Marketing im Web 2.0 – Wie hoch ist der Aufwand?

success-way1In meinem Post von letzter Woche ging ich der Frage nach, was es denn im Web 2.0 zu gewinnen gibt. Heute beschäftige ich mich mit der Frage, was denn ins Web 2.0 gesteckt werden muss, damit sich dies zu erfolgreichem Webmarketing entwickelt.

Vielerorts herrscht die irrige Meinung vor, um im Web 2.0 erfolgreich mitzumischen, reicht es sich einen Blog zu installieren, eine Anmeldung bei Twitter hier und einen Account bei Facebook dort genügt. Kaum ist man damit fertig, merkt man, dass sich irgendwie der Erfolg nicht einstellt. Wo liegen nun die Fehler?

Was ist zu beachten im Web 2.0

Web 2.0 hat ja auch den Spitznamen „Mitmach-Web“. Dieser Name muss unbedingt sehr ernst genommen werden. Sei es nun ein Blog, ein Forum oder eine Social Community. Es sollte keine Gelegenheit im Internet ungenutzt gelassen werden, seine Plattform zu Promoten. Das heisst, natürlich nicht nur den Eintrag in Verzeichnissen etc., sondern vor allem auch das Einbringen in die eigene Plattform zum Einen, zum Anderen sich auch in anderen Communities einbringen. Hier ein paar Tips:

  • Aktiv in anderen Blogs kommentieren. Unbedingt darauf achten, dass nur kommentiert wird, wenn man auch was zum Thema zu sagen hat. Allzu schnell hat man sonst den Ruf als Spamkommentierer weg.
  • In den diversen Communities nur aktiv werden, wenn man auch die Ressourcen und den Willen hat, dort aktiv zu sein und nicht nur zu nehmen, sondern vor allem auch zu geben.
  • Genug Zeit einplanen, um die Communities zu pflegen. Dies wird gerne unterschätzt.

Wieviel Zeit benötige ich für die Web 2.0 Aktivitäten?

Beth Kanter, eine Expertin für Nonprofit-Organisationen und Web 2.0 hat folgende Aufstellung über den Zeitaufwand pro Woche gemacht:

  • 5 Stunden „Zuhören“. Man hält sich auf dem Laufenden, was im Web über die eigene Firma oder Organisation berichtet wird.
  • 5 Stunden „Partipizieren“. Es wird an Diskussionen teilgenommen, Kommentare geschrieben, auf Kommentare eingegangen etc.
  • 10 – 15 Stunden „Buzz generieren“. Blogposts schreiben und diese im Web „vermarkten“.
  • Mehr als 20 Stunden Aufwand sind noch zu rechnen, wenn man eine eigene Social Community unterhält oder sich richtig in Facebook einbringt. Dies beinhaltet Beantwortung von Anfragen, entwicklung von neuen Ideen, „netzwerken“ mit anderen Mitgliedern etc.

Dies sind natürlich keine Richtwerte. Sie sollen nur veranschaulichen, dass die Installation der Technik für Web 2.0 nur der Anfang ist und vom Aufwand her schon fast vernachlässigbar ist. Ist man nicht gewillt, für das Engagement im Web 2.0 einen Aufwand zu erbringen, kann es gerade so auch sein gelassen werden.

Habt ihr Erfahrung mit Social Media? Sind diese Aufwände in etwa realistisch? Habe ich was vergessen? Funktioniert es auch mit weniger Aufwand?

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6 Kommentare

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  1. Thomas Hutter | 9.07.2009 11:50

    Deine Zeitrechnug könnte in etwa hinkommen, abhängig natürlich davon, wie man eingerichtet ist, welche Tools man verwendet, wie viel man recherchiert, wie schnell das man sich eine Meinung bilden und diese auch in Worte fassen kann.

    Meine Aufwendungen für Web 2.0 / Social Media habe ich noch nie wirklich totalisiert, ich trage mir aber auch nicht im Kalender ein, dass ich von 15 – 16.00 Uhr mich mit Facebook oder irgendwas auseinandersetzte. Vielmehr ist es eine Lebensart, während einer Zigarettenpause, im Zug, auf dem Klo, während dem Warten auf irgendwas, meine Tweets, RSS-Feeds, Mails, etc. zu checken und je nach Lust und Laune eine Antwort zu senden, einen Beitrag zu verfassen oder mir einen Reminder zu setzen, dass ich einem Thema weiter nachgehe.

    Es ist auch nicht an jedem Tag gleich, manchmal prasseln 20 Themen pro Tag auf mich nieder, welche mich interessieren, an anderen Tagen lese ich nur Nonsense und kümmere mich auch nicht weiter um irgendwas – halt je nach Stimmung.

    @capo muss ich inhaltlich recht geben, ich denke nicht, dass man jemandem Web 2.0 Marketing wirklich beibringen kann – entweder eine Firma oder eine Person hat Spass daran und lebt mit der Einstellung andere an Knowhow, Gefühlen oder Meinungen teilhaben zu lassen und sich aktiv auf Diskussionen einzulassen oder eben nicht.

  2. Sam Steiner | 9.07.2009 11:05

    „Aktiv in anderen Blogs kommentieren“ ist meiner Meinung nach schon Spam.

    Für den Web 1.0-Ego wird das spitzfindig tönen, aber ich glaube hier liegt im Detail etwas Wichtiges versteckt: bin ich einfach aktiv im Web 2.0, um Leute auf meine Site zu kriegen oder bin ich wirklich Teil des Web 2.0, also Teil der Diskussion, Teil der Interaktion.

    „Sich aktiv in die Diskussion einklinken“ ist meiner Ansicht nach bei Weitem nicht dasselbe wie „Aktiv in anderen Blogs kommentieren“.

    Du beschreibst das in den folgenden Punkten gut (da hast du noch ein „nehmen“ zuviel im Text).

    Wie aus den obigen Zahlen hervorgeht: man kann diese nötige Zeit nicht alleine aufbringen – keine Chance.

    Deshalb habe ich schon vor 10 Jahren komplett auf User Generated Content gesetzt und erreiche dadurch das 1000-fache von dem, was ich alleine könnte (geschätzt an den gesamthaft vielleicht 25000 Teilnehmern in den verschiedenen Communities, die ich betreue). Ich merke, es wäre schon mehr Potential da, wenn ich mehr Zeit dafür aufbringen könnte – was leider nicht möglich wäre. Ich würde die eigene Zeit aber dafür einsetzen, den Community-Members die bestmögliche Plattform zu Interaktion anzubieten und nicht selbst zuviel Zeit für den Content verwenden, auf Kosten der Weiterentwicklung.

    Scalability, scalability, scalability.

    Übrigens geht das auch bei Facebook-Pages: man kann umstellen, dass auch die Posts von Fans direkt in der Haupt-Timeline erscheinen. Erst so nutzt man dann den Power der Menge – User Generated Content. (Ist vielleicht nicht in jedem Fall wünschenswert, beispielsweise wenn Cablecom eine Facebook-Fanpage hätte, würde man als Firma Inhalte von „Fans“ nicht unbedingt direkt sehen wollen)

  3. Yves | 9.07.2009 10:07

    @marco
    Danke fürs Kompliment.Ist immerhin der erste Kommentar aus Oesterreich. Hatten schon gedacht, Internet gibts bei euch nicht. 😉
    Im Ernst, wir haben in der Tat kaum Besucher aus Oesterreich und haben uns schon gefragt, an was das liegen könnte.

  4. Marco | 9.07.2009 09:59

    Guter Post, danke! Da sieht man wirklich, dass wenn man im Web 2.0 effektiv sein will, dh. Nutzen daraus ziehen möchte, wirklich einiges an Zeit investieren muss, auch wenn im Netz alles per Mausklick funktioniert.

    Vor allem denke ich, das Zuhören mit 5h/Woche zuwenig ist. Man erlebt durch das Web 2.0 einen Informations-Overload und man muss echt beinhart sortieren anfangen und Disziplin bewahren was lese ich, welches Video schaue ich an, welches Buch bei Amazon bestelle ich…etc.

  5. Yves | 9.07.2009 09:34

    @capo
    Vielen Dank für den Kommentar. Du siehst es, wie meist, genau richtig. Die Stundenzahlen können natürlich sehr stark variieren. Es ist auch so, vor allem bei der Buzzgenerierung, dass man vor allem am Anfang viel Zeit investieren muss, bis man eine gewisse Basis geschaffen hat, die das „Buzzen“ dann wesentlich erleichtert.

  6. capo | 9.07.2009 09:22

    Ein „Mitmach-Web“ braucht nicht nur zeit sondern auch begeisterung.
    Wenn ein Chef der sekretärin sagt: „Mach mal nen Firmenblog und schreib Firmensachen, Twittere und mach einfach so mal Web2.0 sachen“ dann nützt das nix wenn die Sektretärin damit nix anfangen kann.
    Wenn „befohlen“ wird „Macht alle mal Web2.0“. Nur damit man selber nichts machen muss, dann ist das auch nutzlos.
    Für mich sind Chefs gefragt. Das ein Chef keine zeit hat ist klar. Er muss ja Golf spielen.

    Ich habe schon oft gehört das Web2.0 ein Produktivitäsfresser ist, und nichts nützt.
    Wer dieser ansicht ist hat den grundgedanken von Web2.0 nicht verstanden.
    Es ist klar das Web2.0 Zeit braucht, doch wenn man davon begeistert ist dann macht man viele von den aufgezählten Stunden ausserhalb der Arbeitszeit.

    Die Stunden sind meinermeinug heute etwas hoch. Gerade Twitter hat es möglich gemacht die „Buzz“ zeit etwas runterzuschrauben.

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