Schweizer Politiker und Twitter

politik-schweiz-twitter-politrTwitter ist ein Kommunikationsmittel. Neben vielen anderen. Im Unterschied erstens zu Facebook – wo Verbindungen nur unter Menschen bestehen, die einander offline meist auch kennen, und zweitens E-Mail, wo auf Nachrichten von Fremden allergisch reagiert wird, ist Twitter ein Kanal, das einen Informationsfluss zwischen Menschen ermöglicht, ohne besondere Verpflichtungen.

Politik geht online
Eine solche neue Art von Kommunikationskanal kann für unzählige Informationsarten nützlich sein. Mittlerweile haben alle mitgekriegt, dass die massive Social Media-Kampagne von Obama den Ausgang der Präsidentschaftswahl bedeutend beeinflusste. Das merken langsam sogar Politiker in der Schweiz (die, abgesehen von einigen Open Source Sympathisanten, nicht als besonders innovativ oder schnell gelten). Die Politik muss sich lösen vom Parteiensystem – in dem viel Energie verpufft wird. Online-Tools unterstützen diese Veränderung.

Erste Schritte macht unser Bundesrat Blogger und die Online-Applikation zu den National- und Ständeratswahlen, die passende Kandidaten anhand der eigenen Meinung findet – statt nur anhand von Parteiplakaten. Der direktere Twitter-Draht kommt nun dazu.

Schweizer Politiker in Twitter
Bald twittern also etliche Politiker der Schweiz. Da braucht es auch Möglichkeiten, sie zu finden. ACK Consulting Knowledge hat eine Web-Plattform dafür neu lanciert: Politr.ch. Politr.ch zeigt alle Tweets von Parteien und Politikern in der Schweiz an und lässt gruppieren nach Partei oder Politiker.

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Noch hält sich kurz nach der Lancierung die Anzahl erfasster Politiker in Grenzen. Bleibt zu hoffen, dass weitere Politiker auf diesen neuen Kommunikationskanal aufspringen. So entsteht mehr „Nähe zum Volk“, wie Bundesrat Leuenberger mit seinem Blog schon beweist.

Wie ist das bei dir? Wählst du noch Parteien oder schon Politiker, die nach deinem Gusto politisieren? Hast du schon Tools wie smartvote.ch eingesetzt oder folgst du gar schon den Politikern in Blogs und Twitter? Deine Stimme ist gefragt.

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9 Kommentare

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  1. Alexander Müller | 25.09.2010 01:18

    Ich bin nicht auf Politr aufgeführt. Das ist wieder einmal typisch.

  2. Alexander | 8.08.2010 20:13

    Meiner Meinung nach kann und darf man die USA nicht 1:1 mit der Schweiz vergleichen. Die Printmedien dominieren in der Schweiz nach wie vor. Was in den USA nicht der Fall ist.

    Es gibt inzwischen einige Politiker in der Schweiz, die ihren Blog zugunsten von social media sites wie z.B. Vimentis aufgegeben haben. Das hat den Vorteil, das Leser nun direkt verschiedene Meinungen von Politikern an einem Ort lesen können.

  3. Peter Krummenacher | 17.06.2009 23:08

    Die SP ganz schön oben in der Mitte. Ist ja klar, der Steiner ist ein linker Socken.

  4. Yves | 5.06.2009 11:40

    @sam: Da hast du zum Teil recht. Wie hören die Politiker denn dem Volk zu? An Wahlveranstaltungen? Ich denke eher, dass sich das Volk „ihre“ Politiker danach aussucht, wer per Zufall genau das gemacht hat, das man sich wünscht. Ob er dies in Zukunft auch tut, ist eher dem Glück überlassen. Wenn du dir als Politiker den Populismus auf die Fahne schreibst und dich immer nach dem ausrichtest, hast du schon halb gewonnen. Das hat mit zuhören nicht viel zu tun.

  5. Sam Steiner | 5.06.2009 11:04

    @yves – wenn Politiker anhand von dem gewählt werden, was sie tun, dann führt das schon dazu, dass sie dem Volk zuhören müssen. Das ist doch eine direkte logische Konsequenz.

  6. Yves | 5.06.2009 11:02

    @sam: Smartvote ist sicherlich ein gutes Tool. Jedoch führt es nicht dazu, dass Politiker dem Volk zuhören. Mit dem Tool entsteht keine Kommunikation, dient rein zur Bewertung.

  7. Sam Steiner | 5.06.2009 10:56

    Ja, BR Blogger hat ja damit schon angefangen, bevor Obama das Thema Wahlkampf 2.0 gross raus brachte. Der hat mindestens das begriffen.

    Es kann auch daran liegen, dass es viele Politiker nicht wirklich interessiert, was das Volk denkt. So lange sie wiedergewählt werden, lässt sie dies kalt.

    Genau deshalb wären Tools wie http://www.smartvote.ch essentiell wichtig für jeden Wähler! So würden Politiker gewählt anhand von dem, was sie tun und nicht einfach die mit den lautesten Mäulern.

  8. Yves | 5.06.2009 10:51

    In meinen Augen sind die wenigsten Schweizer Politiker schon so weit, dass sie das Potential von Twitter & Co überhaupt erkennen. BR Leuenberger ist einer der wenigen Spitzenpolitiker der die Vorteile eines Blogs wirklich erkannt hat. Vielleicht hatte er ja auch nur einen Kommunikationsberater, der den entsprechenden Weitblick hatte.
    Es kann auch daran liegen, dass es viele Politiker nicht wirklich interessiert, was das Volk denkt. So lange sie wiedergewählt werden, lässt sie dies kalt. Wichtiger ist, dass das Lobbying funktioniert. Wenn man nur alle vier Jahre ein Feedback vom Volk braucht, ist Web 2.0 total überflüssig. Würde wirklich interessieren, was das Volk denkt, wäre das Web, meiner Meinung nach, das ideale Instrument um dies herauszufinden.

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