Facebook kauft Friendfeed – Ist das das Ende von Friendfeed?

Facebook kauft Friendfeed

Das Social-Network Facebook hat gestern abend überraschend den Kauf des US-Startups Friendfeed für rund 50 Millionen Dollar bekanntgegeben. Friendfeed soll „vorerst“ unverändert weiterbestehen, bis die langfristigen Pläne definiert worden seien. Ist das das Ende von FriendFeed?

Facebook, das ausserhalb von China grösste Online-Netzwerk der Welt, will mit dem Kauf von Friendfeed seine Position im Wettbewerb mit Twitter ausbauen. Das soziale Netzwerk hatte in den letzten Monaten vermehrt mit dem rasanten Wachstum von Twitter zu kämpfen. Bei Friendfeed, dessen Idee es ist, dass Nutzer ihre Online-Aktivitäten auf verschiedenen Seiten an einem Ort sichtbar machen und gleichzeitig miteinander kommunizieren können, haben sich die Facebook-Macher bereits in der Vergangenheit mehrfach Funktionen abgeguckt. Trotzdem ist Friendfeed technisch teilweise weiter, auch wenn das komplexere Erscheinungsbild gerade Nutzer mit nicht technik-affinem Hintergrund eher abschreckte. Laut Schätzungen soll Friendfeed gerade mal über eine Million Nutzer verfügen – verglichen mit den 250 Millionen Mitgliedern von Facebook geradezu ein Klacks.

Die Ankündigung, dass Friendfeed bis zum Vorliegen von langfristigen Plänen „vorerst“ unverändert weiter bestehen soll, sorgt jedoch für Argwohn in der Szene. Stampft Facebook den Dienst womöglich ein und übernimmt die Features ganz einfach in Facebook? So ganz von der Hand zu weisen sind diese Vermutungen nicht, denn das Social Network hätte auch wie bisher einfach damit fortfahren können, die wichtigen Ideen von Facebook zu kopieren. Mit dem Kauf sichert man sich aber ein von vielen Quellen als exzellent bezeichnetes Engineering-Team, das die Ideen direkt in Facebook integrieren kann und damit Friendfeed früher oder später den Boden unter den Füssen wegziehen wird.

Wie findet ihr die Übernahme von Friendfeed durch Facebook? Wird Friendfeed als eigenständiger Dienst weiter bestehen oder in absehbarer Zeit ganz in Facebook integriert werden? Ist das der Anfang der Konsolidierungswelle im Social-Media-Bereich?

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3 Kommentare

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  1. Karsten Füllhaas | 11.08.2009 09:10

    Ich kann mir gut vorstellen, dass FF Schritt für Schritt in Facebook integriert wird und am Schluss als Service eingestellt wird. Wieso sollte Facebook parallel zwei zum Teil ähnliche Dienste betreiben? Ob das nun der Anfang einer Konsolidierungswelle ist, kann ich nicht beurteilen, aber es ist ein normaler Prozess, wenn kleinere Anbieter von grösseren geschluckt werden. Wieso sollte das in der Social Media-Welt anders sein. Ärgerlich ist es natürlich für alle, die sehr aktiv auf FF sind und jetzt eventuell einen Teil ihrer Community verlieren.

  2. Yves | 11.08.2009 08:27

    Ich könnte mir gut vorstellen, dass Friendfeed von Facebook einfach auf diesem Entwicklungsstand stehen gelassen wird und die Entwickler weiter für Facebook arbeiten.
    Schade eigentlich. Friendfeed schätze ich eigentlich, weil es um ein vielfaches Benutzerfreundlicher und übersichtlicher als Facebook ist. Auch lässt es sich besser als Sammelbecken aus den anderen Socialcommunities brauchen.

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