriften benutzen – und der grosse Zuwachs wird wohl kaum aus dem Okzident kommen in den nächsten Jahren.

Dennoch sind diese Menschen bis dato gezwungen, mindestens alles nach dem letzten Punkt in einer Internetadresse in latenischer Schrift zu schreiben. Auch wenn Sie gar keine entsprechenden Tasten dafür haben. Die Top Level Domains gibts nur in Latein. Und damit ist wohl ab 2010 Schluss, dann können TLDs auch in den anderen Schriftsystemen registriert werden, die sogenannten Internationalized Domain Names (IDNs).

Nun vernahm ich schon Stimmen, die meinten, es sei ein viel zu grosser Aufwand, ob die Technik und Software da überhaupt mitmachen würde, oder das Internet durch die babylonische Sprachenverwirrung und die dann über 1000 möglichen Zeichen der Schriftsysteme nicht schlapp machen könnte. Weltende nicht wegen dem Mayakalender 2012 sondern durch Mongolische Domains? Nun, laut ICANN testet man schon seit Jahren um das hinzubekommen, es funktioniert. Nur das „http://“ scheint zu bleiben wie es ist. Viel wichtiger ist doch die Frage, in anbetracht der Relation zwischen Lateinern und Nicht-Lateinern, ob wir uns schnell öffnen, oder in 10 Jahren eine verlassene Insellösung des Internets sind, die noch mit lateinischen Zeichen operiert, während das zukünftige Internet nur noch Mandarin und Sanskrit 3.0 verwendet. Urbi et Orbi hat ausgedient…

Ich denke es ist an der Zeit. Die Technik ist da. Übersetzungsprogramme werden besser und in einigen Jahren werden dadurch alle von den Informationen im Web profitieren. Sprachübergreifend. Oder?

Weiterempfehlen

image description

Kommentieren

1 Kommentar

image description
  1. Christina Schmid | 2.11.2009 15:31

    Dirk, ich bin mir jetzt grad am überlegen, wie das ausschauen könnte. Aber irgendwie krieg ich kein Bild in meinen Grind… I need your help! 🙂

Kommentar schreiben

Please copy the string yso7DL to the field below: