Personal Marketing mit der digitalen Visitenkarte?

telnicMit dem Internet verlagern sich auch die Kontakte, oder zumindest die Kontaktverwaltung immer mehr in den digitalen Raum. Immer mehr Firmen bieten darum auch Dienste für das Veröffentlichen von Kontaktinformationen im Internet an. Nur: Sind diese Dienste wirklich nötig?

Prominentestes Beispiel für das Veröffentlichen von digitalen Kontaktinformationen ist sicher das Unternehmen telnic, das unter der Domainendung .tel solche digitalen Visitenkarten (hier ein Beispiel) zur Verfügung stellt. Im Unterschied zu den meisten anderen Unternehmen setzt telnic zu Hundert Prozent auf diesen Dienst, und glaubt, damit die „Killer-App“ der nächsten Jahre anzubieten. Das Werbevideo von telnic suggeriert denn auch, dass eine .tel-Domain unverzichtbar ist – zumindest für den (zugfahrenden) Mann von heute:

Auch Startups wie etwa card.ly oder gluegl.me setzen darauf, dass Personen ganz wild darauf sind, ihre persönlichen Informationen der Allgemeinheit zugänglich zu machen.

Nur: Im Vergleich mit den omnipräsenten .com-Domains sieht die Anzahl der registrierten .tel-Domains ziemlich mikrig aus. Ende Mai meldete telnic, dass man bereits 200’000 registrierte Domains verzeichne. Verglichen mit den rund 81 Millionen derzeit registrierten .com-Domains allerdings nicht mehr als ein laues Lüftchen. Allein im ersten Quartal 2009 wurden 7,3 Millionen neue .com- und .net-Domains registriert.

Das zeigt nicht nur, dass lieber auf geläufigere Domainendungen zurückgegriffen wird, sondern auch, dass sich solche „Visitenkarten-Domains“ nur wenig Beliebtheit erfreuen. Kunststück: Wer heute (im Web) etwas auf sich hält, schustert sich doch gleich einen eigenen Internetauftritt. Und transportiert so nicht das Image eines Domainanbieters, sondern sein eigenes.

Habt ihr eine digitale Visitenkarte im Netz stehen? Seht ihr einen Sinn in solchen Kontaktdaten-Seiten? Oder greift ihr dazu auf Dienste wie Xing oder LinkedIn zurück?

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9 Kommentare

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  1. Dejan Novakovic | 14.05.2010 18:08

    Ob eine digitale Visitenkarte Sinn macht, weiss ich auch nicht.

    Xing oder Facebook ist fast so normal wie eine Website oder Visitenkarte und sollte ausreichen um die Kontaktdaten zu transportieren.

    Aber wenn ich Xing nütze um meine Video Visitenkarte/ Imagevideo zu promoten, dann macht es schon Sinn.
    Ich kriege nicht nur Neukunden dadurch, sondern ermögliche meinen bestehenden Kunden mich leichter weiter zu empfehlen.

    Bsp.
    http://www.youtube.com/watch?v=q_OVvnApBXo&feature=related

    Ein Bild sagt mehr als 1000 Worte, ein Video erzählt die Geschichte.

    Digital also nur mit Video.

  2. Anya Rutsche | 23.07.2009 18:09

    Ich stimme Karsten Füllhaas voll und ganz zu. Eine .tel Domain hat noch nichts mit personal Marketing zu tun. Erst was jeder aus dieser oder jener Domain macht, entscheidet welchen „Marketing“-Nutzen sie haben wird.

    Ich persönlich habe andere Profile, wo ich genau weiss, wer welche Kontaktinformationen über mich zu sehen bekommt. Ansonsten reiche ich dann doch lieber die traditionelle Papier-Visitenkarte an mir bekannte Personen weiter.

  3. Karsten Füllhaas | 22.07.2009 20:38

    Persönliches Marketing erschöpft sich nicht in der Bekanntgabe von Telefonnummer und E-Mail Adresse. Ein gutes XING-Profil oder ein eigener Blog leisten da bessere Dienste, wo man sich mit guten, selber erstellten Inhalten online eine eigene Identiät aufbauen kann.

  4. heinka | 22.07.2009 14:50

    Ich schließe mich der im Vorgänger-Beitrag vertretenen Meinung an!
    Ich finde das Angebot dieser neuen Domain-Art wirklich interessant und sehe in einer .tel-Domain einige Vorteile!

    Inwieweit sich jedoch die TELs durchsetzen werden, das muss man abwarten.
    Es gibt ausgesprochen kontroverse Sichtweisen und Standpunkte zu dieser neuen Top Level Domain und erst die Zeit wird es zeigen, ob sie weltweit angenommen wird.

  5. Hoehrmann.com | 21.07.2009 23:10

    Hallo Thomas,

    bezugnehmend auf deinen letzten Satz habe ich eine Lösung für dich, welche dich vielleicht überraschen wird: kauf dir eine TEL-Domain für ca. 10,– Euro. Genau das leisten TEL-Domains nämlich.

    Der Vorteil ist nur, dass die Daten aller TEL-Domains als Gelbe Seiten funktionieren und aufgrund der Einbindung der Telefonnummern in den „Domain Name Server“ blitzschnell über ein Mobiltelefon zu bedienen sind.

    Neue Technologien benötigen eine einheitliche Struktur, um z. B. Telefonanrufe mit einem Klick starten zu können. Dies leisten aufgrund der neuen Technologie nur TEL-Domains.
    Die vielen Vorteile möchte ich jetzt nicht einzeln aufführen, da ich sonst 20 Seiten Text benötige. Wer diese nicht ersehen kann, hat sich halt noch nicht mit der Thematik auseinander gesetzt.

    Der Vergleich im obigen Artikel zwischen .COM-Domains und .TEL-Domains hinkt natürlich: 5 Wochen nach Realisierung von .TEL-Domains gab es schon 200.000 Stück – 5 Wochen nach Realisierung von .COM-Domains gab es hingegen nur ganze 3 (!) Stück.

    Es gibt keine weitere Top-Level-Domain, die innerhalb so kurzer Zeit so viele Registrierungen wie .TEL hatte. Da muss es wohl noch ein paar Leute mit einer anderen Meinung als oben geben.

    Viele Grüße!

  6. Thomas Hutter | 21.07.2009 11:53

    Im Zeitalter von Xing, Facebook und Co. ist die Benutzung einer .tel Domain und die Dienste von card.ly oder gluegl.me wahrscheinlich gleich überflüssig wie ein Poken.
    Was dafür sicherlich eine gute Dienstleistung sein könnte, wäre eine Website, wo man die Profilinformationen wie Tel./Fax/Handy/E-Mail für die verschiedenen Social-Netze zentralisiert verwalten könnte.

  7. Patrick C. Price | 21.07.2009 10:49

    Sehe den Nutzen ebenfalls nicht.

    Denn man hat ja nicht immer genügent Kaffeeschaum dabei, um die URL an eine Scheibe zu schreiben, also macht man eine Papier-Visitenkarte mit der .tel-Adresse für die übrigen Adressen?

    Ist ungefähr so (un-)nützlich wie ein Poken.

    Wer eine eigene Site (mit oder ohne Blog) hat, kann dort ebenfalls all seine Angaben hinterlegen und zudem selbst das Layout, etc. wählen.

    Investment-Tipp: Sell! Ich würde keine .tel-Aktien kaufen… 😉

  8. blogstone | 21.07.2009 09:32

    Diesen Dienst braucht wohl niemand der Facebook und XING nutzt oder wo liegt der Vorteil darin, ich sehe keinen?

  9. Dirk Worring-Ramstoeck | 21.07.2009 08:57

    Der Dienst ist ziemlich langweilig. Da habe ich doch lieber meine .ch topleveldomain (die auch gleich andeutet in welchem Land ich lebe). Was .tel aber noch mehr braucht als eine gute Geschäftsidee oder Ben Affleck Schauspielunterricht, ist eine neue Werbeagentur. Dieser Spot ist einfach nur lächerlich.
    XING, Facebook ja, LinkedIn nein. Denn wer neue Kunden gewinnen will und Sie mit einem early-nineties Design ohrfeigt, da will man sich lieber einen spitzen Gegenstand in den Augapfel stossen – und die Seite schnell verlassen.

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