Web 6.0 – die Zukunft des Internets

scifistyle-wonderlane

Was wird die Zukunft bringen? Düstere Zeiten? Wer sich vor einem Jahr fragte, was Web 2.0 sei, muss sich bald schon mit Web 4.0 befassen. Dabei verwischt sich alles und diese Bezeichnungen sind irrelevant, solange wir uns bewusst sind (dabei half der Begriff Web 2.0), dass alles ständig im Wandel ist.

Auf den Strassen haben wir das Internet in der Tasche, müssen für E-Mail, Facebook & Co. uns nicht mehr in einem alten Büro verkriechen – das Web ist überall. Google digitalisiert alles (Erde, Bücher, Strassen), das werden sie in Zukunft noch rasanter machen. Speicherplatz kostet fast nichts mehr, wir können soviele Songs speichern wie wir wollen (und sie zwei Leben lang anhören) – natürlich nicht nur Songs.

Websites sind für Smartphones

Websites werden hauptsächlich auf Smartphones (oder im Geschäft) angesurft. Das private Heim-Büro wird immer weniger gebraucht. Website-Betreiber fragen sich am besten heute schon, welche Konsequenzen das hat. Wer Private ansprechen will, sollte mit Vorteil jetzt eine mobile Version aufgleisen. Firmen werden immer restriktiver und mutiger werden und irgendwann alle Websites ausser geschäftsrelevante sperren.

Tipp an Immo-Branche: es braucht kleinere Wohnungen

Wir werden kleinere Wohnungen brauchen. Zurzeit lebe ich mit meiner Frau beispielsweise in einer Wohnung mit zwei Büro-Räumen. Überflüssig geworden.

Wir werden anfangen, unser Gedächtnis zu entlasten

Dies aus mehreren Gründen:

  1. Unser Wissen veraltet schneller als wir es uns aneignen können
  2. Tiefe Speicherkosten und verbesserte Filtrierungsmöglichkeiten lassen es zu, grossen Mengen an Daten digital zu sichern

Wir werden unser ganzes Leben digital speichern und online verfügbar machen. Nicht nur Augenblicke in Fotos, GPS-Tracks oder Schlafzimmer-Videos (oder machen das nur Promis?) – alles. Wenn wir ehrlich sind, kommen wir doch jetzt schon bei hunderten von „Facebook-Freunden“ und „Twitter-Followers“ und Kontakten in anderen Plattformen an die Grenze des Überblicks. Alles Gehörte und Gesehene durchsuchbar speichern würde einiges vereinfachen. Niemand muss mehr Protokolle schreiben.

Fehlt nur noch, dass demütige Maschinen die Meetingsinhalte produzieren.

Der Kluge filtert im Zuge

Die Klugen werden nicht mehr diejenigen sein, die sich in der Schule viel Wissen angeeignet haben. Klug werden Menschen sein, die gelernt haben, mit riesigen Datenmengen umzugehen. Das fängt heute an – wie wird das die Schulen verändern?

Warum nicht ein paar Schritte in diese Richung gehen? Verwende RSS nicht nur, um ausgewählte News- oder Fach-Websites zu lesen, das überflutet dich nur, sondern mittels RSS-Feeds von Suchresultaten, um gezielt aus der Datenmenge Informationen herauszupicken, die für das eigene Fachgebiet relevant sind.

Alles in Realtime

Schlechte News (so neu ist das nicht) für die Holzmedien. Ihre Plünderung der Wälder geht zwar ratz-fatz voran, aber schlichtweg zu langsam für die Realtime-Verbreitung von Neuigkeiten. Wir werden eBook-Reader mit Breitbandanschluss verwenden, News gehen jetzt schon via Twitter in Echzeit um die Welt – sie werden aber viel multimedialer daher kommen. Live-Videostreams von Handies in Iran.

Begeistert von den Datenfluten? Ich bin fasziniert vom technischen Fortschritt – nehme mir aber eine Pause, um einige Monate soziale Vernetzungen in Asien zu beobachten. Dies ist mein letzter Artikel hier. Danke für die Beteiligung in diversen Diskussionen! Wer uns begleiten will, kann das auf unserem Reiseblog OrientImpress.

Foto: Wonderlane

Ergänzung zum Post vom Blog Team website-marketing
IMG_0995Im Namen vom ganzen Team ein grosses Dankeschön für die tolle Zusammenarbeit an Dich, für die vielen guten Beiträge und den kreativen und konstruktiven Input für unseren Blog. Wir wünschen Dir und Deiner Frau alles gute und ein unvergessliches Erlebnis.
Wir freuen uns, hin und wieder mal einen Gastpost zu bringen, wenn Sam berichten kann, wie die Menschen in Asien mit dem Thema Internet umgehen.

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14 Kommentare

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  1. Claudio | 12.09.2009 15:13

    «Die Klugen werden nicht mehr diejenigen sein, die sich in der Schule viel Wissen angeeignet haben. Klug werden Menschen sein, die gelernt haben, mit riesigen Datenmengen umzugehen. Das fängt heute an – wie wird das die Schulen verändern?»

    Es sind auch heute nicht diejenigen, die sich viel Wissen angeeignet haben, die ich klug nennen würde. Klug sind nicht jene Menschen, die sich einen grossen Haufen wissen in ihrem Kopf angehäuft haben. Klug scheinen mir diejenigen, die das Wissen auch kontextualisieren können, eigene Fragen stellen und mit diesen Fragen auf die Welt losgehen, um einen Versuch einer Antwort zu finden.

    Der Umgang mit Datenmengen verändert sich aber vielleicht tatsächlich: Es ist wichtig, relevantes von weniger relevantem zu trennen; im Vorhinein kann man aber nicht sagen, welche Informationen für eine Person mit ihren Fragestellungen wichtig sind. Ich stelle mir aber vor, dass es wichtiger werden könnte, qualitativ gute Fragen zu stellen, die Fragen zu verfeinern oder mit einem grobmaschigeren Netz zu fragen. Ich meine, dass es vor allem eine gewisse mentale Flexibilität ist, die man lernen sollte, damit man merkt, wie Fragen man zu stellen hat, und die Fragetechniken an die Situation anpassen kann. Dieses Lernen ist aber ein ganz persönliches, ein Lehrer kann kaum vordemonstrieren, was die richtige Fragetechnik ist. Er kann hier kaum eine andere Rolle einnehmen als diejenige eines Beraters, der bereit ist, individuell zu coachen.

    Die Versionen von Web spielen in diesem Unterfangen meines Erachtens gar keine Rolle, dieser Versionierung wird viel zu viel Aufmerksamkeit geschenkt.

    Ich wünsche euch eine ganz spannende Reise!

  2. Baris.ch | 11.09.2009 18:30

    Um mich kurz zu fassen, denn man könnte sich sicherlich ohne Probleme mehrere Seiten mit diesem Thema befassen, möchte ich kurz einige Thesen aufstellen, die ich in Erwägung ziehen würde:

    I) In naher Zukunft lebt der durchschnittliche Internetnutzer dynamischer, sprich man loggt sich nicht nur einmal am Abend ein, sondern möchte den ganzen Tag up2date sein dank Smartphones, Netbooks, etc.

    II) Die grossen Unternehmen (bspw. Google) gewinnen weiterhin mehr an Verankerung im World Wide Web sowie in der Realität. Dadurch entsteht ein Konzentrationseffekt, d.h. junge Seiten werden es schwer haben, solange sie nicht eine spezielle (neue) Nische für sich nutzen.

    III) Unser alltägliches Leben wird noch vertiefter vernetzt sein, so dass weiterhin neue, intelligente IT-Systeme benötigt werden. Karten und Tickets in Papierform werden von ihren digitalen Varianten abgelöst (siehe bspw. SBB Online Ticket per iPhone). Ein anderes Beispiel betrifft die Videospiele: Wir werden vermehrt online spielen, die Spiele gleich online kaufen (siehe aktuelles Beispiel PSP Go) und unser Gaming-Avatar nach unseren persönlichen Wünschen gestalten.

    Wie genau und ob überhaupt diese Thesen eintreffen werden, kann man aus heutiger Sicht nicht eindeutig beurteilen, doch die Zukunft wird sicherlich noch einige Revolutionen im Bereiche des World Wide Webs sowie der Internetdienstleistungen bringen!

    PS: Ich wünsche euch viel Spass und natürlich erlebnisreiche Monate in Asien. 🙂

  3. Markenkunde - Branding Blog | 11.09.2009 16:13

    Ich nenne es nur noch Web x.y, mir gehen diese Nummerierungen ziemlich auf den Zeiger… Beste Grüße!

  4. Sebi | 11.09.2009 15:51

    Sehr geschrieben, Sam.

    Ich stimme dir zu. Seit ich mobiles Internet habe, bin ich nicht viel auf dem Internet Zuhause. Und dank RSS und Twitter, kann ich viele Informationen effizient Filtern.

    Das mit der Wohnung hat was. Meine Frau und ich verzichten gerne auf je ein Büro (wir teilen uns eins) gegen eine grosse Stube. Da wir unsere Arbeiten eh auf MacBooks erledigen, können wir diese gut im Wohnzimmer oder im Esszimmer erledigen.

    Wie Dirk und Judith dies bereits erwähnt haben, Offline-Aktivitäten können so gefördert werden, welche (natürlich!) sehr wichtig sind.

    Vielen Dank für die grossartigen Posts, welche mich oft zum Nachdenken angeregt haben und auf neue Ideen gebracht haben. Ich wünsche dir und Judith alles gute auf eurer Reise und ich freue mich riesig auf eure Beiträge.

    Liebe Grüsse …sebi

  5. Sam | 11.09.2009 15:48

    Ich find Höhlenmalereien noch etwas sinnlicher. Nur irgendwie unpraktisch.

  6. Judith | 11.09.2009 15:06

    Danke für die guten Wünsche.

    Ich schliesse mich auch noch Dirk an. In unserer nächsten Wohnung können wir gut ein Büro weniger haben, aber ich hoffe wir haben für Stube und Essbereich mehr Platz. Damit wir unsere echten Off-Line-Freunde einladen können und ein Glas Wein zusammen geniessen.

    Und E-Books sind gut für unterwegs. Aber ein Tagi-Magi in papieriger Reinform ist viel der sinnlichere Genuss. Und der ganze Energieverbrauch gefährdet unsere Wälder mehr als Bücher und Zeitschriften aus Papier. Hier sehe ich die grössere Gesellschaftliche Herausforderung in unserem digitalen Zeitalter.

    Herzliche Grüsse auch von meiner Seite an die INM, schön, dass ich von Euch ein paar kennenlernen durfte.

    Judith

  7. JWD | 11.09.2009 10:51

    „Sein Leben und Lebenslauf digitalisieren“
    Ich habe damit als Vater schon meine Herausforderung. Wenn die Kinder sich in SchülerVZ et.al. exponieren. Ich glaube allerdings auch, dass Wissens-Aneignung und Erkenntnis-Zuwachs immer noch OFFline passiert, genauso wie Kreativität und Ideen „unter der Dusche“ und nicht am Rechner oder Smartphone.

    Auf jeden Fall ist Web6.x eine tolle Ergänzung zum Eiweiss-Computer. Aber einen USB-Stick direkt ans Hirn wird es wohl auch in Zukunft nicht geben.

    Ist vielleicht die Aufgabenstellung der Schulen SUCHEN statt LERNEN lernen?
    Ich bin gespannt 🙂

  8. adrian | 11.09.2009 10:31

    ich kann mich dem nicht anschliessen. finde den artikel eigentlich nicht so toll, auch wenn er wirklich schön geschrieben ist.
    ich versteh nicht, was das mit dem web 6.0 soll. der artikel ist weder visionär noch bringt er neues.
    die schüler von heute wachsen mit dem internet auf. informationsbeschaffung gehört da fast automatisch dazu. mehr toleranz und schulung, wie man digitale inhalte richtig und korrekt nutzt, wären da hilfreicher (nehme an, dass dies auch mitunter gemeint ist, aber wurde nicht explizit so erwähnt).
    @dirk: danke, dass auch jem. mal wieder etwas offline denkt. das sollte den schülern von heute wieder vermehrt mitgegeben werden.

    wünsche eine interessante und erlebnisreiche reise! 🙂 geniesst es!

  9. Oliver | 11.09.2009 10:10

    Grossartiger Artikel, Sam!!
    Aber ich muss Dirk zustimmen: Mindestens für mich bleiben Bücher (bis auf weiteres?) auf Papier gedruckt, und am liebsten gebunden.
    Ich bräuchte auch nicht unbedingt eine kleinere Wohnung, im gegenteil, grösser ist besser.
    Aber bei den sonstigen Inhalten stimme ich Dir absolut zu, und so ganz nebenbei ist der Artikel auch wirklich schön geschrieben.

  10. Dominik Moser | 11.09.2009 09:57

    Lassen wir uns überraschen. Betreffend der Schule müssen vorallem noch die Lehrer den „Schritt“ gehen. Viele Schüler wären bereit das „Suchen & Finden“ zu erlernen.

    Sam, viel Spass auf deiner Abenteuerreise.

  11. Sam Steiner | 11.09.2009 09:47

    „Die 2.0 – X.0 Variante heisst, man muss nur noch wissen wie man Google danach fragt.“

    Und wer das versucht anzuwenden, merkt wie schwer das manchmal sein kann. Google war mal gut in dem Bereich (als im Internet noch nichts Altes drin war), der Index ist nun aber vollgemüllt mit zu hoch rankenden Infos über veraltete Versionen von Software etc… das Alte hat zu viel Gewicht.

  12. Yves | 11.09.2009 09:39

    Grossartiger Artikel, der einem über vieles Nachdenken lässt. Früher, damit meine ich so vor ein paar Jahren, schlug man sich noch damit herum, sich die Daten zu beschaffen, die man brauchte. Heute hat sich das Blatt gewendet. Es werden so viele Daten an einen herangetragen, dass die Kunst darin besteht, die brauchbaren rauszufiltern. Ich denke der Trend wird noch viel mehr zu Tools gehen, die einem dies auch ermöglichen sollen. Es ist sehr wichtig, dass man die Bäume und den Wald sieht.

  13. Dirk Worring | 11.09.2009 09:36

    „es braucht kleinere Wohnungen“:
    Ich denke nicht. Es braucht keine Büros mehr zuhause, aber Räume um auch klassische Dinge zu tun: Musik machen, mal ganz 1.0 ein Buch lesen (Eco’s Il pendolo di Foucalt würde ich niemals digital lesen) oder wo man sich in einen Sessel setzt in Ruhe, ein Glas guten Roten trinkt und völlig offline nachdenken kann.

    „Die Klugen werden nicht mehr diejenigen sein, die sich in der Schule viel Wissen angeeignet haben.“:
    Mein Lehrer hatte die 1.0 Variante: Du musst nix wissen, ausser wo es steht. Die 2.0 – X.0 Variante heisst, man muss nur noch wissen wie man Google danach fragt.

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