Firmen müssen das Twittern lernen

twitter-allianz-oesterreichWir haben Twitter für Firmen gesprochen. Beispielsweise: Twitter geschäftlich einsetzen und Twitter bei Dell. Europäische Firmen müssen sich mit Microblogging auseinandersetzen. Die Allianz-Versicherung in Österreich macht zurzeit einige Twitter-Lektionen durch. Daraus können wir lernen.

Lieber nicht: Ohne Schulung unter Firmennamen drauf los
Meine Empfehlung: ausprobieren (5 Tipps)! Allerdings – wichtig – im Bewusstsein, dass es nicht so leicht zu beherrschen ist, wie es anfangs ausschaut. Man wird daneben hauen. Ein Vorteil hat der, der die gröbsten Fehler nicht gleich unter dem Firmennamen macht.

Jürgen Liechtenecker hat nachgefragt und erfahren, dass ein Missverständnis zwischen der Agentur und der Allianz gab. Seitens der Agentur wurde kurz was getwittert und rumgefollowt. Danach folgten reine Werbetweets, die Aussagen wie „Was Unternehmen auf Twitter alles falsch machen können am Beispiel der Allianz AT“ (Tweet) hervorruften.

Ich empfehle: in der Anfangsphase eine kleine Gruppe von maximal 200 Personen aus Zielgruppe/Branche followen und den eigenen interessierten Follower zurückfollowen. Leute, die sich durch das Followen gestört fühlen entfollowt man am besten und findet so einen ersten Kreis von Twitterern, mit denen man kommunizieren kann.

Offen lernen aus konstruktiver Kritik (5 Twitter-Tipps)
Man kann sich nicht, nur weil es Zukunft hat, auf Social Networks stürzen und darin Werbebotschaften rumposaunen wie in der Zeitung oder am TV. Web 2.0 ist interaktiver, weniger naiv. Solche Schüsse können nach hinten los gehen. Da muss Umdenken passieren – bevor der Ruf ruiniert ist.

Im Allianz-Fall hat Jürgen fünf Tipps gegeben, wie die Allianz die sich anbahnende Reputationskatastrophe abwenden könnte: Echter Dialog, nicht nur verkaufen. Twitterer mit Interesse nach den Versicherungs-Bedürfnissen befragen, Kritik begrüssen, Fragen beantworten und zugeben, dass man wenig Ahnung hat. Man kann durchaus nach Twitter-Tipps fragen – das ist ein Vorteil der höheren Partizipation im Web 2.0.

Da Twitter Interaktion mit der Followerschaft erfordert, muss eine twitternde Agentur gewisse Kommunikations-Kompetenzen haben. Es muss definiert sein, wie man auf Fragen der Followers eingeht. Das wird in den allermeisten Fällen nicht einfach so an eine Agentur delegierbar sein – wir sind zurück: Firmen müssen selbst twittern lernen. Eine Agentur wie wir (@INM) kann natürlich schulen.

Und doch: nicht allen alles recht machen wollen
In Europa sind sich viele Twitterer nicht gewohnt, dass Firmen via Twitter kommunizieren. Einige meinen, allen Followern folgen zu müssen – da eckt man an. Nicht schlimm. Kritik begrüssen, anhören und wo es Sinn macht darauf handeln. Letztendlich aber schmunzeln über besserwissende Twexperten. Streit über Form/Vorgehen nicht in der Öffentlichkeit austragen. Dafür sind „Direct Messages“ da – sonst einfach getrennte Wege gehen (unfollowen). Man heiratet seine Twitter-Follower ja (meistens) nicht.

Adobe Dance With Me – auch in Twitter
Adobe führt mit uns das Projekt „Dance with me“ durch. Dazu gehört in Phase 1 vor allem eine Facebook-App für das DJ-Voting. Ein DJ für die Roadshow durch die Schweiz und Österreich wird gesucht. Während der Roadshow läuft die Hauptkampagne. Das Ganze wird twitternd (@Student_Dance) begleitet: Fragen beantwortet und Hintergrundinfos gegeben. Wer Interesse an dieser Social Media Kampagne hat, gerne followen.

Schon über andere Firmen aus dem deutschsprachigen Raum gestolpert, die in Twitter offensichtlich in der Anfangsphase stecken? Oder seid ihr selbst auch schon geschäftlich am twittern? Wir sind offen für Feedbacks hier in den Kommentaren oder via Twitter.

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5 Kommentare

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  1. Daniela | 17.11.2009 12:59

    Offenbar kann man beim Twittern einiges falsch machen. Es gibt unmengen von DON’Ts, aber was sind denn die DOs? Was schreibe ich denn in meinem Twitter Account? Gerade wenn ich ihn erst im Privaten testen will. Dasselbe Problem habe ich beim Blog.

  2. Matthias | 8.04.2009 18:34

    Gemäss Deinen Angaben ist die Kampagne am Montag gestartet, aber die Website http://www.dancewithme.ch/ ist für Zugriffe gesperrt und http://twitter.com/Student_Dance seit fünf Tagen stumm. Weshalb?

  3. Eric-Oliver Mächler | 6.04.2009 22:39

    es ist richtig. die gefahr die von einer schlecht durchgeführten twitteraktion ausgehen darf man nicht unterschätzen. vorallem für KMU und selbständige ist das eine nicht zu unterschätzende gefahr – aber ja es könnte auch eine gute sache sein. im oben erwähnte Adobe bekommt man als normaler büezer wirklich antwort – selbst anderen firmen antworten auf eine einfache frage – das ist insofern erstaundlich, als das man bei emailkontakt locker ein paar tage auf eine antwort warten kann.

    natürlich darf ein twitteraccount nicht wirklich nur eine einweg kommunikationsmethode sein sondern wenn eine gute diskussion entsteht – wiegt glaub der nutzen die gefahr auf.

    auf jeden fall hat mein unternehmen mal ein twitteraccount angelegt – nur fehlt mir/uns der mut noch dazu es aktiv zu benützen.

  4. René | 6.04.2009 12:02

    Bis jetzt sind nur sehr wenig Firmen bei Twitter vertreten, doch ich bin mir sicher, dass sich das noch ändern wird. Wer jetzt schon dabei ist kann Erfahrungen sammeln und ist somit für den zu erwartenden Boom gut gerüstet. Wie Sam schreibt, am besten mit einem privaten Account anfangen und Erfahrungen sammeln.

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