Google Wave – Ein Blick in die Zukunft der Kommunikation?

google_wave_logoWährend der Google I/O 2009 (jährliche Entwicklerkonferenz  von Google) stellte der Internetriese unter anderem Google Wave vor.  Was dort in der Beta-Version zu sehen war, lässt darauf schliessen, das da was ganz grosses unterwegs ist.

Google Wave hat sich zum Ziel gesetzt, die bisherige Kommunikation über das Internet zu revolutionieren.  Nun gut, das hört man ja nicht zum ersten Mal. Als ich letzte Woche davon hörte, dachte ich auch, dass das wohl um GMail geht, das mit ein paar Features erweitert wird. Dem ist aber nicht so. Google Wave hat aus meiner Sicht wirklich das Zeug, die Philosophie der Internetkommunikation auf den Kopf zu stellen.

googlevidDie Vielfalt der Möglichkeiten, die Google Wave bieten wird, würde den Rahmen hier sprengen, so dass ich mich auf ein paar Highlights beschränken werde. Mehr Details gibt es im Video von der Entwicklerkonferenz ( 1 Std. 20 Min) oder bei TechCrunch. Seht selbst und geniesst den Blick in die Zukunft der Kommunikation. Es lohnt sich.

Auf den ersten Blick vereinigt Google Wave die Vorteile von Email und Chat. Man kann also eine Kommunikation (Google spricht hier eben von Wave) starten und z. B. einen Freund anschreiben. Dieser sieht die Meldung praktisch ohne Zeitverzögerung und kann sofort wieder antworten. In einer laufenden Diskussion können Gesprächspartner zugezogen werden, in dem ihre Icons an die Stelle in der Kommunikation gezogen werden, die sie betreffen. Natürlich haben diese auch die Möglichkeit, den vorhergehenden Teil dieser Wave zu lesen.  Als grossen Vorteil sehe ich, dass die einzelnen „Mails“ nicht aus dem Kommunikationsfluss herausgerissen werden, wie es in den meisten Email Programmen der Fall ist. Eine zeitliche Sortierung bringt in den wenigsten Fällen etwas, wenn im Team zusammengearbeitet wird.

Im weiteren können z. B. ganze Fotoalben in einen Wave gezogen werden und können praktisch ab sofort von den Mitgliedern bearbeitet werden.

Was mich am meisten beieindruckte ist die Möglichkeit, das Geschriebene gleich online übersetzen zu lassen. D. h. wenn ich Deutsch schreibe, wird der Text noch während der Eingabe z. B. in Englisch übersetzt. Dies funktioniert bereits in über 40 Sprachen.

Den Entwicklern stehen offene Schnittstellen zu Verfügung, die es erlauben,  eigene Anwendungen für Google Wave zu programmieren. Diese sorgen dafür, dass Google Wave zum Beispiel schon jetzt als vollwertiger Twitterclient, eingebunden in Wave, zu gebrauchen ist.

Was ich von Google Wave gesehen habe, begeistert mich jetzt schon. Ich denke es könnte wirklich das Zeug dazu haben, Email als Standard-Kommunikation abzulösen.

Was denkt ihr, ist das überhaupt nötig? Was haltet ihr von Google Wave? Was wären noch für Features wünschenswert?

Nachtrag:
Habe gerade gesehen, dass auf nutzlos.ch ein schöner, ergänzender Artikel zu Google Wave erschienen ist.

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16 Kommentare

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  1. Yves Moret | 9.06.2009 17:08

    @Sam: Innovation ist immer relativ. Ich schätze es eigentlich, das GMail nach „Gesprächen“ sortiert. So muss ich nicht immer bei den gesendeten suchen, wenn ich nicht mehr weiss, was ich dem geschrieben habe. Ausserdem schätze ich das Tagging. Sowas bietet sonst kein Mailclient, den ich kenne.

  2. Sam Steiner | 9.06.2009 16:32

    @Yves: als Webmail wäre Gmail doch deutlich besser, wenn es die soo innovative Funktion „Sortieren nach Absender“ beinhalten würde, nicht? Unglaublich, dass die das immer noch nicht können. Trotzdem verwende ich privat nur Gmail…

  3. Sam Steiner | 9.06.2009 16:27

    Danke für den Nachtrag oben, das kürzere 10-Minuten-Video im verlinken Artikel hatte dann schon eher meine Länge (als das hier verlinkte, 1:20 h lange):

    http://www.youtube.com/watch?v=Itc4253kjhw&feature=player_embedded

  4. Yves Moret | 9.06.2009 16:14

    @marcel: Ich zäume das Pferd eher vom Schwanz her auf. Ich meinte eher, dass Google Wave alles zusammenfassen wird. Verschiedene Mailaccounts, Twitter, Chats usw. alles auf einer Oberfläche. Wobei ich mir vorstellen könnte, dass die heutigen Mailaccounts mit Google Wave Schnittstellen erweitert werden könnten. Das Teil ist ja Open Source.

  5. marcel bernet | 9.06.2009 16:04

    @yves: du meinst also, die im video gezeigten funktionalitäten funzen so gleich auch auf applemail, bei gmail als server? da bin ich unsicher.

  6. Yves Moret | 9.06.2009 10:14

    @Ingmar: Danke für den Tip. So ein WaveCamp wäre vielleicht mal was für die Schweiz. Wave könnte es wirklich wert sein, dass man sich damit beschäftigt.

    @marcel bernet: Meine Meinung zu gmail ist auch ein wenig zwiespältig. Als Webmail finde ich es top und mit einem Mailclient spielt die Werbung ja auch keine Rolle mehr. Ich denke mit Wave stehen die Dinge gut, dass sich jeder „seine“ Kommunikationsplattform“ selber zusammenstellen kann. Das ist das, was begeistert.

  7. marcel bernet | 9.06.2009 09:58

    danke für die zusammenfassung – ich habe immer noch eine abneigung gegen gmail. zu viele icons, zu farbig, zu viel werbung. wir nutzen gmail als mailserver, aber mit applemail-client oben drauf. bin gespannt, wie sich die dinge integrieren lassen.

  8. Ingmar | 8.06.2009 05:53

    Danke für Eure Beiträge zu Wave!

    Wir beginnen gerade das erste „German Wave Camp 2009“ anzuschieben:

    http://WaveCamp.org

    WaveCamp.org dient als Netzwerk zur Vorbereitung und Planung des German Wave Camp 2009 in Berlin sowie dem monatlichen WaveWednesday in Berlin.

    Diese (Un-) Konferenzen sollen dazu beitragen die gesellschaftliche Innovation rund um das Google Wave Federation Protocol in Deutschland zu fördern und die an diesem Ziel Interessierten miteinander zu verbinden.

    Das Netzwerk ist offen für alle, die gerne mitmachen möchten! In den Foren können auch kreative Gedanken ausgetauscht werden rund um den Einsatz von Wave in Bildung, Unternehmen, Organisationen usw.

    Falls euch Wave noch mehr interessiert und ihr Lust an weiterem Austausch habt, schaut einfach vorbei. Wir würden uns freuen euch auch dabei zu haben! 🙂

    Liebe Grüße
    Ingmar

  9. Claudio | 6.06.2009 10:12

    Gerade für die (Online) Collaboration wird das Tool viel bringen: Man kann sehen, woran der Mitarbeitende gerade schreibt und überschreibt nichts doppelt. Ich finde auch genial, dass das System so offen ist und mit APIs jeder nur denkbare Service ins eigene Wave integriert werden kann.

    Ich glaube aber, dass wir neu arbeiten lernen müssen, wenn alles in Wave oder online ist (eigentlich auch jetzt schon): Es müssen Räume geschaffen werden, in denen auch konzentrierte, unterbrechungsfreie Arbeit möglich ist. Wer immer auf dem neuesten Stand der Kommunikation mit allen Kontakten sein will kommt nämlich nicht mehr zum Arbeiten, sondern korrespondiert nur noch.

  10. Yves Moret | 4.06.2009 16:48

    Erst einmal vielen Dank für die Kommentare. Ich denke Google Wave wird noch ziemlich Staub aufwirbeln. Vielleicht wird es ja mal in Tsunami umbenannt.

    @Sam
    Wenn ich es hätte Beschreiben müssen, wärst du länger als 1:20 am lesen gewesen. Wenn du dem Link im Nachtrag folgst, findest du bei nutzlos.ch noch einen zusammengeschnittenen Video, in dem die Features erklärt werden.
    Klar ist in Google Wave vieles ineinander vermischt. Der Clou ist aber, dass du dazu nur einen Webbrowser brauchst und sonst nichts.

  11. Sam Steiner | 4.06.2009 16:38

    Sieht auf den ersten Blick aus wie Microsoft Groove vermischt mit Skype und Yahoo Messenger. Also nicht gerade neu… muss mich mal näher damit beschäftigen.

  12. Dirk Worring-Ramstoeck | 4.06.2009 16:30

    @Sam: für Menschen mit kurzer Aufmerksamkeitsspanne gibt es ja auf der google wave Seite einen kurzen Feature Überblick 😉

    http://wave.google.com/help/wave/about.html

  13. Sam Steiner | 4.06.2009 16:26

    Sorry, 1:20h Video ist mir etwas zu lang. Wenn das System ein so langes Video braucht, um erklärt zu werden, sehe ich keine grosse Zukunft voraus…

  14. mammarossa | 4.06.2009 10:01

    genau! one-to-one ist scheinbar vorbei, auch meine küken (12 und 14)wollen keine email, die machen hausaufgaben und chatten nebenher mit drei, vier leuten… soll ich mich darüber aufregen oder das alles gelassen sehen und eigentlich ziemlich cool finden? eher letzteres…ich sehe diesen quantensprung an ihnen; da ist das neue tool von google nur logische konsequenz, und wir werden es bald alle nutzen und uns fragen wie es vorher war!

  15. Dirk Worring-Ramstoeck | 4.06.2009 08:56

    Auch ich bin ziemlich beeindruckt von der Vision der google Entwickler. Ein umfassendes, kaum Wünsche offen lassendes Tool zu haben, in dem ich meine Kommunikationstools wie Twitter einbinden kann und e-mail clients getrost vergessen, dass sind wunderbare Aussichten! Vor allem wenn ich mir von 15 jährigen anhöre, dass sie gar keine email Adresse mehr haben und alles über mobile und social communities machen, sind wir mit der in Zukunft mit der heranwachsenden Generation vom Feld abgeschlagen mit unserer angestaubten one-to-one email Kommunikation.

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