Onlinemarketing führt zu mehr Beschwerden

slk_logoOnline-Marketing ist im Wachstum und damit nehmen auch die Beschwerden bei der Lauterkeitskommission zu. Laut Statistik haben die Beschwerden im Jahr 2008 gegenüber 2002 um das 6-fache zugenommen.

Jedes Jahr publiziert die Schweizer Lauterkeitskommission einen Tätigkeitsbericht und zeigt so das Verhalten in der Kommunikationsbranche auf. Im Jahr 2008 gingen bei der Kommission rund 311 Beschwerden ein. Das Entspricht einer Zunahme von 25 Beschwerden gegenüber dem Jahr 2007. Die Beschwerden lassen sich grob zusammenfassen:

Irreführung: 27,9 %
Agressive Verkaufsmethoden: 19,0 %
Sexismus: 13,5 %
Gewinnspiele: 13,5 %

Einen Boom bei den Beschwerden verzeichnet das Internet. So richteten sich 2002 nur gerade 3,5 Prozent aller Beschwerden gegen das Onlinemarketing. Im letzten Jahr waren es schon 18,4 % oder 57 Beschwerden. Nachfolgend eine Übersicht über die Entwicklung in den letzten Jahren:

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Führt das Wachstum des Onlinemarketing zu dieser Zunahme oder verstossen immer mehr Kampagnen gegen die Vorgaben der Lauterkeitskommission?

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10 Kommentare

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  1. Yves | 18.03.2009 11:24

    @su franke:

    Das ist nicht die schweizer Gelassenheit, sondern in erster Linie die Unkenntnis dieser Kommission und der Hang der Schweizer, aus Höflichkeit keine offene Kritik zu üben. „Ichs rächt gsi?“ „Aber sicher doch!“. Man geht der gerechtfertigten Kritik aus dem Weg, weil sie unbequem ist.

  2. Marcel Widmer | 18.03.2009 11:08

    @Sam: Für mich ist überhaupt nicht entscheidend, was ich selbst darunter verstehe. Für mich ist’s entscheidend, ob’s mich nervt (weil’s meine Zeit kostet und ich bei „Klicken Sie auf diesen Link um sich abzumelden“ ein gewisses Risiko wegen Viren etc. eingehe) und ob’s gemäss Gesetz als SPAM gilt.

    Die Art à la „Ich mache einfach mal und Du kannst Dich ja wehren, wenn’s Dir nicht passt“, finde ich unverschämt (siehe auch hier)

  3. Sam | 18.03.2009 10:53

    @Marcel – NB: da verstehen wir wohl etwas Unterschiedliches unter Spam. Meiner Meinung nach, wird über 99.9% des Spams von Bot-Netzwerken unter falschen Absender-Adressen (leider oft auch mit meinen E-Mailadressen) versandt.

  4. Marcel Widmer | 17.03.2009 15:15

    @René: Ich schicke meinen (Standard-)Text auch an deutsche und österreichische Unternehmen. Und die reagieren genauso „prompt“ (vielleicht auch aus Unkenntnis, ob Schweizer Rechts sie auch treffen kann).

    (Ob’s allerdings beim Alpenland-SPAM seinerzeit geholfen hätte …)

  5. su franke | 17.03.2009 14:19

    danke René für die Zahlen, sprechen für die neue Kommunikation. Man wird offener und ehrliches Marketing wird immer wichtiger. Eine Herausforderung: „Die neue Ehrlichkeit auf beiden Seiten“. Finde aber, wie Yves, es sind (noch) wenig Beschwerden. Schweizer Gelassenheit? 😉

  6. René | 17.03.2009 14:17

    @ Marcel: Wenn der Absender eine Schweizter Firma ist, dann mag die Reklamation erfolgreich sein. Doch bei ausländischen SPAM wirst Du damit kaum Erfolg haben. Oder täusch ich mich da?

    @Yves: Die Kommission gibt es scho länger und ist wirklich eine gute Sache.

  7. Marcel Widmer | 17.03.2009 13:11

    @Sam: Es wirkt insofern (und nicht nur psychologisch), dass man mir in 99% der Fälle in einem persönlichen Mail versichert (wie verlangt), dass meine Adresse gelöscht sei und man nie mehr ein Mail senden werde. Und ich erhalte von dieser Firma in der Tat keine Werbemails mehr. Es wirkt im Sinne von Ziel erreicht.

  8. Sam Steiner | 17.03.2009 12:40

    @Marcel – „Man staune: es wirkt!“ – es hat leider nur einen psychologischen Effekt, weil niemand – bzw eben die falsche Person – hier der Adresse steckt.

    Bzgl Unlauteren Werbekampagnen: ich glaube schon, dass die Tatsache, dass heute jedes Kind Werbung schalten kann, schon dazu führt, dass Grenzen häufiger überschritten werden.

  9. Yves | 17.03.2009 11:41

    Generell gesehen finde ich 311 Beschwerden sehr wenig. Ich denke, dass da auch eine sehr hohe „Dunkelziffer“ herrscht, da vieles nicht gemeldet wird. Ich wusste bis jetzt auch noch nichts von dieser Kommission. Wenn man die massive Zunahme der Werbung im Web anschaut, wundert es mich, dass die Zahl der schwarzen Schafe nicht höher ist. Das Web wimmelt auch nur so von „Do it your self“-Werbung. Das da die Werbegrundsätze nicht immer eingehalten werden, kann nicht verwundern.
    Interessieren würde mich ja auch, wieviel Meldungen gemacht werden, um einem Konkurrenten zu schaden.

    Bin ich der einzige hier, der diese Kommision nicht kannte?

  10. Marcel Widmer | 17.03.2009 11:35

    … oder hat auch das Bewusstsein und auch die Bereitschaft zugenommen, dagegen anzugehen (sprich: eine Beschwerde einzureichen)?

    Ich selbst habe noch nie eine Beschwerde eingereicht, reklamiere allerdings seit rund 2 Jahren bei SPAM-Mails mit einem „Gegenmail“, in dem ich u.a. darauf hinweise, dass SPAM in der Schweiz ein Straftabestand sei. Man staune: es wirkt!

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