Netzpiraten Teil 2 – die besseren Kunden

Studie belegt, illegale Donwloader kaufen mehr legale Musik

Eine Studie der BI Norwegian School of Management zeigt, dass User die illegal downloaden die grösste Kundengruppe für legale Anbieter sind und die meisten Umsätze bringen. Die Unterhaltungsindustrie beisst in die Hand die sie füttert.

Gemäss der Studie, bei der 2000 Internetnutzer ab 15 Jahren befragt wurden, stellte sich heraus, dass die Gruppe der illegalen Downloader die besten Kunden legaler Portale sind und für rechtegeschützte Musik und Filme gerne bezahlen. Daraus ergibt sich das nahezu belustigende Paradoxon, dass die Industrie mit Ihren Klagen und Rechtsstreitereien gegen Ihre besten Kunden vorgeht – und sich den Ast absägt auf dem sie sitzt.

Das man mit einem komfortablen Angebot durchaus Erfolg haben kann zeigt Apple mit dem iTunes Store. „In der Kategorie der mit Musik zusammenhängenden Produkte verzeichnet Apple im Geschäftsjahr 2008 Verkäufe im Wer von 3,34 Milliarden Dollar“, so macnews.

Und auch andere Konzepte kommen so langsam in Gang. Sender wie Joost finanzieren sich genauso über Werbung wie der von Google geplante Deal mit Hollywood, mit dem dann Spielfilme legal auf der hauseigenen Plattform Youtube geschaut werden können.

Angesichts dieser Studie zeigt sich, dass die Industrie zu grossen Teilen keine Ahnung hat wie man mit den digital natives umgeht. Es scheint, dass die illegalen downloads -von oft mangelder Qualität-  zum grossen Teil wohl zur Evaluierung des Kaufentscheids heruntergeladen werden. In etwa so, wie ich früher stundenlang Vinyl im Musikladen gehört habe um zu entscheiden was ich kaufe. War das auch schon illegaler download auf meine Neuronen-Festplatte im Kopf?

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3 Kommentare

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  1. Dirk | 30.04.2009 07:56

    Ein fataler Fehler ist ein „Zwingen“ von Kunden ja sowieso. Man kann Kunden nicht erziehen, sondern muss Sie grundsätzlich da abholen wo sie stehen. Das gilt eben auch gleichermassen für Unternehmen die keinen persönlichen Verkauf machen, sondern nur digitale Download Produkte verkaufen. Vielleicht müssen wir einfach warten, bis die digital natives in den Führungsposition sitzen. Und hoffen, dass die Industrie bis dahin nicht komplett konkurs angemeldet hat, weil sie nicht in der Lage war umzuschwenken. Dinosaurier gehen mit der Zeit – von der Bildfläche.

  2. Yves | 28.04.2009 10:39

    Mal schauen wie lange es dauert, bis sich die Unterhaltungsindustrie bewusst wird, das die digital natives die grösste Kundengruppe ist und halt nicht so tickt, wie sich dies die Manager so vorstellen. Aber eben, es wird immer schwieriger die Konsumenten auf den richtigen Pfad zu zwingen. Vielleicht sollte man mal das eigene Handeln anpassen.

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