Rechte, Abzocke, Original ohne Fälschung – Teil 3

MannGoldhelm

Wer einen Rembrandt sein Eigen nennt, der hat heutzutage ein ganz besonderes Kunstwerk. Nicht nur weil es der Holländer ein aussergewöhnlicher Maler war und seine Werke –wenn überhaupt- zu astronomischen Summen die Besitzer wechseln. Viel mehr ist es die Tatsache das man mit genug Sachkenntnis ein Original von einer Kopie oder Fälschung unterscheiden kann. Bei digitalen Daten geht das nicht mehr.

Ich brauche nur eine email schreiben oder einen tweet absetzen und schon existieren in sekundenschnelle hunderte von Kopien dieser Datei auf Servern, quer durch alle Länder zwischen Sender und Empfänger. Wobei das Wort „Kopie“ nicht den Kern der Sache trifft, denn es sind Duplikate, weitere Originale. Im Zeitalter digital erstellter Inhalte ist jede Vervielfältigung ein vollkommenes Abbild der Quelldatei.

Dies ist natürlich in vielen Fällen gewünscht. Damit Software die in Collaboration genutzt wird auf gleiche Ressourcen zurückgreift muss per Versionsüberprüfung sichergestellt werden, dass alle auf dem exakt gleichen Stand sind. Würde es immer Abweichungen geben, wie durch die Kopie eines Gemäldes von Hand, gäbe es unentwegt Fehler.

Doch der Januskopf zeigt auch sehr schnell sein weinendes Gesicht. So verlieren Beispielsweise digitale Fotos an Beweiskraft, weil nicht mehr nachvollziehbar ist, ob es sich um die ursprüngliche Aufnahme handelt, oder ob die Datei verändert wurde. Man kann auch keinen mehr mit Fotos um Geld erpressen, mit dem Argument er bekommt die Abzüge und Negative dafür (wobei ich solcherlei Dinge generell nicht unterstütze). Das Firmen sagen, man soll bitte nur Originalsoftware benutzen und keine gestohlenen Raubkopien, bezieht sich rein auf Urheberechtsfragen. Denn woher das File stammt ist egal, die Software von Pirate Bay ist exakt die gleiche wie die auf der gelieferten CD. Hier muss es zusätzlich eine Erweiterung geben, die den legalen Erwerb z.B. per Registrierungsschlüssel überprüft, welche für die Funktion der Software unerheblich ist.

Nun bedeutet dies, das Wort Original verliert bezogen auf die Files selbst völlig an Bedeutung. Wenn alles Original ist, also ein exaktes Duplikat, dann erübrigt sich die Notierung „Original“. Was heisst das für einen jeden von uns, auch wenn er keine Software herstellt, die er aufwändig schützen lässt. Wie geht man mit der Tatsache um, dass es immer schwieriger wird zu beweisen, dass man der erste war der die Idee hatte, Urheber oder Rechteinhaber ist. Plus der Tatsache, dass Raubkopieren oder besser gesagt Raubduplizieren wohl nie aus dem Netz verschwinden wird?

Wie eingangs erwähnt, alles was wir ins Netz stellen, ob es belanglos, wertvoll oder wichtig ist, ist als massenhaftes Duplikat vorhanden. Jeder Internetnutzer mit minimalen technischen Kenntnissen kann diese Daten finden, sichern und weiterbenutzen. Sollte also jeder der digitale Inhalte produziert, oder sein Wissen per Internet teilt um Geld zu verdienen, die Flinte ins Korn werfen? Da stellt sich mancher die Frage ob er seinen Job im oder für das Internet nicht hinschmeisst und lieber Kunstmaler wird, 1.0 mit Öl und Leinwand.

Nicht so schnell, kein Grund zu resignieren! Es gibt nach wie vor Dinge, die zu einem erfolgreichen Business -auch in der digitalen Welt- gehören, die man nur extrem schwer oder gar nicht kopieren, duplizieren oder stehlen kann. Darüber spreche ich im letzten Artikel dieser Reihe.

Wie seht Ihr die Frage von Original, Duplikat und Kopie? Endet es damit, dass alles im Netz Allgemeingut wird? Gehört irgendwann allen alles, oder wird die share-it Generation ganz anders Geld verdienen?

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