Google Chrome OS

Ist das wirklich ein harter Schlag gegen Microsoft?

Google lanciert Ende 2010 ein kostenloses Betriebssystem für kleine Notebooks – sogenannte Netbooks. Google Chrome OS. Wir sind ja sowieso meistens nur im Web unterwegs. Im Web will Google König sein.

Das System soll innert Sekunden aufstarten und sofort den Internet-Zugriff ermöglichen. Mit an Bord sind schon etliche Netbook-Hersteller wie Acer, Asus, HP und Lenovo. Geschätzte 90% meiner privaten Tätigkeiten am PC (oder eben Netbook) spielen sich im Internet ab – in den meisten Fällen reicht mir ein handliches Netbook vollends aus. Ist Google Chrome OS somit eine Gefahr für Microsoft?

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Zeit für ein rundum neues System
Die heutigen Betriebssysteme Windows, Mac OS und Linux wurden in einer Zeit geplant und entwickelt, die grundlegend anders war als die heutige. Seither hat sich ein Grossteil unserer Computer-Tätigkeiten ins Internet verlagert. Google positioniert das neue System als Web-Betriebssystem basierend auf ihrem Chrome-Browser.

Immer mehr spielt sich im Himmel ab
In the Cloud. Internet-Benutzer speichern immer mehr von ihren Daten direkt „in the Could“, also in Online-Diensten ab. Bilder bei Flickr, Videos bei YouTube, Dokumente in Google Docs oder auf Online-Harddisks, E-Mails in einem Webdienst. Man will von überallher Zugriff auf seine Daten haben, sich nicht um Backups kümmern. Auf diesem Trend baut Google sein neues System.

Sicherer und reibungsloser
Google will das neue System von Grund auf so bauen, dass keine Gefahr von Viren oder anderer bösartiger Software besteht. Auch sollen mühsame Hardware-Konfigurationsprobleme wegfallen. Es soll einfach laufen.

Einige sehen in diesem Schritt den Todesstoss für Microsoft. Andere denken, Google will einfach von den erwarteten News rund um das neue Web-Office von Microsoft ablenken. Viele sagen: in der Businesswelt wird Google Chrome OS praktisch keine Rolle spielen – und dort verdient ja Microsoft schliesslich ihr grosses Geld.

Bemerkt ihr auch, dass ihr immer mehr Daten im Internet ablegt, um von überall her darauf zugreifen zu können? Verwendet ihr jetzt schon die Google Docs? Denkt ihr, das neue Google Chrome OS wird ein harter Schlag für Microsoft sein?

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18 Kommentare

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  1. Yves | 10.07.2009 17:36

    @sam
    Ich habe die bessere Taktik. Wir haben 4 Karten in vier verschiedenen Haushalten in der ganzen Schweiz verteilt. Das System liesse sich noch verfeinern, in dem man gegenseitig in einem Tauschkreis regelmässig die Karten tauscht. Wäre vielleicht noch mal ein Web 2.0 Projekt?

  2. Nachtmeister | 10.07.2009 17:31

    Lol. Das ist ein cooler Vergleich. Den muss ich mir merken für den nächsten Windows Fanboy, der sich über Google Chrome beklagt 😀

  3. Sam Steiner | 10.07.2009 17:27

    @Nachtmeister – Im Vergleich zu Migros ist Google ja voll easypeasy. Migros bezahlt mich (via Cumulus-Gutschriften) dafür, dass jedes kleine Ding, das ich kaufe, registriert wird. Die wissen viel mehr über mein Leben als Google (bei denen ich meine Dokumente und meine E-Mails habe).

    Aber ich kleiner Schlaumeier, ich verfälsche die Cumulus-Statistiken, indem ich Waren kaufe, die ich nicht brauche (und dann wieder verhöckere)!

  4. Nachtmeister | 10.07.2009 17:20

    Jap, das wäre eindeutig ein Grund, warum Google eine grössere Masse ansprechen könnte: Weil man es kennt. Könnte aber eben auch ein Grund sein, warum es die Leute nicht kaufen. Wenn ich mir die sinnlosen Diskussionen darüber ansehe, dass Google Daten sammelt mit dem Chrome (was ja völlig banal ist, denn diese Daten kömmen ja allen zu Gute und sind sicher längst nicht so gefährlich, wie in ein Auto zu steigen) kann ich mir vorstellen, dass beim GoogleOS das Selbe passieren könnte.

    Aber ich freu mich auf jeden Fall darauf. Hatte bereits vor längerer Zeit ein Video gesehen, wo anscheinend schon das Google OS Cloud Dings Bums auf einer Messe auf einem Notebook installiert war. Finde die Idee super, da die ambitionierten User eh schon alles Online speichern (ich übrigens sogar meine Passwörter)

  5. Sam Steiner | 10.07.2009 17:05

    @Nachtmeister – anfangs lag doch Linux vorne bei Netbooks!

    Ich habe zu Hause 3 Netbooks von ASUS, unter anderem das erste Hype-Modell EeePC 4G. Die kamen mit Linux drauf aber es waren meiner Meinung nach zu schlechte Versionen von Linux. Auch war per Default eine Mega-Dummy-Oberfläche aktiviert, bei dem sich jeder vera*****t vorkam, der schon mehr als 3x einen PC bedient hatte. Hätten sie von Anfang an eine coole Netbook-Variante von Ubuntu gebracht, wäre die Geschichte anders gelaufen.

    Natürlich gab es aber beim ersten Netbook noch kein ausgereiftes Netbook-Ubuntu 🙂 Das ist mittlerweile schon über ein Jahr her und vielleicht ändert sich da was.

    Oder eben: vielleicht kommt die Netbook Generation 2 mit Google Chrome OS besser vom Fleck – weil man Google kennt.

  6. Yves | 10.07.2009 17:03

    @sam
    Das gilt alles für mich auch (mal abgesehen von Flickr, dort habe ich lieber picasa). Aber ich habe schon Leute supportet, die Hemmungen haben, überhaupt ihre Mailadresse rauszurücken, wenn es nicht sein muss. Gibts mehr als man denkt.

  7. Nachtmeister | 10.07.2009 16:58

    Ich denke aber nicht, dass nur weil es kostenlos ist, die Leute es auch kaufen. Sonst würden auch alle die Netbooks mit Linux kaufen. Die Leute leben eher nach dem Motto „was der Bauer nicht kennt, das frisst er nicht“ und genau so weit wie sie sich von einem Linux fernhalten, was ja bei den heutigen grafischen Oberflächen auch für einen Laihen kein Unding mehr ist, genau so weit könnten sie sich auch von einem GoogleOS fernhalten. Ja, viele Leute wissen ja nicht mal was „CloudComputing“ bedeuten und wenn sie es wissen folgen Argumente wie „Überwachung, Sicherheit, etc.“.

    Das kann ich ganz einfach von den Jahrgängen, welche jetzt über 30 Jahre alt sind und nicht so viel mit Computer am hut haben ableiten.

    Ich hatte neulich eine Präsentation über Linux und habe anhand der grafischen Oberfläche versucht, den Leuten dieses Betriebssystem näher zu bringen. Ich bin sogar so weit gegangen, die Konsole einfach mal gar nicht zu zeigen und mal wirklich nur die Aspekte zu zeigen, welche ich als User, der nur Windows kennt, eventuell interessant finde.

    Doch das geht den meistens links rein und rechts wieder raus.

    Anders wäre es allerdings, wenn der Markt auch mit spielt und sich PC geschäfte wirklich dafür entscheiden, einen grossen Teil an Maschinen mit GoogleOS anzubieten. Ob das allerdings passiert, bleibt für mich fraglich.

  8. Sam Steiner | 10.07.2009 16:57

    @Yves:
    Ich verwende Google Docs für möglichst viele Daten (Textdokumente, Spreadsheets, PDFs). Hatte Wuala versucht aber dann nicht wirklich eingesetzt, weil es auf Ubuntu nicht so ohne Weiteres lief. Evernote als Notizenspeicher in the Cloud und maile mir auch ab und zu wichtige Dinge, die dann in Gmail überall zur Verfügung stehen. Fotos sende ich an Flickr (habe aber bisher immer das Original noch selber behalten).

    Ich glaube, in der heutigen Facebook Zeit zeigt sich, dass die meisten gar keine Hemmungen vor der Cloud haben.

  9. Yves | 10.07.2009 16:56

    Es ist vielleicht noch zu bedenken, dass die Leute das OS kaufen, das auch auf dem PC installiert ist, den sie sich ausgesucht haben. Da hat MS mit ihren Verträgen mit den PC Herstellern einen riesen Vorsprung. Ausserdem kennen sie das OS schon aus dem Geschäft und beim Netbook muss es auch Windows sein, weil es ja sonst nicht zum Rest des Equipments passt. Dies alles sind wichtige Faktoren für die Beherrschung des Marktes.

  10. Sam Steiner | 10.07.2009 16:43

    @Christian – klar, aber meine Hauptaussage war nicht betreffend Plugins, sondern: obwohl es für mich gewissen Nachteile hat, nutze ich TROTZDEM Google Chrome. Ich hatte versucht, da zu implizieren, dass Google Chrome einiges richtig macht – dass einige Gründe existieren, diesen Browser zu verwenden.

  11. Christian Leu | 10.07.2009 16:39

    @Sam
    Plugins, wir denken immer zu nerdig und zu weit weg von der breiten Masse. Wenn man sich die Anzahl von Leuten anschaut die noch mit dem IE unterwegs sind, wieviele davon kümmern sich wohl um Plugins? Genauso wie in Firmen nur der IE 6 installiert ist. Man darf nicht immer davon ausgehen dass unsere Bedürfnisse für alle gelten. Weil dann würden alle auch Bloggen und Twittern.

  12. Sam Steiner | 10.07.2009 16:29

    @Nachtmeister – allerdings leben Netbook von ihrer Un-Pfupfigkeit, Kleinheit, opt. Laufunfähigkeit und dem daraus folgenden kleinen Preis. Wenn nun ein Netbook mit Windows doppelt so teuer ist wie eines mit Google Chrome OS (das Unwort Linux wird schön versteckt, damit niemand Angst kriegt), dann ist das schon ein gutes Argument für das gNetbook, nicht?

    @Christian – ich vermisse bei Chrome die Plugins, verwende es aber trotzdem, weil es so viel schneller ist (bei mir) als Firefox. Das geht aber bisher eher nur wenigen so, auf http://www.bassic.ch hatte ich im letzten Monat nur 2.25% Besucher mit Chrome. Das OS könnte durchaus viel mehr erreichen als das – gerade auch, wenn Hersteller wie Asus, Acer, Lenovo und HP dabei sind.

    In der Tat ist es krass, was KMUs für ihre interne IT ausgeben (Server-Hardware, -Software, Manpower), wenn man bedenkt, dass komplette Dienste „in the Cloud“ dafür bereitstehen und wesentlich sicherer sind.

    @Capo – wenn die Firmen, die selbst auf ihre Daten acht geben wollen, das Ganze genauer anschauen würden, würden sie vielleicht zum Schluss kommen, dass es besser wäre, einer Web-Monsterfirma zu vertrauen als dem eigenen SysAdmin, der mit seinem Lohn nicht zufrieden ist… so krass es tönt: ich bin der Meinung, die meisten Daten wären zentral bei Google sicherer aufgehoben.

  13. Yves | 10.07.2009 16:00

    Ich lagere auch immer mehr Daten in die Cloud und denke das wird auch die Zukunft sein. Ob das allerdings so schnell geht? Viele User scheuen sich noch davor, irgendwelche persönliche Daten irgendwo abzulegen, wo sie sie nicht kontrollieren können.
    @capo spricht was wichtiges an. Mit einem ChromeOS braucht es auch irgendwo Server, die immer erreichbar sind. Diesen Markt wird es nicht gross ankratzen und dort leidet MS ja schon lange.

  14. capo | 10.07.2009 13:15

    Daten auf die ich Online nicht zugreifen kann sind für mich Tote daten. Da kann man sie ja genausogut ausdrucken und in einen Ordner ablegen.
    Muss aber sagen das ich meine Daten selber verwalten will. In the Cloud ist zwar lässig, aber ich will selber die Cloud sein. Viele Firmen wollen auf ihre Daten selber acht geben. Wenn Google eine Serversoftware zur verfügung stellt um die Docs bei sich zu „hosten“, dann sehe ich eher schwarz für Microsoft.

    Für 90% der Heimanwender ist ChromeOS auf jedenfall das richtigere

  15. steveballmer | 10.07.2009 13:14

    Not impressed!

  16. Christian Leu | 10.07.2009 12:15

    Ich bin überzeugt dass Chrome OS in Zukunft (+5 Jahre) eine wichtige Rolle spielen wird. Firmen werden nur noch leichte Thin Clients haben auf denen die komplette Office APP von GMail bis zu Google Docs benutzt wird. CRM und ERP Systeme werden Browserbasiert verfügbar sein und die Kosten für den Unterhalt dieser Thin Clients werden genauso sinken wie die Kosten für Server im Betrieb.

    Bei den privaten wirds im Endeffekt dasselbe werden. Das Netbook mit installiertem Chrome OS wird ausreichend sein um die Bedürfnisse eines privaten Normalanwenders abzudecken. 95% Surfen, der Rest für Bilderverwaltung (online), 1% mal wirklich einen Brief schreiben mit Google Docs und den Weinkeller wird man in Google Spreadsheets verwalten. Wer gamen will kauft sich dazu eine PS3 oder so.

  17. Nachtmeister | 10.07.2009 11:53

    Ich denke das Google OS wird genau so wenig wie auch der Google Chrome irgendwo weiter oben landen, als der Google Chrome jetzt ist. Die Dinge, die Google herstellt sind zweifelsfrei toll, aber doch ist die ganze Sache halt ziemlich vom Markt abhängig, der Microsoft sicher noch länger dominieren wird in Voraussicht auf das neue Windows 7 und die kommenden Server Versionen.

    Daher denke ich, wird das Google OS in einem genau so kleinen Rahmen wie auch Linux und co. auf den Clientrechnern vertretten sein, was unter Umständen nicht mehr als 1% des Weltanteils ist.

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