Newsletter als Problem für die Post?

Yves Moret, 30.07.2009 2 Kommentare

briefeVor ein Paar Monaten kündete die Post an, dass sie einen ziemlichen Rückgang in der Briefpost verspürt. Vor ein paar Tagen nun gab sie bekannt, dass der Rückgang mit rund 5% sie zu einem Stellenabbau, vor allem beim Zustellpersonal, zwingt.

Die Post hatte in den letzten Jahren ständig mit einem Rückgang bei der Briefpost gekämpft. Dieser war aber mit ca. 1.5% vergleichsweise gering. Für den massiven Anstieg des Rückgangs macht die Post vor allem die Wirtschaftskrise verantwortlich. Vor allem sehen sie das Problem, dass im Zuge der Wirtschaftskrise aus Kostengründen vermehrt auf elektronische Newsletter gesetzt wird und diese nicht mehr per Post verschickt werden.

Sind die Kosten bei elektronischen Newsletters der einzige Grund?

Das sehe ich nicht so. Sicherlich haben unzählige Firmen ihre Werbestrategie überdacht und sind zum Schluss gekommen, dass Newsletters eine tolle Sache sind. Abgesehen von der Kostenersparnis bieten sie ja auch sonst genügend Vorteile. Sie müssen nicht verpackt werden, man kann sie besser terminieren, man ist nicht von einem Drucker abhängig etc. Viele Vorteile haben nichts mit der Post zu tun und wenn jemand seine Newsletter mal elektronisch versendet hat, wird er schwerlich wieder zur Post zurück kehren, selbst wenn die Beförderung gratis wäre.

Was macht der Post sonst noch zu schaffen?

Da gibts so einiges, das früher die Post transportierte und heute den elektronischen Weg nimmt. Ich denk da zum Beispiel mal an die ganzen Bankauszüge, die man heute nicht mehr braucht, Rechnungen, die man sich direkt ins Onlinebanking speisen lassen kann, irgendwelche Formulare, die online ausgefüllt werden, Flugtickets, die auch nicht mehr physisch vorhanden sind etc. etc.
Nicht zuletzt sägt die Post auch am eigenen Ast. Unter der Marke Swiss Post Box bietet die Post einen Dienst an, der den Briefträger auch so ziemlich überflüssig macht und DirectPoint versendet auch gerne elektronische Newsletter im Auftrag.

Immerhin hat die Post erkannt, dass sie den Schwund bei der Briefzustellung irgendwo auffangen muss. Das sich diese Veränderungen nicht so einfach aufhalten lassen, hätte aber der Post schon lange vorher in den Sinn kommen können. Mich wundert es, dass sie nicht schon viel früher auf den elektronischen Zug aufgesprungen sind.
Nutzt ihr die Swiss Post Box schon? Habt ihr kreative Ideen, wie die Post ihre Verluste kompensieren könnte?

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2 Kommentare

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  1. Hausverwaltung | 3.08.2009 14:31

    Ich denke nicht nur die zurückgehende Werbepost (Newsletter) macht der Post zu schaffen… die gesamte Entwicklung geht auch weiterhin ins digitale. Ich habe vor kurzem mein Konto gewechselt. Hierfür musste ich nur einen Brief verschicken (Finanzamt). Alles andere ging per E-Mail oder Telefon. Vor 10 Jahren hätte ich locker 15 Briefe verschicken müssen… Grüße, Dennis

  2. Frédéric | 30.07.2009 10:31

    Die Post versucht schon mit dem http://www.post.ch/directpoint hineinzukommen und hat mir durch die sehr guten Newsletter gute Tipps gegeben, wie ich DirectMarketing machen kann, ohne die Post… Vielen Dank trotzdem!
    Mit Briefen haben wir kein Feedback (oder wenig) von den Kunden. Mit einem guten e-Newsletter weiss man genau wer was wann gemacht hat (z.B. Links zu mehr Infos)

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