1 Jahr Twitter – Eine persönliche Rückschau

Yves Moret, 27.05.2009 7 Kommentare

firsttweetIn diesen Tagen ist es genau ein Jahr her, seit ich den ersten Tweet absetzte. Zeit für ein kleines Resumée über das Zwitschern zu ziehen.

„Looking on the screen!“ lautete mein erster Tweet. Dies war eigentlich einfach mal als Test gedacht und wurde vermutlich auch von niemandem gelesen, da ich zu diesem Zeitpunkt auch noch keine Follower hatte.  Heute sehe ich eigentlich mehr hinter diesem Tweet, auch wenn er nicht so gedacht war. Dazu aber später.

Wer oder was mich auf Twitter aufmerksam gemacht hat, weiss ich heute gar nicht mehr. Anfangs sah ich einfach ein nettes Spielzeug dahinter ohne einen tieferen Sinn zu sehen. Für mich einigte ich mich darauf, gar nicht nach einem Sinn zu suchen.

Mit der Zeit wuchs die Followerzahl und so langsam sah ich auch so etwas wie einen Sinn an dem Tool. Es eignete sich hervorragend um den Puls im Web zu fühlen. Statt hunderte von Blogs und Newssites im Feedreeder zu verfolgen, kann ich mir mit Twitter speditiver und umfassender ein Bild verschaffen, was gerade in den Weiten des Web läuft. Eben das Web „screenen“, weshalb mein erster Tweet  („Looking on the screen“) noch immer Gültigkeit hat. Ein weiterer positiver Aspekt ist, dass man viel eher einen direkten Draht zu verschiedenen Leuten findet, als wenn man einfach Inhalte auf dem Web konsumiert und im besten Fall kommentiert. Twitter ist interaktiv wie sonst kein Medium auf dem Web, das ich sonst kenne.

Einige Highlights im letzten Jahr, die ich ohne Twitter kaum erleben durfte dokumentiere ich hier mal mit ein paar Links:

Die Legendäre Santamützenaktion von @marcelwidmer.

Zahlreiche Twitterdinner (ins Leben gerufen von @filsa und @danielebneter) und zahlreiche andere Tweetups bei denen das Zusammensein im richtigen Leben gepflegt werden kann.

Die Spendenaktion die @leumund für mich organisierte als ich mit gebrochenem Arm im Spital lag.

Da Twitter ein sehr schnelles, aber nicht sehr nachhaltiges Medium ist, kommen noch viele amüsante, spannende und hilfreiche Momente hinzu. Schon einige Male bekam ich auf eine einfache Frage innert Minuten mehrere hilfreiche Tips. Wenn ich danach gegoogelt hätte, ich wäre heute noch dran.

Wer die Faszination von Twitter immer noch nicht nachvollziehen kann, empfehle ich, es doch mal auszuprobieren. Aber ein paar Wochen sollten es dann doch sein. Wie meine Erfahrung zeigt, braucht es eine Weile, bis sich so etwas wie ein „Sinn des Twitterns“ einstellt.

Gibt es Twitterer die andere Erfahrungen gemacht haben? Was habt ihr bisher positives erlebt, oder ist es ein Tool, das ihr nicht braucht? Würde mich über ein paar Kommentare, auch länger als 140 Zeichen, freuen.

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7 Kommentare

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  1. Dirk Worring-Ramstoeck | 28.05.2009 09:41

    @AP Für den allgemeine Dialog schon, für „sensible Informationen“ Nutzen wir yammer als geschlossenes System. Richtig getagged findet mach auch alles schnell wieder zu den Themen.

  2. AP | 28.05.2009 08:49

    @Dirk
    Als Kommunikaton zwischen Mitarbeitern? Ist da das öffentliche Twitter wirklich geeignet? Wir nutzen da eher Skype, das hat noch dazu den Vorteil, dass die Chats gespeichert und damit wieder auffindbar sind…

  3. Dirk | 28.05.2009 07:52

    Als ich das erste Mal von Freunden aus Californien davon hörte 2006, hielt ich es für totalen Blödsinn. Zum einen brauchte ich keinen Multichannel für SMS und zum anderen war mir die Idee des „What are you doing“ schlichtweg zu lächerlich. Mich interessierte weder was andere abends aufs Butterbrot geschmiert hatten, noch sah ich Notwendigkeit die Trivia meines Alltags zu teilen.
    Mittlerweile hat sich nicht nur der Inhalt von Twitter geändert, sondern auch meine Einstellung. Statt per email von Hand die Empfänger zu verlesen, tweete ich m.E. nach interessante Sachen – wer will kann followen und es lesen. Und als Tool für kurze Kommunikation zwischen internen und externen MA`s ist es auch klasse.

  4. Sam | 27.05.2009 15:34

    @Cookie: man muss schon richtig eintauchen in das Twitter-Aquarium. Vielleicht versuchst du’s das nächste Mal anhand dieser paar Tipps und gibst Feedback, wie es dir dabei ergangen ist:

    https://www.inm.ch/blog/2818-twitter-tipps-fur-anfaenger/

  5. Cookie | 27.05.2009 10:10

    Danke für diesen Artikel. Jetzt weiss ich, dass ich zu ungeduldig war als ich Twitter getestet, und nach ein paar Tagen den Account wieder gelöscht habe 🙁 Vielleicht teste ich es ein weiteres Mal.

  6. AP | 27.05.2009 09:08

    Noch bin ich im Versuchsstadium und kämpfe noch den Kampf dagegen, mich in dem Gezwitscher nicht zu verlieren und mich nicht über allzu belanglose Infos zu ärgern: Aber fasziniert hat mich die Tatsache, dass ich aufe eine sehr spezielle Frage abends um 11 innerhalb von 10 Minuten von jemand Wildfremden eine Antwort bekam, die Ausbreitung der Schweinegrippe über Twitter in Echtzeit zu verfolgen war und die Wahl Horst Köhlers zum Bundespräsidenten in D schneller als über die Agenturen kam.
    Und klasse sind die Menschen, die Twitter als Kunstform begreifen, die Shortstories aus 140 Zeichen sind zum Teil einfach grossartig und können süchtig machen 😉
    Tja, also nich Hin- und Hergerissen zwischen „gigantischer Zeitfresser, will ich das eigentlich wirklich alles wissen?“ zu „wo sonst bekomme ich so schnell mit, womit andere sich beschäftigen, wo „sonst kann ich so leicht Brücken zu Menschen mit ähnlichen Interessen schlagen“?

  7. Marcel Widmer | 27.05.2009 08:41

    Ich teile Deine Erfahrung – die Möglichkeit, den „direkten Draht“ (wie Du es nennst) zu anderen Menschen aufzubauen, finde ich grandios!

    Ein weiterer Grund, warum mich Twitter immer wieder fasziniert, ist die Kombination aus Lockerheit und Ernsthaftigkeit: ich erlebe beim Zwitschern nicht die Strenge, wie wir sie aus der Blogosphäre kenne („Du darfst in Deinem Blog nicht …“) und staune, dass trotz dieser Lockerheit (vielleicht genau deswegen?) auch eine Ernsthaftigkeit in den Tweet-Folgen möglich ist.

    btw: Danke für die „lobende Erwähnung“ der #santamützen-Aktion 🙂

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