Google kommt mit eigenem Internet-Browser

Der Suchmaschinenanbieter Google weitet seine Stellung im Internet weiter aus und bringt nun seinen eigenen Internet Browser Google Chrome auf den Markt. Damit dringt Google in eine Microsoft-Domäne ein.

Vor ein paar Jahren war der Internet Explorer von Microsoft mit 90 % und mehr Marktanteilen ganz klar die Nummer eins bei den Webbrowsern. In den letzten Jahren hat Firefox immer mehr aufgeholt und hat inzwischen ca. 20 % Marktanteil. Derjenige vom Internetexplorer sank auf 75 %. Nun steigt Google mit seinem Internet Browser Google Chrome in den hart umkämpften Markt ein.

Wie beim Firefox wird der Quellcode von Google Chrome offen sein und kann somit von Programmierern frei weiterentwickelt werden. Der Browser wurde mit einem Comic vorgestellt und sollte ab heute unter http://www.google.com/chrome verfügbar sein. Momentan erscheint jedoch nur eine Fehlermeldung.

Laut Google ist das Ziel ein schneller, benutzerfreundlicher und sicherer Browser. Doch Google verfolgt sicher noch weiterer Ziele. Will man Microsoft ein wenig ärgern oder weiterhin die alleinige Macht im Internet erlangen?

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18 Kommentare

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  1. Martin Hunkeler | 4.09.2008 10:03

    Noch ein kleiner Nachtrag:

    Google ändert die Nutzungsbedingungen:

    http://www.golem.de/0809/62201.html

  2. Martin Hunkeler | 4.09.2008 09:14

    @Claudio
    Ich meinte ja auch nicht, dass der Datenklau zu befürworten ist. Er ist nunmal Realität und ich vermute mal, auch nicht zu vermeiden. Der beste Schutz ist nunmal der gesunde Menschenverstand. Daten die ich nicht preisgeben will, vertraue ich sicher nicht dem Internet an.

    ISDN war schon ziemlich komfortabel, wenn ich da noch an die Zeiten mit 9600 Baud Modem bei Compuserve denke. Und erst die Telefonrechnung….. Was für ein Graus.

  3. John | 4.09.2008 08:08

    Wenn ich mir die Datenschutzbestimmungen von Google Chrome anschaue, dann sammelt Google in der Tat eine Menge Daten: http://www.google.com/chrome/intl/de/privacy.html

  4. Claudio | 4.09.2008 07:51

    @Martin Hunkeler: Ein bisschen Paranoidität tut sicher nicht nur schlecht. Klar hast du Recht mit der Fichenaffäre, aber auch diese ist nicht zu befürworten. Diese als Argument gegen Paranoidität im Internet anzuführen ist ein absolutes no-go. Den besten Schutz bietet aber wahrscheinlich wirklich die Trennung vom Internet. Gleichzeitig hätte man wahrscheinlich eine enorme Produktivitätssteigerung, weil man nicht noch seine Blogs updaten, Twitterstatus aktualisieren und bei Facebook die neuesten Fotos anschauen müsste. Wie war das eigentlich als man sich noch per ISDN ins Internet einwählte?

  5. Martin Hunkeler | 4.09.2008 07:39

    @ TBS
    Das war ganz und gar nicht ironisch gemeint. Erstens hat man die Wahl, ob Chrome die Daten übernehmen will und zweitens speichere ich wirklich heikle Passwörter (Telebanking, Kostenpflichtige Dienste etc.) sicher nicht im Browser. Internet Explorer überlässt die Daten übrigens auch Chrome, wenn dies gewünscht wird.
    Ich staune wie paranoid viele Internetuser sind. Ein kompletter Schutz besteht im besten Fall darin, sich vom Internet ganz zu trennen. Kennt jemand ein Programm, bei dem nicht schon Sicherheitslücken festgestellt wurde? Dann kann man ja immer noch offline überwacht werden. Wie ja die Fichenaffäre im Präinternet-Zeitalter zeigte, soll es ja auch dies geben.

  6. TBS | 4.09.2008 02:19

    ZItat Martin Hunkeler „Gefallen hat als erstes die komplette Übernahme der Firefox Einstellungen (Bookmarks, gespeicherte Passwörter etc). “

    Das war jetzt ironisch, oder?
    Ohne, dass ich Chrome ausprobiert habe, bin ich jedenfalls kurz davor, meinen Firefox zu deinstallieren. Wie kann es sein, dass ein anderes Programm meine Passwörter einfach so aus Firefox übernehmen kann??? Sicherheit ist für mich irgendwie anders.

  7. Claudio | 3.09.2008 15:48

    Nachteile zu Google Chrome hat Peter Kröner auf seinem Blog schön zusammengetragen. Manches ist ziemlich besorgniserregend, aber man sehe selbst!

  8. Martin Hunkeler | 3.09.2008 08:24

    Ich habe mir das Teil mal installiert und ein wenig darin herum gespielt. Er ist weniger mit Google verstrickt wie ich mir das vorgestellt hätte. Insgesamt macht er einen sehr aufgeräumten und nüchterner Eindruck. Gefallen hat als erstes die komplette Übernahme der Firefox Einstellungen (Bookmarks, gespeicherte Passwörter etc). Was ich noch vermisse sind Addons wie zum Beispiel ein EMail Notifier. Wie ich gerade bemerke, hat es immerhin eine Rechtschreibekontrolle beim Schreiben von Kommentaren.

  9. John | 2.09.2008 15:46

    Eine weitere Massnahme von Google um die Nummer eins im Internet zu werden. Langsam macht mir die Grösse und Macht von Google Sorgen.

  10. Martin Hunkeler | 2.09.2008 15:41

    Das ist natürlich klar, dass Google mit einem eigenen Browser mehr Daten sammeln könnte. Könnte darum, weil das ganze ja quelloffen ist. D. h. wenn man sich dafür interessiert kann man eine Schnittstelle suchen, die die Daten zu Google transferiert. Es würde sich also selber regulieren, was Google implementiert.
    Es wird Google mehr darum gehen, dass ihre Dienste noch mehr genutzt werden als vorher. Wenn ich einen direkten Link zu Picasa im Browser habe, komme ich erstmal nicht auf die Idee, dass ich eine andere Bildverwaltung benützen könnte oder dass ich die Bilder auf Flickr stellen könnte. Sie werden einfach den Weg des geringsten Widerstandes bieten, den viele so gerne nutzen.

  11. Claudio | 2.09.2008 13:59

    Da bin ich nicht einverstanden. Firefox ist auch nicht neutral, sondern will Marktanteile, damit über Suchanfragen Geld verdient werden kann.
    Dass Google etwas «unterjubeln» möchte kann ich mir schlecht vorstellen, sonst würden sie den Weg nicht mit Opensource beschreiten.

  12. René | 2.09.2008 13:35

    @ Martin
    Da gebe ich Dir Recht. Firefox ist zum Glück im Gegensatz zu Google und Microsoft „neutral“.
    Eine andere Frage die mich beschäftigt ist, wie viele Daten Google mit dem neunen Browser zusätzlich sammeln kann? Sicher mehr als bis anhin.

  13. Martin Hunkeler | 2.09.2008 13:30

    Ich sehe es wie René. Google wird, wie Microsoft, probieren, seine eigenen Dienste den Usern von Chrome runter zu jubeln. Ich finde es schade, dass Google dies nötig hat. Die Google Dienste, die man gut findet und die man auch braucht, lassen sich auch sehr gut in Firefox integrieren. Ich muss mir nicht von Google vorschreiben lassen, was ich zu nutzen habe und was nicht. Dienste die ich nicht nutze, muss ich auch nicht im Browser integriert haben. Oder wie seht ihr das?

  14. René | 2.09.2008 09:54

    Das Google in erster Linie Microsoft ärgern will glaube ich auch noch. Es wird noch ein ganz anderer Aspekt vorhanden sein. Bis jetzt hat Microsoft mit dem Internet Explorer versucht seine Dienste an den Benützer zu bringen (Live-Search, usw.). Genau das wird Google mit seinem eignen Browser auch versuchen. So kann Google seine Dienste einfacher und schneller verbreiten.

  15. Claudio | 2.09.2008 09:49

    Der Comic sieht schon sehr vielversprechend aus. Wir werden sehen, inwiefern sich der Browsermarkt in der nächsten Zeit verändern wird. Schade ist bloss, dass noch keine Mac- oder Linux-Version zu testen ist.
    Ich schliesse mich dem Webstandard-Team an: Google will sicher nicht bloss Microsoft ärgern, es geht um mehr, um was weiss aber nur Google.
    Schön ist auf jeden Fall, dass der Code als Opensource zur Verfügung gestellt wird.

  16. Webstandard-Team | 2.09.2008 09:42

    Nur um Microsoft zu ärgern, werden sie sicherlich nicht diese Investitionen tätigen. Ob sie sich damit überhaupt im Browsermarkt behaupten können, dürfte interessant werden. Konkurrenz belebt bekanntlicherweise das Geschäft.

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