Micro-Blogging – Steckt die Zukunft wirklich in Twitter

Yves Moret, 13.08.2009 5 Kommentare

Twitter, der grosse Star des Micro-Blogging hat sich ja letzte Woche ziemlich verwundbar gezeigt. Wir berichteten darüber am 7. August hier. Grund genug mal einen Augenschein auf die „Konkurrenten“ zu nehmen.

An jenem Abend zeigte es sich, dass die User von Twitter ihre Kommunikation in andere Dienste, vorzugsweise Facebook verlagerten. Die DDOS Attacke auf Twitter hatte zur Folge, dass die Performance von Facebook deutlich einbrach. Da stellt sich natürlich die Frage, mit welchen Diensten kann Twitter ersetzt werden?

identi_caIdenti.ca wird von vielen für einen Klon von Twitter gehalten. Dies ist zwar nicht von der Hand zu weisen, allerdings setzt Identi.ca auf das Laconi.ca Network. Dieses Network unterstützt wiederum den Open Micro-Blogging Standard. Kurz gesagt ist Identi.ca durch und durch Open Source. Dies kann wichtig werden, sollte Twitter mal verkauft und ev. eingestellt werden.

Obwohl eine Kopie von Twitter, bietet Identi.ca ein paar Features, die bei Twitter vergeblich gesucht werden. Um nur ein Beispiel zu nennen, die Möglichkeit einem Tweet einen Anhang mitzugeben.

Der Nachteil von Identi.ca ist der Umstand, dass es halt einfach im Schatten von Twitter steht. Dies hat zu Folge, dass es ein relativ unbekannter Dienst ist und man seine Freunde wohl eher in Twitter findet.

Nun wird aber diesem Umstand auch Rechnung getragen. Identi.ca ist im Moment dran, ihren Dienst ziemlich eng an Twitter zu hängen. Im Moment ist der Stand so, dass sich aus Identi.ca heraus gleichzeitig auch Twitter mit den selben Tweets bedienen lässt. In sehr naher Zukunft wird der Rückweg von Twitter zu Identi.ca ebenfalls möglich sein. D. h. die Tweets von der Homeseite lassen sich direkt in Identica abbilden. Das gleiche wird auch für Facebook möglich sein.

Ich glaube es wird dieses Jahr noch einen spannenden Wettlauf geben, wer der Standarddienst für Microblogging werden wird. Facebook hat ja gerade Friendfeed aufgekauft und entwickelt auch eine neue Lite-Oberfläche, die auch in Richtung Microblogging zielt.

Was meint ihr? Wer macht das Rennen? Wird Facebook mit seiner Marktmacht spielen? Hat Open Source eine Chance? Oder wird Twitter seinen Titel verteidigen können?

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5 Kommentare

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  1. Yves | 13.08.2009 13:56

    @Oliver: Ich stelle mir dies sehr schwierig vor. Wie du selber festgestellt hast, kannst du ja auch nicht sagen, ob deine Freunde im nächsten Tweet was interessantes tweeten oder nicht. Ein Filter kann dies genauso wenig.
    Ich denke bei einem Tool wie Twitter ist dies auch nicht nötig. Durch die Begrenzung der Zeichenanzahl lese ich nicht viel, um zu entscheiden ob dies wichtig ist oder nicht.
    Ausserdem sind die Tweets alle Zeitnah. Die Illusion sie alle zu lesen habe ich schon lange nicht mehr. Sonst klebt man ja nur noch am Twitter.

  2. Oliver | 13.08.2009 13:48

    das problem sind doch die vielen tweets, welche mich nicht interessieren. klar kann ich den freund entfollowen. aber vielleicht schreibt dieser was zu themen die mich interessieren und anderes was mich nicht interessiert.

    darum müsste twitter ein höchst intelligentes lernfähiges bewertungssystem einführen, wie bei amazon. aus meinen eigenen bewertungen würde das system lernen, was für mich interessant ist und mir die tweets personalisiert priorisieren. twitter sollte die ganze konzentration auf dieses bewertungssystem richten und es laufend verbessern.

  3. Yves Moret | 13.08.2009 09:57

    @Sam: Mit der zunehmenden Stabilität von Twitter gebe ich dir Recht. Allerdings begrüsse ich alles, was einer eventuellen Monokultur entgegenwirkt. Erst Recht wenns noch Open Source ist. Wenn Twitter von irgendwelcher Seite her aufgekauft wird, werden die Karten sowieso neu gemischt.

    @Mariusz: Mit Identi.ca als Rückkanal für Twitter bin ich voll bei dir. Würde absolut Sinn machen, nicht nur weil es einen schnellen Wechsel zu Identi.ca erlauben würde, wenn Twitter abserbelt.

  4. Mariusz | 13.08.2009 09:44

    Danke fuer den aufschlussreichen Artikel. Auch ich nutze Identi.ca als Rueckkanal, falls Twitter mal wieder down ist.

    Kritisch wird das meist fuer die Marketingabteilungen, denen ein ganzer Werbekanal wegbricht. Daher teile ich auch die Meinung, dass in naher Zukunft der Wettbewerb noch staerker wird.

  5. Sam Steiner | 13.08.2009 09:07

    Waren die Schwierigkeiten, die Facebook hatte wirklich wegen dem Twitter-Ausfall oder wurde Facebook nicht eher auch Opfer eines DDOS-Angriffs?

    Da sich herausgestellt hat, dass Twitter und Google bessere Freunde sind, als man bisher hätte bestätigen können ( http://www.businessinsider.com/twitter-cofounder-google-helped-us-thwart-attacks-2009-8 ), hat Twitter Unterstützung (bzw einen potentiellen Käufer) im Rücken, der Twitter wohl nicht allzu schnell einstellen wird.

    Im Grunde genommen ist es eine erstaunliche Verbesserung der Stabilität, die wir von den Jungs bei Twitter gesehen haben im Laufe der letzten Monaten. Parallel zu rasant wachsenden Benutzerzahlen haben sie die Zuverlässigkeit massiv gesteigert. Dass sie dabei nicht auch gleichzeitig alle DDOS-Angriffsflächen beseitigen konnten, versteht sich doch von selbst.

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