Google Lively – Die virtuelle Chat-Welt

Der Suchmaschinen-Gigant Google hat mit „Lively“ eine eigene virtuelle Chat-Welt im Cartoon-Stil ins Leben gerufen. Mit dem Browser Add-on für den Internet Explorer und Firefox kann man virtuelle Chat-Räume erstellen und diese in die eigenen Website, Blogs oder Web-Communities integrieren. Wie bei Google Maps oder bei YouTube erfolgt die Integration durch das Einfügen des Codes an beliebiger Stelle.


Und so funktioniert der Spass..
Die Nutzer wählen ein Alter-Ego, einen sogenannten „Avatar“, den sie ganz nach den eigenen Vorstellungen gestalten können (Geschlecht, Haare, Augen etc.). Mit diesem Avatar können dann die verschiedensten Räume besucht und Diskussionen mit anderen gestartet werden. Die beim Chatten eingegeben Text-Passagen erscheinen in einer Sprechblase über dem Avatar. Navigiert wird mit der Maus, dabei stehen mehrere Perspektiven zur Auswahl. Die Bewegungen und Interaktionen werden über das Nutzer-Profil gesteuert. Zu den Einrichtungsmöglichkeiten des Zimmers gehört unter anderem ein Fernseher, mit dem YouTube-Filme abgespielt oder Bilderrahmen, in denen Fotos angezeigt werden können.

Google Lively soll ganz neue Wege der Interaktion ermöglichen und dem „sozialen Internet“ frischen Wind verleihen. „Wir wissen, dass die Leute bereits viel Zeit mit Online-Bekanntschaften zubringen“, so die Google-Managerin Niniane Wang. „Wir wollen nun versuchen, das Ganze etwas vergnüglicher zu gestalten“. Langfristig gesehen will Google mit Lively eine Art „Second Life“ für das gesamte Internet bieten. Google Lively, ein Durchbruch im Bereich Sozialer Medien oder einfach nur ein gelungenes 3D-Game?
Gemäss Wang soll bis auf Weiteres zumindest keine Werbung in den Lively-Räumen platziert werden.

Weiterempfehlen

image description

Kommentieren

6 Kommentare

image description
  1. Alessandra Klose | 14.07.2008 10:44

    @Lukas: Ich denke, dass doch das einte oder andere Unternehmen in solch virtuellen Welten eine potenzielle Werbeplattform wittert und gerade deshalb mitmischt. Immerhin hat Lively das Potential, die Verweildauer auf den Websites zu erhöhen, was die Qualität eines Werbekontaktes entscheidend beeinflusst. Dass für die Unternehmen die soziale Interaktion im Vordergrund steht, wage ich vorerst zu bezweifeln.

    @Rick: Du hast schon recht, so reibungslos läuft das ganze noch nicht ab. So kommt man beispielsweise nicht problemlos in alle Räume rein oder bleibt in einer langen Login-Schlaufe hängen. Auch die Sidebar mit den verschieden Gestaltungsmöglichkeiten ist meist fehlerhaft oder gar nicht vorhanden. Aber es handelt sich ja noch um eine Beta… 🙂

    @Reto & Andri: Dass sich der soziale Austausch zunehmend in den eigen vier Wänden abspielt, was ja schon fast ein Widerspruch in sich ist, stösst bestimmt bei vielen auf Unverständnis. Tatsache aber ist, dass die soziale Interaktion über den Computer im Trend zu liegen scheint…

    Noch kurz zu «Second Life»:
    „Second Life“ wurde vom Software-Unternehmen Linden Labs entwickelt und ist im Jahre 2003 als erste virtuelle Welt online gegangen. Im Gegensatz zu Googles Lively ist „Second Live“ ein geschlossener Service. Vor rund anderthalb Jahren erfuhr das 3D-Pixelparadies den Höhepunkt seiner Popularität, seither ist es um „Second Life“ trotz seiner rund 12 Millionen registrierten Bewohner deutlich ruhiger geworden. Viele Unternehmen hatten „Second Life“ als potenziell attraktive Werbeplattform gesehen und vorwiegend deshalb eigene Auftritte in der 3D-Welt realisiert.

  2. Andri | 10.07.2008 16:00

    Ich denke auch, dass das nur für Teenies interessant ist… gut einen abend könnte man sich damit bestimmt amüsieren aber ich muss das jetzt nicht haben.

    Eher eine Freakige Sache finde ich… da sehe ich meine leute doch lieber persönlich oder per Telefon kann man sich ja auch wunderbar unterhalten ohne sich die Finger wund zu tippen.

  3. Reto | 10.07.2008 11:50

    Die Konkurrenz bei Services für Teenager ist unüberschaubar gross. Ich frage mich, was das abgesehen von Werbung für Google dem einzelnen User wirklich bringen wird. Das virtuelle Leben hat für sehr junge Menschen oder allenfalls für sozial-schwache-Live-Kontakt-Scheue vermutlich seinen Reiz, aber wo führt das hin?

  4. Hugo | 9.07.2008 18:01

    Bin mal gespannt wie das anläuft.
    Dass es für Second Life eine Konkurrenz sein wird, gut möglich aber das dauert.
    Auch für Lively wird es entscheidend sein, dass unterschwellige Einträge keine Chance haben. Second Life hat sich da schon richtig die Finger verbrannt.
    Zur Werbung kann ich nur sagen: so lange Google nicht weiss wie sie YouTube zu Geld machen, wird es auch mit Lively nicht gehen.

  5. Rick | 9.07.2008 15:51

    Wie ich bis jetzt hörte läuft die Sache noch ziemlich „hakelig“. Ich muss mir in den nächsten Tagen selber mal ein Bild davon verschaffen.
    Als Konkurrenz zu Second Life sehe ich die Sache noch nicht. Dazu wird noch einiges an Aufbauarbeit nötig sein. Second Life ist ziemlich etabliert und die bestehenden User haben zu viel Zeit und Energie in Second Life gesteckt, als dass sie sich einfach noch ein drittes Leben in Lifely aufbauen. Chancen könnte Google haben, wenn sie die eigenen Anwendungen geschickt in die Plattform einbauen können und so zusätzliche Nutzen bieten, die SL nicht bietet. Die Einwohner von virtuellen Welten wollen nicht nur miteinander schriftlich kommunizieren, sondern wollen auch in anderen Formen am Leben von anderen Menschen teilhaben.

  6. Lukas | 9.07.2008 15:24

    Wie lange wird es wohl dauern, bis Firmen bei Google Lively vertreten sind und gelingt es ihnen diesmal, einen Nutzen aus der Präsenz bei Google Lively zu ziehen? Bei Second Life waren ja auch diverse Firmen vertreten, doch der Erfolg blieb aus. Mit einer durchdachten Strategie und kreativen Ideen kann man bestimmt erfolgreich sein im Web 2.0.

Kommentar schreiben

Please copy the string UyoEDW to the field below: