Opera Unite – Ordner fürs Chaos?

Unite - einer für alles?

Social Networks wachsen wie kein anderer Service im Internet, was zu einem grossen Teil am Mitmachweb liegt, bei dem sich User nicht nur austauschen, sondern fleissig content generieren und Inhalte teilen. Und dass auf einer ganzen Reihe von Plattformen – was mitunter ganz schön nerven kann.

Ich habe mein Profil auf Facebook, meine Fotogalerien auf flickr, meine Videos auf Youtube, meine anspruchsvollen Videos noch auf Vimeo, meine Kurznachrichten in Twitter und meinen eigenen Blog für längeres als 140 Zeichen. Live gehts über Skype und Messenger. Man kann das natürlich alles irgendwie untereinander verbinden, aber vor allem habe ich die Daten, die ich teilen will, erstmal auf meiner Festplatte im Rechner – heisst ich muss immer alles irgenwo hochladen. Und da macht nun Opera mit dem Service Unite einen Vorstoss, den ich ganz wundervoll finde. Ich richte mir eine Profilseite ein und über zuschaltbare Services kann ich die Inhalte aus gewählten Ordner meiner Festplatte direkt über den Browser anderen zur Verfügung stellen.

Nicht neu, aber ein gutes Schweizer Sackmesser

Screenshot von meiner Unite Seite

Die haben hier das Rad auch nicht neu erfunden in Puncto Technologie, wohl aber im Konzept. Für Firefox gab es beispielsweise auch schon plug-ins, mit denen man lokale Ordnerinhalte über den Browser bereitstellen konnte. Und die anderen Services, wie oben schon erwähnt, sind ja auch alle verfügbar. Unite packt es nur alles in einem Interface zusammen. Über ein paar klicks in den Einstellungen kann ich alle gewünschten Funktionen hinzuschalten und gleich verwenden. Hier mal eine Übersicht:

Blog – ist gleich in meinem Profil drin, brauche keinen eigene Domain mehr
Fotogalerien
– kann ich direkt von meinem Ordner sharen  (oder eben hochladen in mein Profil)
Favorites
– ist meine Delicious / Stumble upon … Liste
Friends
– deckt das ganze Spektrum der Freundesverlinkung ab
Shout Box
– ist der Twitter Ersatz
The Lounge
– ist das integrierte Chat Modul
Media Player
– erlaubt mir und anderen Zugriff auf meine Musik, egal von wo.
Frigde
– ist eine beschränkt nützliche aber sehr witzige Idee. Damit kann man Freunden „Post-It“ Notizen auf den virtuellen Kühlschrank kleben. Meine Frau würde mir da „Kauf Klopapier“ hinkleben. Also doch ganz nützlich.

Zettelchen an den Kühlschrank kleben geht nun auch online

Was mir noch fehlt ist eine Video Lösung. Momentan kann ich nur Youtube Videos in meine Blogposts einbinden, aber ich bin sicher das kommt auch noch.

Kurz noch ein paar Worte zum Thema Sicherheit. Viele werden sich fragen, ob es kein Risiko ist lokale Ordner und Dateien freizugeben über den Brwoser. Zum einen kann man für alles unterschiedliche Berechtigungen setzen (öffentlich, nur mit Einladung durch URL und Passwort oder nur Privat), zum anderen ist es eben so: Wo es ein Schloss gibt, gibt es auch einen der es knacken kann. Wenn also jemand an Eure Daten will, dann gibt es einen Weg. So oder so. Und noch etwas muss man hinzufügen, alles läuft dann natürlich über meinen Traffic und meine Bandbreite. Für die Zukunft mit immer schnelleren Zugängen und weiterhin ohne Trafficbegrenzung aber auch kein Deseaster.

Resumee

Wie gesagt, technologisch nichts neues unter der Sonne, als Idee endlich mal alles was man so hat und macht im Social Web in einem bequemen Interface zusammenzufassen, finde ich es hervorragend. Obendrein kann man natürlich auch noch Widgets laden für seine anderen Seiten und Profile wie z.B. Facebook und viele Gadgets mehr. Hier noch das ofizielle Werbefilmchen von Opera zu Unite:

Habt Ihr schon es probiert? Profile auf Unite? Was haltet Ihr von der Idee alles unter einem Dach zu haben? Meine (reinen Test-)Versuche findet Ihr hier.

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2 Kommentare

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  1. Dirk | 19.06.2009 14:37

    Was Baden da sagt ist natürlich auch interessant zum Thema Performance, habe ich im Artikel gar nichts drüber geschrieben. Und halb so schnell wie standart XAMP ist ja Hammer, wohlgemerkt mit durschnittlicher Userhardware wie sie jeder zuhause hat.

  2. Baden | 19.06.2009 13:06

    Well researched article, Dirk. As it turns out, Opera Unite benchmark tests show a standard XAMP to be only two times faster. It will be intresting to see how this all plays out. I mean, who would’t want their coffee machine to serve up piping hot web services!

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