Bewerbungsfalle: Facebook et al.?

Immer mehr User teilen Ihr Privatleben über das Internet mit Freunden und empfinden dies als eine sehr praktische und schnelle Kommunikation um alle auf den neuesten Stand zu halten. So positionieren sich auch die Anbieter von Social Media Plattformen.

Doch in letzter Zeit hört man immer öfter davon, welche Fehler dabei passieren. Stimmen werden laut über mangelnden Datenschutz bei Facebook und täglich gibt es neue Firmen, die Reputationsmanagement im Internet anbieten und für teures Geld meine digitalen Spuren verwischen. Auf Userseite scheint man gerne zu vergessen, dass Dinge die nur für den engsten Freundeskreis bestimmt sind, auch von anderen gefunden werden können. Und plötzlich wird man damit in Situationen konfrontiert, in denen man glänzend dastehen möchte – wie z.B. bei der Bewerbung. Auf Unternehmensseite werden solche Dinge gerne überbewertet und fachlich passende Kandidaten u.U. deshalb gar nicht mehr eingeladen. Meine Meinung dazu im folgenden Video.

Wie hoch bewertet Ihr solche privaten Dinge und Faux Pas? Wurdet Ihr schonmal damit in einem Gespräch konfrontiert?

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14 Kommentare

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  1. Marcel Widmer | 27.09.2009 18:03

    Was man über den Bewerber im Netz findet: unwichtig. Wenn die Unterlagen per Post kommen, obwohl man um eine Bewerbung per E-Mail bittet: unwichtig. Was die Bewerberin im Begleitbrief schreibt: unwichtig.

    Wichtig sind die Erkenntnisse über diese „Auffälligkeiten“ im offenen Gespräch. Wenn ich bereit bin, hier Zeit zu investieren und so herauszufinden, wie dieser Mensch „tickt“: dann erhöhe ich Wahrscheinlichkeit massiv, dass ich den/die Richtige/n auswähle!

  2. Annubis | 24.09.2009 01:05

    also ich hab auch schon leute eingestellt und wenn ich so ne bewerbungsmappe bekomme zählt zuerst mal der erste blick. schon da sieht man was brauchbar ist und was nicht.
    natürlich google ich dann die leute auch. da sieht man auch sehr schnell was man da über die personen lesen kann.
    zeitungsberichte, social network plattformen uä sind immer gerne gesehen. da sieht man die leute dann privat und man kann sehr schnell erkennen wer hier brauchbar ist und wer nur ne show abzieht.

    nun ich denke jeder ist auf seine netzreputation selbst verantwortlich. wer primitive kommentare in blogs abgibt hat genauso versch*** wie jemand der mit ner windel aufm kopf und mit nuggi abgelichtet wird.
    es gibt halt viele leute die das noch lernen müssen – den für viele ist das www ein raum ohne grenzen wo man alles machen kann ohne risiko und nebenwirkungen.

    darum jeder muss selbst schauen, dass er ne netz reputation besitzt mit der er leben kann.

    nun was ist mit fake profilen. ich weiss das jemand der in der HR arbeitet nicht nur 1 link bei google anschaut – und dann sieht man sehr schnell ob der Account echt ist oder nen fake. jeder HR typ bekommt ein auge dafür was gut is und was nicht mehr ok ist.

    ich persönlich habe bisher noch keine probleme bekommen mit meiner netzaktivität. über mich findet man tausende von seiten und auch manch „frettchen“foto von mir. hatte aber bisher noch nie negative auswirkungen sondern viele gute kontakte knüpfen können die bis heute halten.

    wie überall heissts auch im www. zuerst denken dann schreiben und sich blamieren….

  3. Sam | 24.09.2009 01:05

    @Alain – beim „Saubermann nach aussen hin“ würden bei mir alle Alarmglocken läuten.

    Bei dem, der ein paar Partyfotos online stehen hat, kann man doch mindestens davon ausgehen, dass er ein normaler Mensch ist – beim „Saubermann“ muss man doch davon ausgehen, dass er in der nichtdokumentierten Zeit übelsten Machenschaften nachgeht, nicht?

    Im Übrigen: ich trink auch gerne mal ein Bier oder zwei. Das ist ein Plus 🙂 wer das negativ sehen will, verkennt wohl die Welt und ist deswegen wahrscheinlich kein erfolgreicher Arbeitgeber.

  4. Dirk Worring | 24.09.2009 00:46

    @Samuel & all: Ich muss auch mal sagen, wenn jemand diesen Post gesehen hat und mihc nicht mehr einstellen mag, weil ich Bier im Video trinke, dann ist es vielleicht auch nicht der richtige Arbeitgeber 🙂

    @Dworni: Merci vielmals. Ja, das mit der Wiederholung ist mir auch aufgefallen, … im nachinein. Aber wir arbeiten dran! 😉

  5. @dworni | 24.09.2009 00:13

    hehe, guter Hinweis, etwas wiederholend, sonst gerne mehr in diesem Stil. Great.

  6. Samuel Thomaset | 23.09.2009 22:37

    Dann meldet sich halt der Göttergatte himself zu Wort.

    Ja, ich schau sehr wohl in Social Networks nach, wenn ich eine Bewerbung in der Hand halte. Dies hat aber keinerlei Einfluß auf meine Entscheidung, sondern eher auf das Gespräch. Auf Seiten wie Facebook erfährt man oft in zwei Sekunden mehr als man seinem Gegenüber in einem Erstgespräch „aus der Nase ziehen“ kann. Ganz einfach, weil die Leute oft sehr angespannt und nervös sind und ja nichts falsches sagen wollen. Außerdem sind oft viel die schöneren Bilder zu finden als auf den Bewerbungsbögen und der Bewerber wird oft viel interessanter und kurzweiliger beschrieben als auf den standardisierten und oft langweiligen Bewerbungen.

    So gesehen sind Social Networks sogar ein Vorteil für den Bewerber. Und glaubt mir: Bei Chefs, die das als unpassend bezeichnen, wollt ihr ohnehin nicht lange arbeiten!

    Wenn ich zB jemand für den Außendienst suche, ist es von Vorteil, wenn jemand viele Kontakte hat. Somit ist jemand, der auf Facebook ein paar hundert Kontakte hat schon mal interessant bzw. man kann nachhaken.

    Ich suche natürliche Menschen und offene Menschen und keine, die sich wegen irgendeiner Jobchance verstellen oder ne falsche Show abliefern. Wenn jemand gern Party macht, dann soll er gern Party machen. Wenn jemand gern flirtet, dann soll er gern flirten. Das hat keinen Einfluß auf seine Job-Qualifikationen. Im oben genannten Beispiel des Außendienstes wäre beides sogar förderlich! 😉

    Persönlich halte ich es gleich. Ich mache kein Geheimnis aus meinen Hobbies, oute mich so wie ich bin und bin trotzdem soweit gekommen und bin auch noch nicht am Zenit angelangt (erst mittleres Management).

    Mein Tipp: Einfach so sein wie man ist und sich nicht verstellen. Dh natürlich andererseits auch sich nicht als Alkoholiker darstellen, wenn man gar keiner ist (nur Bier- und Schnapsfotos allein sind auch nicht optimal).

    Wie hier schon erwähnt wurde hängt viel davon ab wie ein Chef selbst eingestellt ist bzw. welcher Generation er angehört!

  7. Dirk Worring | 23.09.2009 19:49

    via Facebook Martina Thomaset:
    „Martina Thomaset
    mei göttergatte schaut a imma ins facebook ob der, der sich beworben hat, drin is … aba mehr als belustigung und weil da meist andere bilder drin sein als auf der bewerbung. ;-)“

  8. Yves | 23.09.2009 11:57

    Sehr guter Artikel von Dirk.

    @Alain Martinet muss ich rechtgeben. Wenn ein Personalchef zwei gleich gute Bewerber hat und der eine hat im Web eine „saubere Weste“ wird er wohl den Job bekommen. Aber wo ist es nicht so im Leben? Soll ich mein ganzes Leben so gestalten, dass ich mit 50 einen Job beim Geheimdienst bekomme? Nein danke.

    Was auch ausser acht gelassen wird, ist die Tatsache, dass man im Web sein Image steuern kann. Und dies auch im positiven Sinn! Tue gutes und Rede darüber! So lassen sich Ausrutscher auch mal überschminken. 😉

  9. Jonat | 23.09.2009 11:49

    Ich sehe das ähnlich wie Sebi. Auch sollten die PB’s und Chef’s sich auch im Klaren sein, dass Her Müller vielleicht gar nicht Herr Müller ist sondern z.B. ein Fake Profil von jemand anderem – welcher versucht Herr Müller in die Pfanne zu hauen. Das Web kann sehr ehrlich sein aber auch sehr schnell lügen.

    Btw. dazu passend gibt es ein schönes spanisches Sprichwort:

    „Crea fama y échate a dormir“
    (Ist der Ruf erst ruiniert, lebt es sich ganz ungeniert)

  10. Dirk Worring-Ramstoeck | 23.09.2009 10:52

    @Sebi: So sehe ich das auch. Sinn und Verstand auf beiden Seiten ist das A und O bei der Bewertung solcher Dinge. Auch ich habe meine Chefs gegoogled 😉

    @Alain: Mir passiert es häufig, dass mir jemand etwas erzählt (also veröffentlicht) und ich dann frei heraus sage, dass geht mich nichts an. Da habe ich keine Meinung zu. Das gleiche gilt alle anderen Kanäle auch. Nur weil es da ist, bedeutet es nicht, dass es mich etwas angehen muss. Ich erwarte keine Meinung oder Kommentar zu dem was man über mich finden kann, wenn man sucht.

  11. Alain Martinet | 23.09.2009 10:45

    er mag ja recht habe – nur: Personalleiter sind auch lediglich Menschen. Wir lassen uns von Bildern beeinflussen. Wenn zwei gleich gut sind für eine Stelle, ich bei einem aber solche „dubiosen“ Dinge gesehen/gelesen habe, dann steuert das Unterbewusstsein mit und fällt den Entscheid für den „Saubermann nach aussen hin“. Das ist einfach so.

    Der mit dem „nichts angehen“ klappt im Internet nicht. Wenn jemanden etwas nichts angeht, dann darf es im öffentlichen Bereich des Web nicht zu finden sein.

  12. Sebi | 23.09.2009 10:44

    Sehr guter Beitrag, Dirk.

    Ich verstehe, dass sich Arbeitgeber über potenzielle Arbeiternehmer erkunden. Das geht ja auch umgekehrt. Bewerber können die zukünftige Chefin googlen und wenn sie bei ihr etwas dubioses finden, oder mit ihren Aussagen in Interviews und Blog nichts anfangen können, hat die Unternehmung vielleicht ein passendes Talent verloren.

    Wie Tom geschrieben hat, ein bisschen Zurückhaltung bei der Veröffentlichung von persönlichen Daten und Bildern kann grundsätzlich nicht schaden. Doch beide Seiten sollten lernen keine voreiligen Schlüsse zu ziehen. Wir alle sind «nur» Menschen, mit Fehlern.

    Ich mag Menschen die authentisch sind und ihre persönliche Marke auch so kommunizieren. Dies bringt gewisse Ecken und Kanten mit sich, was jedoch nicht schlecht sein muss. Und falls unser Gegenüber mal etwas angestellt hätte was ein Hmm hervorruft, «who are we to judge»?

  13. Dirk Worring-Ramstoeck | 23.09.2009 10:12

    @Tom: Es gibt auf beiden Seiten noch einiges zu lernen. User sollten sich im klaren sein, wo die Grenzen des guten Geschmacks sind – und wer die überschreitet kann auch schnell damit konfrontiert werden. Und auf Unernehmensseite muss man eben lernen, dass dies eine neue Form der privat-öffentlichen Kommunikation ist, die Einblicke gewähren kann, die schnell zu einem Bild führen das falsch ist. Oder auch einfach unerheblich für ein Angestelltenverhältnis.

  14. Tom Bruehwiler | 23.09.2009 10:09

    Konfrontiert mit meinem „Online-Leben“ wurde ich natürlich bereits mehrmals, bisher allerdings nie in einem negativen Aspekt. Allerdings achte ich auch (zumindest ein bisschen) darauf, welche Daten von mir im Internet kursieren, auch wenn das nicht immer einfach ist (z.B. Bilder, die andere veröffentlichen).

    Aber ich seh das grundsätzlich so wie Dirk. Nicht alles was auf den ersten Blick vielleicht etwas unpassend aussieht, ist wirklich schlecht. Wir alle kennen die Situationen, die man vielleicht erst am Morgen danach als etwas unpassend ansieht.

    Trotzdem denke ich, dass ein bisschen Zurückhaltung bei der Veröffentlichung von persönlichen Daten und Bildern grundsätzlich nicht schaden kann. Etwas, womit vor allem die junge Generation vielfach doch etwas zu leger umgeht…

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